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Warum Spielen wichtig für die geistige Entwicklung Ihres Kindes ist

Lesezeit: 2 Minuten Auf der einen Seite hören wir heute immer wieder, dass Spielen wichtig für die geistige Entwicklung unserer Kinder ist. Auf der anderen Seite sind selbst Kindergartenkinder heute schon mit einem vollen Terminkalender "gesegnet." Das kann allerdings negative Folgen haben. Erfahren Sie darüber hier mehr.

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Warum Spielen wichtig für die geistige Entwicklung Ihres Kindes ist

Warum Spielen wichtig für die geistige Entwicklung Ihres Kindes ist

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Spielforscher haben eine Studie herausgebracht, die besagt, dass Kinder bis zum 6. Lebensjahr 15.000 Stunden gespielt haben sollten, um sich gesund zu entwickeln. Das sind umgerechnet 7 – 8 Stunden pro Tag – also ein Arbeitstag eines Erwachsenen.

Spielen ist daher enorm wichtig für die Entwicklung der Kinder. Es unterstützt sie dabei die Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, die sie für ihre Schullaufbahn und das Erwachsenenalter dringend benötigen. Denn im Spiel setzen sich Kinder mit unterschiedlichen Dingen auseinander und lernen, ihre Umwelt und die an sie gestellten Ansprüche und Regeln zu lernen.

Zum Spielen und Lernen – weil Spielen Lernen ist – benötigen sie viele unterschiedliche Reize. Sie müssen riechen, hören, fühlen, sehen und erleben können. Wir können den Kindern in Büchern zeigen, was ein Hase ist. Aber dieser Bilderbuchhase wird immer abstrakt bleiben, wenn das Kind nie einen echten Hasen streicheln, riechen und füttern darf. Kinder müssen alle Sinne trainieren und zum Spielen einsetzen, um optimal zu leben und zu lernen.

Spielen ist wichtig für die Entwicklung, da es die unterschiedlichsten Bereiche fördert

Durch regelmäßiges Spielen werden unterschiedliche Bereiche gefördert, die lebenswichtige Fähigkeiten trainieren, die Kinder im späteren Lebensverlauf benötigen.

  • emotionale Kompetenzen: das Erkennen der eigenen Person und anderer; die Verarbeitung von Gefühlen und das Erkennen der Gefühle des Gegenübers; höhere Frustrationsgrenze; Problembewältigungsstrategien; Lösungsstrategien; stärkere Belastbarkeit; niedrigere Aggressionsschwelle; ein vernünftiger Umgang mit Wut, Trauer, Ärger, Freude.
  • kognitive Kompetenzen: besseres, logischeres Denken; größeres Sprachverständnis; höhere Konzentrationsfähigkeit; das Erkennen von Zahlen, Farben, Formen.
  • soziale Kompetenzen: besseres Zuhören, Verantwortungsbewusstsein, Kooperationsbereitschaft, Hilfsbereitschaft; kein vorschnelles Verurteilen und Bewerten anderer; vernünftiger Umgang mit anderen.
  • motorische Kompetenzen: zügigere Reaktionsfähigkeit; verbesserte Grob- und Feinmotorik, Balance, Koordination des eigenen Körpers.

Spielen ist wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes, da es ihm die Freiheit gibt, eigene Erfahrungen zu sammeln

Kinder lernen aus den Dingen, die sie selber machen dürfen, anfassen dürfen, riechen dürfen, kaputt machen dürfen. Sie lernen nichts dadurch, dass wir es ihnen sagen. Lassen Sie daher Ihre Kinder so viele eigene Erfahrungen machen, wie nur möglich. Blätter anfassen, durch den Wald krabbeln, Teig rühren, mit Fingerfarbe an die Scheibe malen, sich im Spiegel entdecken, sich mit Sand bewerfen, Sand essen. Ja, Sand essen: Kinder erkunden in einem gewissen Alter ihre Umgebung mit dem Mund und diese Zeit ist wichtig. Sie haben keine andere Möglichkeit, als die Welt mit ihren Händen und dem Mund zu erforschen und ein bisschen Sand wird ihrem Kind nicht schaden.

Spielen bietet diese Freiheiten für Ihr Kind und daher ist Spielen wichtig für die geistige Entwicklung. Geben Sie Ihrem Kind so wenige Lösungen wie möglich vor und lassen Sie Ihr Kind eigene Erfahrungen machen. Geben Sie ihm die Möglichkeit, selber eine Lösung für sein Problem zu finden – auch wenn es lautstark protestiert. Nur so hat das Gehirn die Möglichkeit ein großes Netz aufzubauen und ihr Kind bekommt nur so die wichtige Möglichkeit Selbstvertrauen, Frustrationstoleranz und Problemlösungskompetenzen zu entwickeln.

Es wird spätestens in der Schule dankbar sein, wenn es diese Fähigkeiten bereits erworben hat. Es ist bewiesen, dass Kinder mit niedriger Frustrationsgrenze diese auch im Alter nicht erweitern. Nehmen Eltern ihren Kindern alles ab, um sie vor Frustration, Wut, Ärger und Enttäuschung zu bewahren, wird dem Kind als Erwachsener all dies auch nicht in optimaler Form zur Verfügung stehen.

Bildnachweis: Daria Filiminova / stock.adobe.com

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