Verbrauchertipps

O bis O: Autoreifen rechtzeitig wechseln

geschrieben von Burkhard Strack

Wer im November noch mit Sommerreifen unterwegs ist, bewegt sich auf dünnem Eis. Zwar scheinen Schnee und Glätte noch weit entfernt, doch bricht plötzlich der Winter an, wird die Autofahrt zur gefährlichen Rutschpartie.

Eine gesetzliche Regelung, bis zu welchem Zeitpunkt die Reifen gewechselt sein sollten, gibt es nicht. Orientierung bietet aber die O-bis-O-Regel: von Oktober bis Ostern sollten Winterreifen aufgezogen sein.

Auch wenn es kein gesetzlich verankertes Datum zum Reifenwechsel gibt, bedeutet das nicht, dass Sommerreifen ganzjährig erlaubt sind. Seit Dezember 2010 schreibt der Gesetzgeber eine den Witterungsverhältnissen angemessene Bereifung vor. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis und Reifglätte sind Pneus mit der Kennzeichnung M+S (Matsch und Schnee) Pflicht. Erwischt die Polizei einen Verkehrsteilnehmer mit falschen Reifen oder passiert sogar ein Unfall, wird es teuer.

Welche Strafen drohen bei falscher Bereifung?

Wer gegen die Winterreifenpflicht verstößt, muss mit Bußgeldern rechnen. Laut StVO werden für Fahrzeugführer, die bei winterlichen Witterungsverhältnissen mit Sommerreifen am Straßenverkehr teilnehmen, eine Strafe von 60 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei fällig. Wurden andere Verkehrsteilnehmer behindert, steigt der Betrag auf 80 Euro. Führen Sommerreifen zu einem Unfall, sind es sogar 120 Euro. Mit Haftpflichtschutz kommt die Versicherung für den Schaden bei dem Unfallopfer auf. Der Vollkaskoschutz, der eigentlich den Schaden am eigenen Auto abdeckt, greift aber bei Fahrlässigkeit nicht.

Worin unterscheiden sich Winter- von Sommerreifen?

Die Gummimischung und das Profil sind auf die jeweiligen Witterungsverhältnisse angepasst. Die Gummimischung von Winterreifen ist weicher und verhindert so eine Aushärtung auch bei niedrigen Temperaturen. Das spezielle Profildesign und die zusätzlichen Lamellen auf der Lauffläche sorgen für Kontrolle über das Fahrzeug, auch wenn es bei Schnee und Eis rutschig wird. Winterreifen sind zusätzlich mit dem Alpine-Symbol gekennzeichnet, eine Schneeflocken an der Reifenflanke.

Wie oft sollte man neue Winterreifen kaufen?

Das Gesetz schreibt eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern an jeder Stelle der Lauffläche vor. Experten raten zu mindestens 4 Millimetern Profil bei Winterreifen. Ein neuer Pneu hat etwa 9 Millimeter, verliert aber mit der Zeit an Elastizität, wodurch auch die Haftung auf der Straße abnimmt. Das ist besonders bei Schnee, Eis und Regen gefährlich. Aquaplaning und unkontrolliertes Rutschen sind die Folge. Deshalb sollten Winterreifen nach sechs Jahren ausgetauscht werden. Wer zum Wintereinbruch neue Reifen braucht, muss oft mit langen Wartezeiten bei Händlern rechnen. Eine Alternative ist beispielsweise Tirendo, wo man Winterreifen online kaufen und dann entweder in der Werkstatt wechseln lassen oder aber auch selbst aufziehen kann.

Eine genaue Anleitung findet sich auf reifenwechsel-anleitung.de. Zu Beginn sollte man mit 30 bis 40 Minuten für das Aufziehen der neuen Bereifung rechnen.

Tire Emblem
 
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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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