Verbrauchertipps

Was tun, wenn der Stromanbieter pleite geht?

Was tun, wenn der Stromanbieter pleite geht?
geschrieben von Gerd Bielenberg

Günstige Stromanbieter sind auf dem liberalisierten Markt durch die hohe Konkurrenz von Insolvenz bedroht. Wenn ein Stromanbieter insolvent wird, stellen Kunden sich oft die Frage, woher sie künftig den Strom erhalten. experto erklärt, wer im Insolvenzfall für die Stromgrundversorgung zuständig ist und ob Sie Ihr im Voraus gezahltes Geld für die jährliche Stromrechnung zurückerhalten.

Bei Konkurs Ihres Stromanbieters erstmal keine Sorge: Sie müssen im Insolvenzfall Ihres Energielieferanten nicht im Dunkeln sitzen oder auf die Heizung verzichten. Die Stromversorgung ist grundsätzlich durch das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) gesetzlich als Grundbedürfnis geregelt. Das bedeutet, auch wenn Ihr Stromanbieter insolvent ist, werden Sie weiterhin mit Strom versorgt.

Teurer Grundtarif vom Grundversorger
Bei Insolvenz des Stromanbieters entstehen für Sie keine Versorgungslücken. Sie erhalten weiterhin den Strom vom örtlichen Grundversorger, also den Stadtwerken oder einem großeen Strommonopolisten. Hierfür werden Sie schriftlich benachrichtigt.

Sie werden also nicht unwissend von einem neuen fremden Stromversorger beliefert. Der Tarif der Grundversorger ist verglichen mit den Dumping-Tarifen der Billigstromanbieter jedoch sehr teuer. Den Vertrag der Grundversorgung können Sie monatlich kündigen und zu einem günstigen Stromanbieter wechseln.

Keine Geld-zurück-Garantie bei Konkurs des Stromanbieters
Viele Billigstromanbieter bedingen, dass die Kunden ihren Strom im Voraus bezahlen. In den meisten Fällen gilt ein Vorkasse-Tarif, bei denen der Kunde den Strom für das ganze Jahr bezahlt.

Im Falle einer Insolvenz ist es sehr unwahrscheinlich, dass Kunden ihr Geld zurückerhalten. Schließlich muss der insolvente Stromanbieter erst die Gläubiger auszahlen. Da das Haftungskapital einer insolventen Firma nicht sehr hoch ist, erhält der Kunde sein Geld mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zurück.

Dennoch ist es empfehlenswert, den Anspruch auf das Geld zu erheben. Rechtsbeistand oder Stromberater bieten Ihnen hierfür die nötige Unterstützung. Eine andere Möglichkeit besteht, wenn der insolvente Stromanbieter verkauft wird. Dann übernimmt der Käufer die Verantwortung und die von Ihnen geleistete Vorauszahlung behält ihre Gültigkeit.

experto meint: Im Falle einer Insolvenz Ihres Stromanbieters brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen: Die Grundstromversorgung wird weiterhin geleistet. Da die Grundversorgung Sie viel kosten wird, empfiehlt experto, sich schnellstmöglich nach einem anderen günstigeren Anbieter umzusehen. Bevor Sie die Grundversorgung kündigen, sollten Sie sich bereits für einen neuen Stromanbieter entschieden haben. Achten Sie darauf, dass Sie bei dem neuen Stromanbieter nicht in Vorkasse treten müssen.

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Gerd Bielenberg

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