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So stemmen Sie Ihre Baufinanzierung als Selbstständiger

Farina Fontaine
geschrieben von Farina Fontaine

Mehr Eigenkapital, höhere Zinsen und ein größeres Risiko – als Selbstständiger haben Sie es etwas schwerer eine Baufinanzierung zu erhalten als ein Festangestellter. Mit einem soliden Jahreseinkommen und viel Eigenkapital können Sie sich aber auch als Selbstständiger den Traum vom eigenen Haus finanzieren.

Als Selbstständiger oder Freiberufler eine Baufinanzierung zu erhalten ist grundsätzlich kein Problem. Da Sie aber in der Regel nicht wie Angestellte über ein gleichbleibendes, festes Monatsgehalt verfügen, müssen Sie Ihre Bonität auf andere Weise nachweisen und gegebenenfalls länger nach der passenden Bank suchen.

Für Banken ist der Verwaltungsaufwand bei Selbstständigen höher als bei Festangestellten, weshalb es etwas schwieriger sein kann, eine finanzierende Bank zu finden. Bereiten Sie sich daher darauf vor, umfassende Auskünfte über Ihre Bilanzen geben zu müssen. Diese dienen als Sicherheit für die Bank.

Strengere Kriterien für eine Baufinanzierung als Selbstständiger

Um als Selbstständiger eine Baufinanzierung zu erhalten, sollten Sie einige Voraussetzungen erfüllen. So sollte die Selbstständigkeit seit mindestens drei Jahren bestehen und mit den Bilanzunterlagen dieses Zeitraums nachgewiesen werden können.

Je weniger Ihr Einkommen in den letzten Jahren geschwankt ist und je eher eine steigende Tendenz abzulesen ist, desto besser wirkt es sich auf Ihre Bonität aus. Unterliegt Ihr Einkommen starken Schwankungen und der Trend geht nach unten, kann es sein dass Sie entweder Probleme haben, überhaupt eine Baufinanzierung zu erhalten oder dass die Bank hohe Zinsen für das erhöhte Risiko aufschlägt.

Viel Eigenkapital erhöht Ihre Chancen auf ein Darlehen

Ein weiteres Thema ist das Eigenkapital. Je mehr Eigenkapital Sie der Bank präsentieren, desto höher sind die Chancen eine Finanzierung zu erhalten. Wenn Sie über 40 % der Finanzierungssumme schon verfügen, erhöht das Ihre Chancen, einen günstigen Kredit zu erhalten. Zudem fällt durch das hohe Eigenkapital die monatliche Belastung geringer aus, was sich ebenfalls positiv auswirkt.

Ein hohes Jahreseinkommen erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit eines Baufinanzierungskredits. Zwar gibt es keine Mindestgrenzen, die von Banken als Bedingung für eine Kreditzusage festgesetzt werden. Allerdings berechnen Banken für die Lebenshaltungskosten einer Einzelperson einen Mindestbetrag von 1.000 €, der zusätzlich zu den Finanzierungskosten monatlich vorhanden sein sollte. Unterhalb dieses Einkommens müssen Sie sich daher wenig Hoffnung auf einen Kredit machen und sollten vielleicht zunächst weiterhin zur Miete wohnen.

Lage und Zustand der Immobilie entscheiden mit über einen Kredit

Der Zustand einer Immobilie ist zusätzlich entscheidend, wenn es um die Vergabe einer Baufinanzierung geht. Die Immobilie dient als Sicherheit für die Bank, weshalb Kredite für fehlerfreie Objekte in einer 1A-Lage eher vergeben werden.

Selbst wenn Sie über ein solides und hohes Jahreseinkommen und viel Eigenkapital verfügen – als Selbstständiger müssen Sie grundsätzlich mit schlechteren Konditionen für Ihre Baufinanzierung rechnen als ein Angestellter. Das höhere Risiko der Finanzierung lassen sich Banken durch höhere Zinsen bezahlen, was einen Kredit für Sie teurer macht als wenn Sie festangestellt wären.

Ein zweiter Darlehensnehmer erhöht die Chancen auf eine Baufinanzierung

Zudem wollen Banken häufig noch einen zweiten Darlehensnehmer, damit das Risiko nicht nur bei einer Person liegt. Dieser zweite Darlehenspartner können der Lebenspartner oder ein Elternteil sein. Wenn Sie alleinstehend sind, könnte es also sein, dass Sie als Selbstständiger schlechtere Voraussetzungen haben eine Finanzierung zu halten als wenn Sie verheiratet sind.

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