Sozial- und Bildungsmanagement

Die Identität steht immer im Bezug zur Gesellschaft

Die Identität steht immer im Bezug zur Gesellschaft
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Das Verständnis von Identität ist immer in enger Beziehung zur jeweiligen Gesellschaft und Kultur zu betrachten. Dabei ist innerhalb der Wissenschaften die Vorstellung individueller Identität, wie sie in der modernen Gesellschaft existiert, bis heute nicht hinreichend geklärt.

Verständnis von Identität
Das Verständnis von Identität, das Selbstverständnis des Individuums, hat sich im Lauf der Geschichte des Abendlandes immer wieder verändert. Heute gehört ein Identitätsverständnis mit einem hohen Maß an Individualisierung zum Selbstverständnis der Menschen. Doch dieses Identitätsverständnis sollte als Spezifikum der abendländischen Kultur gewertet werden.

Die Identität: Identitätsverständnisse sind nicht überall gleich
Identitätsvorstellungen außerhalb der modernen abendländischen Gesellschaft müssen nicht unbedingt mit dem Identitätsverständnis der Moderne übereinstimmen. Identitätsvorstellungen müssen im sozialpsychologischen Kontext der jeweiligen Kultur betrachtet werden und sie sind deshalb als kulturspezifisch zu werten.

So wird z. B. in kollektiviert orientierten Gesellschaften die fünfte Stufe der Persönlichkeitsentwicklung meist nicht vollzogen. Aus diesem Grund wird die Gesellschaft dort nicht in der Weise eingenommen, wie es für die westliche Moderne üblich ist. Das Individuum sieht sich weiterhin als Teil der Gesellschaft. Die Gesellschaft steht dem Individuum nicht gegenüber sondern ist immanenter Teil des Ganzen.

Die Identität: Kollektivorientierung gegen Individualismus
Auch für die Moderne und ihre derzeitigen Entwicklungen erscheint eine solche Haltung nicht als destruktiv. Die Menschen der abendländischen Prägung sehen sich ausschließlich als Einzelwesen im Gegenüber zur Gesellschaft. Dabei erscheint es für die heutige Zeit der Krisen sinnvoller, wenn sich alle auch als notwendige Teile des Ganzen begreifen würden.

Dabei sollte jedoch nicht das nationale Wir-Gefühl vorrangig sein. So sollte es innerhalb einer mulikulturellen Gesellschaft nicht mehr WIR Deutschen, sondern WIR in Deutschland, heißen. Wir alle setzen uns für unsere deutsche multikulturelle Gesellschaft, jede/r auf seine bzw. ihre Art und Weise, ein. Ein solches WIR, wäre ein WIR-Gefühl, mit welchem sich alle, egal welchen nationalen Ursprungs, identifizieren könnten. Ein solches WIR-Gefühl als Teil der Identität könnte zur Integration beitragen.

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Dr. Britta Kanacher

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