Versicherung

Wann lohnt sich eine Restschuldversicherung?

Wann lohnt sich eine Restschuldversicherung?
geschrieben von Michael Konetzny

Lohnt es sich, ein Immobiliendarlehen mit einer Restschuldversicherung abzusichern? Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. In einem Test der Stiftung Warentest wird aber aufgezeigt, welche Restschuldversicherungen besonders gut abschneiden und welche man sich lieber sparen sollte.

Zu fast jedem Angebot für ein Immobiliendarlehen gehört heute eine Restschuldversicherung. Doch sollte man eine solche Versicherung überhaupt abschließen?

Die Restschuldversicherung zur Absicherung eines Immobiliendarlehens

Mit einer Restschuldversicherung können Sie Ihr Immobiliendarlehen absichern. Dabei ist die Restschuldversicherung quasi eine besondere Art der Risikolebensversicherung. Das Besondere an ihr: Die Versicherungssumme ist nicht konstant, sondern sinkt zusammen mit Ihrem Darlehen.

Zunächst wurde mit der Restschuldversicherung ausschließlich der Tod
des Kreditnehmers abgesichert. Heute wurden die Szenarien, bei
denen die Restschuldversicherung einspringt und die Raten des Darlehens übernimmt, deutlich ausgeweitet. So können sich Kreditnehmer heute auch gegen Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit oder Invalidität absichern.

Prämienhöhe der Restschuldversicherung

Wie teuer die Restschuldversicherung ist, hängt natürlich auch von
der Art des abzusichernden Risikos ab. Da das Risiko der
Arbeitslosigkeit größer ist als das Todesfallrisiko, sind in diesen
Fällen die Kosten für die Restschuldversicherung auch sehr viel höher.

Grundsätzlich ist die Restschuldversicherung eine gute Idee.
Allerdings führt sie bei der Umsetzung häufig zu Nachteilen für den
Kunden. Das ist jedenfalls das Ergebnis der Stiftung Warentest, die in
einem Test Restschuldversicherungen ausgiebig geprüft hat (Zeitschrift
Finanztest, Ausgabe April 2012).

Wann lohnen sich Restschuldversicherungen?

Die Stiftung Warentest hat 42 Restschuldversicherungen von 22 Anbietern unter die Lupe genommen. Gesucht wurde eine Versicherung für einen 35jährigen Arbeitnehmer, der ein Immobiliendarlehen über 100.000 Euro mit einer Laufzeit von 20 Jahren absichern wollte. Bei diesem Beispielfall wurden der Stiftung Warentest Restschuldversicherungen mit einer Prämienhöhe zwischen 800 und 1.700 Euro angeboten.

Nach der Analyse der Angebote kamen die Tester zu dem Schluss, dass Restschuldversicherungen zur Absicherung des Todesfalls durchaus sinnvoll sind. Eine Absicherung gegen Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit wird demgegenüber nicht empfohlen.

Meine Empfehlung: Wenn Sie bereits über eine Lebensversicherung und/oder eine Unfallversicherung verfügen, können Sie ggf. auf den Abschluss einer Restschuldversicherung verzichten. Besteht demgegenüber kein derartiger Versicherungsschutz oder haben Sie Familie bzw. anderweitige Zahlungsverpflichtungen, kann der Abschluss einer Restschuldversicherung durchaus sinnvoll sein.

Empfehlungen zur Restschuldversicherung

Die Tester empfehlen, bei einer Restschuldversicherung darauf zu achten, dass diese im Todesfall die komplette Restschuld übernimmt. Bei einer geringeren Leistung sind die Prämien zwar niedriger, dafür fehlt aber im schlimmsten Fall das dringend benötigte Geld.

Bedenken Sie: Natürlich hofft jeder, der eine Restschuldversicherung abschließt, dass der Versicherungsfall nicht eintritt. In diesem glücklichen Fall wären dann aber auch die gesamten Prämienzahlungen "umsonst" gewesen. Bedenken Sie dies beim Abschluss einer Restschuldversicherung.

Ergebnisse des Tests über Restschuldversicherungen

Die detaillierten Ergebnisse des Tests über Restschuldversicherungen finden Sie in der April-Ausgabe 2012 der Zeitschrift Finanztest.

Über Ihren Experten

Michael Konetzny

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