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Interkulturelle Kompetenz als Qualitätsstandard Sozialer Arbeit: Fazit

Interkulturelle Kompetenz als Qualitätsstandard Sozialer Arbeit: Fazit
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Interkulturelle Kompetenz sollte für ein qualitatives berufliches Handeln innerhalb Sozialer Arbeit in einer multikulturellen Gesellschaft ein zu erfüllender Standard sein.
Die Anwendung bzw. Umsetzung von aktuellem wissenschaftlichem Wissen sowie die permanente Fortbildung sollten im Sinne guter Arbeitsqualität auch den interkulturellen Aspekten von Kommunikation, Konfliktmanagement usw. gerecht werden.

Die Implantierung sozialer Kompetenz innerhalb der Ausbildungskonzeption setzt sich in immer mehr Bereichen durch. Doch es gilt auch die bereits in den Arbeitsfeldern tätigen Personen entsprechend zu schulen. Deshalb kommt der Fort- und Weiterbildung in diesem Bereich besondere Bedeutung zukommen.

Interkulturelle Kompetenz durch Fort- und Weiterbildung
TeilnehmerInnen von Bildungsmaßnahmen, welche sich mit interkultureller Kompetenz beschäftigten, fragten nach der Messbarkeit inhaltlicher Qualität. Die Angebote von interkulturelle Kompetenz vermittelnden Seminaren sind enorm groß, jedoch ist deren Qualität bislang wenig prüfbar. Hier erscheint eine Überprüfbarkeit des Angebots durch eine Zertifizierung sinnvoll.

Interkulturelle Kompetenz muss sich bilden
Interkulturelle Kompetenz ist nicht etwas, was man in drei oder vier Stunden lernen kann! Interkulturelle Kompetenz bedarf der Interkulturellen Bildung! Heute geht man davon aus, dass ein Interkulturelles Bewusstsein in jedem Einzelnen erwachsen, sich in ihm/ihr bilden sollte: Bildung bezeichnet das "Wechselgeschehen zwischen dem Menschen und der Welt. Im handelnden Umgehen des Menschen mit den Inhalten der Welt erschließt sich diese Welt, zugleich aber auch der Mensch, dem an der Welt das eigene Ich erfahrbar wird. Dieser Prozess ist schlechthin individuell; niemand kann sich für einen anderen bilden, niemand kann im vollen Sinne einen anderen bilden."

Die bildende Tätigkeit der Erwachsenen besteht in einer "Auswahl der wirkenden Welt … Der Pädagogik stellt sich das Problem der Auswahl des Bildungsangebots, das individuelle Bildung ermöglichen soll." (Schorb, Alfons O.: Pädagogisches Taschenlexikon a-z, Bochum, o.J.)

Interkulturelle Kompetenz muss qualitativ hochwertig vermittelt werden
Die Qualität von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, die Beurteilung von Kursen, Seminaren, Lehrgängen und Tagungen muss sich daran orientieren, ob dieser Prozess durch das jeweils dargelegte Konzept initiiert werden kann.

Interkulturelle Bildung bedeutet, sich auf einen Prozess einzulassen, bei dem die eigene Person hinterfragt bzw. eigene "Selbst-Erkenntnis" zum Verständnis für "fremdes" Kulturverhalten provoziert werden soll. Dabei ist auch zu bedenken, dass interkulturelle Kompetenz zwar initiiert aber niemals durch einige Schulungen umfassend "erzeugt" werden kann – sie setzt vielmehr die Motivation zu lebenslangem interkulturellen Lernen voraus.

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Dr. Britta Kanacher

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