Kreditkarten: Schützen Sie sich vor Überschuldung

Kreditkarten: Schützen Sie sich vor Überschuldung

Menschen, die mit „Plastikgeld“ Einkäufe tätigen, geben mehr Geld aus, als wenn sie mit physischem Geld bezahlen würden. Oft laufen hier die Menschen in die Schuldenfalle. Wie Sie sich davor schützen und Ihren Mitmenschen helfen können, verantwortungsvoll mit der Kreditkarte umzugehen, das lesen Sie hier.

Psychologischer Hintergrund des bargeldlosen Zahlungsverkehrs

Die Kredit- oder Geldkarte gehört heute in unserer modernen Industriegesellschaft zum Alltag. Vieles wird beim bargeldlosen Zahlungsverkehr für alle Beteiligten einfacher. Das "Plastikgeld" hat es aber in sich. Der bargeldlose Zahlungsverkehr hat einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Hintergrund.

Die Statistiken weisen aus, dass in Deutschland ca. 3,1 Millionen Haushalte verschuldet sind. Es sollen ca. eine halbe Million weiterer Haushalte vor der Überschuldung stehen.

Experten machen den Umgang mit der Kreditkarte dafür verantwortlich. Das rührt daher, dass viele Konsumenten ihr Kreditkarten-Limit zum zusätzlichen Einkommen gemacht haben oder machen. Dabei wird nicht darüber nachgedacht, dass die Überziehung geborgtes Geld ist, das zurückgezahlt werden muss.

Wenn das Limit erschöpft ist, beginnen die wirtschaftlichen Sorgen und oft endet es in einem Chaos.

Menschen, die mit Kreditkarte zahlen, geben in Supermärkten rund 30% mehr Geld aus als Menschen, die Bargeld verwenden – so die offiziellen Statistiken.  Ein renommiertes amerikanisches Fastfood-Unternehmen will herausgefunden haben, dass beim bargeldlosen Zahlungsverkehr bis zu 80% mehr Geld ausgegeben wird. Weitere Studien, die weltweit erhoben wurden, sollen zu ähnlichen Resultaten gelangt sein.

Warum wird mit Kreditkarten mehr Geld ausgegeben?

Beim bargeldlosen Bezahlen ist die Ausgabenfreude höher, als wenn mit physischem Geld bezahlt wird, der Verbraucher verliert den Überblick über die Finanzlage. Beim bargeldlosen Bezahlen werden Sonderangebote eher wahrgenommen. Die Praxis zeigt, dass in diesen Fällen mehr Geld ausgegeben wird, als geplant. Einkommen und Ausgaben werden nicht im richtigen Verhältnis wahrgenommen.

Wie kann ich den Überblick über meine finanzielle Situation behalten?

Wenn Sie zu den Leuten gehören, die nicht verantwortungsvoll mit einer Kreditkarte umgehen können, sollten Sie sich mit Selbstdisziplin helfen. Hier ein paar Tipps:

  • Lassen Sie Ihre Kreditkarte an normalen Einkaufstagen zu Hause. Heben Sie das Geld vom Automaten ab. Wenn Sie die Kontoauszüge mitnehmen, sehen Sie ganz konkret ihre Finanzen.
  • Heften Sie sich an ihre Pinnwand ein gelbes (gelb ist eine anregende Farbe) Blatt Papier, auf dem Sie ihre Ein- oder Ausgaben notieren. So haben Sie immer eine Übersicht über ihre Finanzen vor Auge.
  • Reduzieren Sie Spontankäufe drastisch. Wenn Sie Ihre Kreditkarte nicht immer mit sich tragen, werden Sie auch ggf. nicht das nötige Bargeld in der Tasche haben. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, eine Nacht über die Sache zu schlafen und zu entscheiden, ob Sie den Artikel wirklich benötigen.
  • Führen Sie genau "Buch" über ihre Kreditkarte und schreiben auf, wann Sie wie viel ausgegeben haben.
Veröffentlicht am 20. Dezember 2011
Diesen Artikel teilen