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Personalentwicklung und Lernpsychologie: Selbstreferentielles Lernen (Teil 4)

Lesezeit: < 1 Minute In der modernen Lernforschung spielen die Konzepte, die von einer Eigenständigkeit der Verarbeitungsprozesse der Personen ausgehen, eine zunehmende Rolle. Moderne Lernkonzepte wie Web -based -Training berücksichtigen diese Individualität des Lernens.

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Personalentwicklung und Lernpsychologie: Selbstreferentielles Lernen (Teil 4)

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Seit mehreren Jahrzehnten ist bekannt, dass das Lernen nach dem Prinzip des Nürnberger Trichters nicht sehr erfolgreich ist. Die moderne neurophysiologische Lernforschung beweist im zunehmenden Maße, dass Lernen individuell und eigenständig durch die Lernenden selbst organisiert wird.

Eine Vorstufe in der Lernpsychologie waren die kybernetischen Lernmodelle der 60ziger Jahre, die Lernen als Regelkreisläufe wie in der elektronischen Messtechnik begriffen. Mittlerweile wissen wir, dass das Lernen nicht problemlos als Übertragung der Lehrinhalte von Lehrer auf Schüler begriffen werden kann.

Erkenntnisse aus der selbstreferentiellen Lernforschung
Die seit über 15 Jahren währende Lernforschung zur Selbstreferentialität der Lernenden lässt sich wie folgt kurz zusammenfassen:

 

  • Die Personen (Gehirne, geschlossene Systeme) entscheiden autonom darüber, welche Informationen aufgenommen werden.
  • Das Bewusstsein ist ein geschlossenes System, es gibt keine punktgenaue Übertragung von einer Person auf die andere.
  • Das Gehirn operiert nach eigen entwickelten Kriterien. Es entscheidet selbst, welche Informationen mit welcher Methode aufgenommen und verarbeitet werden soll (Selbstreferentialität). 

Gute Beispiele für Übertragungsprobleme sind immer dann gegeben, wenn das Konzept des Lernenden nicht dem des fachlich gebildeten entspricht, z. B. versteht der Physiklehrer unter dem Vektor Kraft etwas anderes als der Laie mit seinen Kraftvorstellungen aus sportlicher Sicht. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit kann individuell durchaus etwas langsamer sein als der Lehrer annimmt. 
 

 

Binnendifferenzierung und individuelle Lernkonzepte sind notwendig
Einige Praxistipps für den Lernprozess lassen sich aus diesen Erkenntnissen ziehen:

  • Die Lernenden sollen in die Expertengemeinschaft einbezogen werden (community of practice)
  • Der Lernprozess soll von den Alltagserfahrungen der Lernenden ausgehen
  • Der Unterricht muss höchst individuell ausgerichtet sein (Binnendifferenzierung)
  • Neue Lernmedien wie CBT oder WBT können die Effizienz des individuellen Lernens erhöhen.

Für die Personalentwicklung bedeuten diese Erkenntnisse, dass eine individuelle Lernberatung zu den substantiellen Aufgabenstellungen im Vorfeld der Weiterbildungsmaßnahmen gehört. Der Erfolg der Bildungsmaßnahme hängt  auch von dem Dreiklang Bildungsberatung – Durchführung – Evaluation ab.

 

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