Was sollten Anleger bei einem Kursrutsch tun?

Was sollten Anleger bei einem Kursrutsch tun?

Die Krisen in der Ukraine und Israel, die drohende Staatspleite in Argentinien, schlechte Wirtschaftsaussichten und die Furcht vor steigenden Zinsen führen aktuell dazu, dass die Kurse an den Börsen nur eine Richtung einschlagen: nach unten. Wie sollen sich Anleger bei dem aktuellen Kursrutsch verhalten?

Es ist wie immer an den Aktienmärkten, wenn es in der Welt kritische Entwicklungen gibt: Lange werden sie ignoriert, die Kurse steigen weiter. Irgendwann erreichen sie ein Niveau, bei dem erste Anleger Gewinne realisieren (verkaufen). In der Folge gehen die Kurse leicht zurück. Das ist kein Problem, wenn die Rahmendaten insgesamt weiter gut sind.

Wie Sie Gewinne trotz Kursrutsch realisieren, erfahren Sie auch hier.

Wenn es in der Welt kriselt, ist der Kursrutsch nur eine Frage der Zeit

Mehren sich aber die Nachrichten, dass die zahlreichen Krisen sich auch künftig negativ auf die Unternehmensgewinne auswirken können oder geben große Unternehmen gar Gewinnwarnungen heraus (Meldung, dass geplante Gewinne für das laufende oder kommende Jahre wahrscheinlich nicht mehr zu erreichen sind) und fehlen gute Nachrichten an den Börsen, brechen die Kurse immer schneller ein.

Denn viele Anleger sagen sich: Besser jetzt die noch vorhandenen Gewinne realisieren, als später auf Verlusten sitzen zu bleiben. Je mehr Anleger so agieren, desto schneller ist der Kursrutsch nach unten, es herrscht "Ausverkaufsstimmung" oder schlicht Panik. Oft gehen die Kurse bzw. Indizes um 10, 15 oder mehr Prozent "in die Knie:"

In dieser Phase scheinen sich die Börsen aktuell mal wieder zu befinden, wie die letzten Tage zeigen. Allerdings lehren die Erfahrungen auch, dass sich Indizes und die Kurse vieler Unternehmen nach der Krise schnell wieder erholen. Beispiel DOW-JONES: Er ist bei Krisen um oft mehrere hundert oder gar tausend Punkte eingebrochen, hat sich dennoch immer wieder erholt.

Auch von Krisen, wie sie in der Folge des zweiten Weltkriegs, der Golfkriege, der Anschläge am 11. September 2001 oder der Finanzkrise entstanden sind. Im Mittel hat der DOW trotz Rückschlägen seit seiner Auflegung über 11 % pro Jahr (!) zugelegt.

Wie verhalten Sie sich bei einem Kursrutsch?

Für Anleger stellt sich die Frage, was sie tun sollen: Verkaufen, um Gewinne zu sichern oder nicht in die Verlustzone zu geraten? Die Aktien halten oder sogar zukaufen? Die Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten und ein Risiko besteht bei jeder Option. In jedem Fall sollte versucht werden, kühlen Kopf zu bewahren und sich nicht von der Panik an den Märkten anstecken zu lassen.

Wer Aktien besitzt, kann überlegen zu verkaufen, wenn die Papiere nicht zu stark gefallen sind und es möglich ist, noch einen Gewinn zu erzielen. Und alle, die in den kommenden Monaten Geld brauchen, sollten ebenfalls überlegen, ob sie jetzt verkaufen (müssen), ehe die Kurse weiter fallen.

Alle, die von der grundsätzlichen Qualität ihrer Aktien überzeug sind, sollten die Alternativen "halten" oder sogar "zukaufen" prüfen. Halten bedeutet, die Aktien auch in Phasen mit Kursrutschen nicht zu verkaufen. Halten kommt u. a. in Betracht, wenn man schon im Minus ist und man Verluste nicht realisieren möchte.

Denn: Kursverluste entstehen erst mal "nur" auf dem Papier. Erst beim Verkauf werden richtige Verluste (oder Gewinne) generiert. Die Alternative Halten hat, wenn Unternehmen Dividenden zahlen, den Vorteil, dass man laufende Erträge generiert. Wer Aktien "halten" will sollte zudem sicher sein, dass er das Geld in den nächsten ca. 1 – 2 Jahren nicht benötigt.

Beim Kursrutsch Aktien zukaufen?

Die Variante "zukaufen" erfordert – zugegeben – Mut gegen den Strom und die Panik zu schwimmen und sorgfältige Recherche. Wer aber Qualitätsaktien besitzt und sich an die genannten Auswahlkriterien hält (u. a. langfristig steigender Kurs, Zugehörigkeit zu einem wichtigen Index, hohe und kontinuierlich steigende Dividende, verständliches Geschäftsmodell, konjunkturstabile Branche, langfristig gute Kennzahlen usw.), hat gute Chancen, dass sein Mut belohnt wird, wie das Beispiel DOW-JONES zeigt.

Auch die Kurse vieler Einzelaktien aus wichtigen Indizes legen oft über einen Zeitraum von 10 und mehr Jahren trotz Krisen zu. Wer sich davon überzeuge möchte, kann sich die Chartentwicklung von DOW, DAX & Co. ansehen.

Wer sich die Kursentwicklung von Aktien ansehen möchte, kann z. B. in eine Suchmaschine die Firmenbezeichnung zusammen und den Begriff "Langfristchart" eingeben. Natürlich besteht immer das Risiko, dass auch die Kurse guter Aktien noch weiter in einem Kursrutsch fallen.

Aber wer gute Aktien nach Kursrutschen kauft, verbilligt seinen Einstandskurs und erzielt langfristig oft höhere Kursgewinne und Dividendenerträge. Risikofrei ist wie gesagt keine Variante, da Verluste immer möglich sind, aber die Erfahrungen zeigen, dass jede Krise einmal zu Ende geht.

Veröffentlicht am 5. August 2014
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Autor
Jörgen Erichsen