Kinderinvalidität: Wie Sie Ihren Nachwuchs absichern sollten

Was ist eigentlich, wenn Ihr Kind durch einen Unfall oder eine Krankheit lebenslang krank wird, hilfsbedürftig bleibt und Kinderinvalidität festgestellt werden muss? Ein behindertes Kind ist lebenslang auf finanzielle Unterstützung angewiesen, denn die staatlichen Leistungen sind dürftig. Hilfe können Versicherungen gegen Kinderinvalidität bieten.

Kinderinvalidität: Die richtige Versicherung
Die Versicherung gegen Kinderinvalidität gibt es in verschiedenen Varianten. Manche Policen zahlen eine einmalige Summe X im Falle der Invalidität. Andere Versicherer zahlen bei Kinderinvalidität eine monatliche Rente.

Und wieder andere Versicherer kombinieren beides und leisten neben der Einmalzahlung eine monatliche Rente. Im Idealfall kombinieren Sie beide Modelle – Rentenzahlung und Einmalleistung bei Kinderinvalidität –, da  Sie zum einen lebenslang fnanzielle Sicherheit für den Nachwuchs haben, zum anderen aber auch bei Eintritt der Kinderinvalidität notwendige Anschaffungen tätigen können.

Welchen Schutz wählen?
Der Vorteil der Einmalzahlung: Der Versicherer kann die einmal gezahlte Kapitalsumme nicht zurückfordern, wenn Invalidität festgestellt, später der Status der schweren Behinderung aber korrigiert werden sollte. Das kann z.B. bei Kindern der Fall sein, deren Diabetis durch Insulin eingestellt wird. Die Rente würde dann gestoppt werden, die Einmalzahlung behalten Sie. Wenn Sie sich für die Kapitalzahlung als Variante entscheiden, sollte die jedoch so hoch sein, dass daraus ggf. eine lebenslange Rente finanziert werden kann.

Wann zahlt die Versicherung?
In der Regel sehen die Bedingungen der Kinderinvaliditätsversicherung vor, dass die vereinbarte Leistung ab einem Grad der Behinderung von 50 gezahlt wird. Eine höhere Hürde sollten Sie nicht akzeptieren: So wird der Schutz der Versicherung erheblich geschmälert, wenn die Gewährung der Leistungen aus der Kinderinvaliditätsversicherung an das Vorliegen der Pflegestufe III gekoppelt ist. Problematisch können auch Leistungsausschlüsse werden.

Zwar dürfen Versicherer bei einer Kinderinvaliditätsversicherung die Leistungen bei angeborenen Krankheiten nicht mehr ganz ausschließen, aber auch andere Krankheiten wie Neurosen, Psychosen oder Verhaltensstörungen werden vom Schutz oft nicht mitumfasst. Vorsicht bei Vertragsabschluss: Besonders sinnvoll sind Policen, wenn möglichst wenige Krankheiten ausgeschlossen sind.

Früh und ausreichend absichern!
Viele Anbieter bieten die Möglichkeit auch schon Kinder zu versichern, die erst wenige Monate oder sogar Wochen alt sind. Das ist sinnvoll, denn je jünger das Kind ist, umso weniger besteht das Risiko einer Vorerkrankung, die beim Abschluss der Versicherung angegeben werden müsste.

Bei der Rentenvariante sollten 750 bis 1.000 € monatliche Rente gewählt werden, die möglichst im Ernstfall an die Inflation angepasst wird. Die Einmalzahlung sollte so bemessen sein, dass sie über einen Zeitraum von bis zu 50 Jahren eine entsprechende Rente ermöglicht.

Alternativen?
Eine Möglichkeit ist eine Unfallrentenversicherung, wenn eine Kinderinvaliditätsversicherung nicht bezahlbar ist oder nicht abgeschlossen werden kann. Der Schutz durch eine Unfallversicherung ist zwar weniger umfangreich, sichert aber wenigstens das Risiko ab, dass das Kind nach einem Unfall dauerhaft Unterstützung braucht. Die Unfallrentenversicherungen zahlen im Ernstfall ab einer unfallbedingten Invalidität von 50 % und mehr eine monatliche Rente – lebenslang. Ob die 50 % erreicht sind, richtet sich nach der sogenannten Gliedertaxe.

Sie beschreibt, wie hoch der Grad der Invalidität bei bestimmten Unfallfolgen ist. Der Verlust eines Fingers z.B. führt in der Regel zu einer Invalidität von 5 %, der Verlust eines ganzen Armes ist gleichbedeutend mit 70 % Invalidität. Ein Finger würde danach also mit 5 % noch keinen Schutz der Unfallrentenversicherung auslösen, bei einem verlorenen Arm hingegen müsste sie zahlen.

Das Kleingedruckte ist entscheidend
Entscheidend beim Abschluss eines Vertrages sind die Versicherungsbedingungen und dort vor allem die Gliedertaxe. Nach den Musterbedingungen für die private Unfallversicherung bedeutet beispielsweise der Verlust des Beins bis zur Mitte des Unterschenkels eine Invalidität von 45 %. Andere Versicherer bewerten diese Verletzung jedoch mit 50 % und damit für die Unfallrentenversicherung mit den entscheidenden 5 % mehr, die über die Zahlung der Rente entscheiden. Lassen Sie die Bedingungen in Ihrem Vertrag immer von einem Versicherungsexperten kontrollieren.

Problemfall Vorerkrankungen
Vorerkrankungen spielen beim Schutz durch eine Unfallversicherung oder eine Unfallrentenversicherung eine entscheidende Rolle. Denn wenn z.B. ein Versicherter bei einem Unfall einen Arm verliert, der vorher schon durch eine Krankheit beeinträchtigt war, dann reduzieren die Unfallversicherungen in der Regel den Invaliditätstgrad.

Und auch hier gilt: Aus 60 oder 70 % kann schnell eine Invalidität werden, die unter 50 % liegt. Und damit wäre die Rente verloren! Studieren Sie also die Versicherungsbedingungen genau und lassen Sie sich beraten.

Veröffentlicht am 8. Oktober 2008