Unfallversicherung: Wegeunfall auch bei indirektem Weg nach Hause

Arbeitnehmer genießen nicht nur auf dem direkten Weg zwischen Arbeitsplatz und Wohnung Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Ein Wegeunfall kann auch dann vorliegen, wenn ihr Ziel ein anderer Ort ist, an dem sie sich mindestens zwei Stunden aufhalten wollen. Zu diesem Urteil kam das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen.

Geklagt hatte ein Arbeitnehmer, der auf dem Heimweg von seinem Arbeitsplatz einen Defekt an seinem Motorrad feststellte. Nachdem er zu seiner Arbeitsstätte zurückgekehrt war, die jedoch schon geschlossen hatte, telefonierte er mit einer Fachwerkstatt, die ihm eine Reparatur noch für den gleichen Tag zusicherte. Daraufhin machte sich der Mann auf den Weg zu dieser Werkstatt. Während seiner Fahrt dorthin verunglückte er und zog sich erhebliche Verletzungen zu. 

Laut Gericht besteht Versicherungsschutz nicht nur für den unmittelbaren Weg zwischen Arbeitsstätte und Wohnung, sondern auch für den Weg zu anderen Zielen, an denen sich der Versicherte länger als zwei Stunden aufhalten will. Da die Reparatur des Motorrads deutlich über zwei Stunden gedauert hätte, muss dieser Unfall als entschädigunspflichtiger Arbeitsunfall im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung behandelt werden. Allerdings hätte der Kläger bei Fortsetzung des Weges zu seiner Wohnung nach der Reparatur keinen Versicherungsschutz mehr gehabt.
 

Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 30.01.02; Az.: L 17 U 161/00
Quelle: PM Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen

Veröffentlicht am 11. Juli 2008