Aktien & Börse

Die Dividenden-Strategie

experto.de
geschrieben von experto.de

Dividendenfonds kommen gewaltig in Mode, denn immer mehr Fondsgesellschaften entdecken die Dividende als Anlagekriterium bei der Auswahl der Wertpapiere für die Aktienfonds. Die Strategie ist denkbar einfach: Die Fondsmanager suchen die Aktien aus, die die höchste Dividendenrendite erwirtschaftet haben, und kaufen sie für ihre Fonds. Der Vorteil: Die Kennzahl lässt sich leicht ermitteln, indem man einfach die tatsächlich gezahlte Dividende durch den Aktienkurs teilt.

Hohe Dividende = wirtschaftlicher Erfolg?
Diese Vorgehensweise hat übrigens einen guten Grund: Denn eine hohe Dividendenrendite (mehr als 3 % gelten zurzeit als sehr gut) ist ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen wirtschaftlich gut dasteht. Und das wiederum stützt den Kurs der Aktie, denn Anleger investieren nun einmal gerne in wirtschaftlich gut aufgestellte Unternehmen.

Soll heißen: Steigt die Nachfrage nach Aktien mit hohen Dividenden, steigen auch ihre Kurse. Ein weiteres Argument der Befürworter der Dividendenstrategie: Firmen mit hoher Dividende überzeugen meist auch in anderen Bereichen mit ihren Zahlen und haben in der Regel einen überzeugenden Gewinn pro Aktie.

Vorsicht: Dividenden-Falle
Es gibt aber auch Kritiker. Ihr Argument gegen die Dividenden-Strategie: Die Dividende kann nur dann als Qualitätskriterium einer Aktie herangezogen werden, wenn die über die Dividende ausgeschütteten Gewinne auch wirklich erwirtschaftet worden sind.

Der Hintergrund: Dividendenzahlungen werden von Unternehmen manchmal auch bewusst als Beruhigungsmittel für Aktionäre eingesetzt und nicht aus Gewinnen, sondern auf Pump gezahlt. Ein Trick, um die Aktionäre bei Laune zu halten.

Ohne Kosten geht es nicht
Aber genau solche Aktien aus den Fonds fernzuhalten, ist die Aufgabe der Fondsmanager, die Ihnen in der Regel auch gelingt. Das können Sie allerdings auch erwarten, denn dafür zahlen Sie als Anleger ja den Ausgabeaufschlag von 1,5 bis 5 % und die jährliche Managementgebühr, die zwischen 0,5 und 1,5 % Ihres investierten Geldes liegt.

Trotzdem bleibt ein Haken, an dem Kritiker Ihr Nein zu den Dividendenfonds aufhängen: Vor allem Wachstumswerte aus dem Technologiesektor oder anderen Wachstumsbranchen zahlen nämlich oftmals keine Dividende – so hat Microsoft jahrelang seinen Aktionären keinen Cent gezahlt und die Gewinne lieber in den Unternehmenserfolg investiert.Solche Aktien gehen Ihnen also durch die Lappen, wenn Sie in Dividendenfonds investieren. Stattdessen sind die Fonds oft in Unternehmen aus altmodischen Branchen investiert – kein Wunder, stammen doch einige der Top-Dividendenzahler aus der Old Economy.

Die Dividende hilft vor allem in der Baisse
Gewinnausschüttungen sind vor allem in ruhigeren Börsenzeiten ein zuverlässiges Kriterium für eine gute Anlageentscheidung. Denn rasen die Kurse an den Börsen wie noch vor einigen Jahren innerhalb kürzester Zeit um 20 oder 30 % in die Höhe, können „magere“ Dividendenrenditen von 4 oder 5 % natürlich nicht mithalten.

Ist die Börse allerdings wie im Augenblick weniger euphorisch und bewegt sich der Aktienkurs manchmal über Wochen und Monate kaum oder gar nicht, ist eine sichere Rendite von 4 bis 5 % – so viel zahlen nämlich die Renditerenner – ein Entscheidungskriterium für eine Aktie.

Dazu kommt, dass eine solche Rendite auch dazu beitragen kann, einen Aktienfonds aufzufangen, dessen Wert auf dem Weg nach unten ist. Denn eine hohe Rendite kann die Kursverluste zumindest eine Zeit lang abfedern.

Über Ihren Experten

experto.de

experto.de

Leave a Comment