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Risikolebensversicherung: So bestimmen Sie die optimale Versicherungssumme

Risikolebensversicherung: So bestimmen Sie die optimale Versicherungssumme
geschrieben von Karina Hauser

Eine Risikolebensversicherung stellt die günstigste Möglichkeit dar, Hinterbliebene im Falle eines frühen Todes vor finanziellen Problemen zu bewahren. Für wen die Police sinnvoll ist und wie Sie die optimale Versicherungssumme berechnen, erfahren Sie im Folgenden.

Bei einer Risikolebensversicherung handelt es sich um eine reine Hinterbliebenenabsicherung, die dem Hinterbliebenenschutz dient. Im Falle des Todes der versicherten Person zahlt das Versicherungsunternehmen einen vertraglich festgeschriebenen Betrag – die Versicherungssumme – an die im Vertrag begünstigten Personen.

Meist handelt es sich dabei um die Familie des Versicherungsnehmers. Als Begünstigte einer Risikolebensversicherung können aber z.B. auch Geschäftspartner auftreten. Sollte der Versicherungsfall bis zum Ablauf der Versicherungslaufzeit nicht eintreten, erfolgt keine Auszahlung der Versicherungssumme.

Für wen ist das Versicherungsmodell sinnvoll?

Eine Risikolebensversicherung bietet sich dann an, wenn Sie Risiken eingehen, deren Konsequenzen neben Ihnen weitere Beteiligte einschließen. Diese können privater oder geschäftlicher Natur sein. Interessant ist eine Risikolebensversicherung daher für Familien mit Kindern, Kreditnehmer, Hausbauer, Geschäftspartner und Selbstständige

  • Familien mit Kindern: Der Tod des Haupternährers führt oft zu finanziellen Problemen der zurückbleibenden Familie. Ist das Gesamteinkommen einer Familie maßgeblich auf einen der Lebenspartner zurückzuführen, bietet sich eine Risikolebensversicherung an.
  • Kreditnehmer: Stirbt ein Kreditnehmer, fallen die Schulden den Hinterbliebenen zur Last. Um diese vor finanziellen Schwierigkeiten zu bewahren, bietet sich eine Risikolebensversicherung in Höhe der entsprechenden Kreditsumme an. So kann der Kredit von der Versicherungssumme abgelöst werden, ohne dass Hinterbliebene dafür aufkommen müssen.
  • Geschäftspartner und Selbstständige: Zusätzliche Sicherheit kann einer Risikolebensversicherung auch Unternehmern bieten. Im Falle einer Existenzgründung, Teilhaberschaft oder Selbstständigkeit dient die Versicherungssumme der Überbrückung finanzieller Ausfälle. Geschäftspartner können sich so gegenseitig vor den wirtschaftlichen Folgen des frühen Todes eines Partners absichern.
  • Hausbauer: Wer ein Haus baut, nimmt in der Regel hohe Kredite auf. Hier bietet sich eine Risikolebensversicherung an, um im Falle eines vorzeitigen Todes sowohl die Bank als auch die Hinterbliebenen gegen eine plötzliche Zahlungsunfähigkeit abzusichern. Die Versicherungssumme sollte so gewählt werden, dass der Kredit voll abgelöst werden kann und Angehörige gegen eine mögliche Zwangsversteigerung des über die Bank finanzierten Hauses abgesichert sind.

Die optimale Versicherungssumme

Tritt der Todesfall des Versicherungsnehmers ein, ist die Höhe der Versicherungssumme ausschlaggebend dafür, wie gut die Hinterbliebenen abgesichert sind. Um die optimale Versicherungssumme für eine Risikolebensversicherung zu ermitteln, sollten Versicherungsnehmer 3 wesentliche Punkte berücksichtigen:

  • Die individuelle Lebenssituation (z. B. Kinder)
  • Eventuell bestehende Verbindlichkeiten (Schulden, Kredite etc.)
  • Laufende Kosten (Miete, Auto, Versicherungen etc.)

Bei diesen Überlegungen ist es auch sinnvoll sich um die geplante Laufzeit des Vertrages Gedanken zu machen. Die richtige Versicherungssumme bringt nicht viel, wenn der Versicherungsschutz zu früh endet, denn dann stehen die Hinterbliebenen ganz ohne Absicherung da.

Als Orientierungshilfe sollten Interessierte von einer Versicherungssumme ausgehen, die mindestens das Drei- bis Fünffache des Brutto-Jahresgehalts beträgt, zuzüglich eventueller Verbindlichkeiten. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, erhöhen Sie die ermittelte Summe um einen zusätzlichen Sicherheitspuffer. Im Unternehmensumfeld berechnet sich die Versicherungssumme aus den Verbindlichkeiten der Firma sowie zuzüglichen Aufwendungen für eine Re-Strukturierung des Unternehmens oder die Geschäftspartnersuche.

  • Berechnung der Versicherungssumme für kinderlose Paare: Gehen Sie vom Dreifachen des gemeinsamen Bruttojahresgehalts aus und addieren sie eventuelle Verbindlichkeiten wie Immobilien- oder Autokredite. Gemeinsame Spareinlagen ziehen Sie von der Gesamtsumme ab. (Bruttojahresgehalt x 3 + evtl. Verbindlichkeiten – Spareinlagen = Versicherungssumme)
  • Berechnung der Versicherungssumme für junge Familien mit Kindern: Gehen Sie vom fünffachen Bruttojahresgehalt aus und addieren Sie alle Verbindlichkeiten wie Kredite und Schulden. Ziehen Sie eventuelle Spareinlagen von der Gesamtsumme ab. (Bruttojahresgehalt x 5 + evtl. Verbindlichkeiten – Spareinlagen = Versicherungssumme)
  • Berechnung der Versicherungssumme für Geschäftspartner: Ermitteln Sie die Gesamtsumme aller Verbindlichkeiten (z. B. Darlehen) der Firma und addieren Sie die geschätzten Kosten für eine schnelle Aufgabenübernahme durch externe Mitarbeiter und/oder die Kosten für einen Personaldienstleiter. (Verbindlichkeiten der Firma + Kosten für externe Mitarbeiten/Personaldienstleister = Versicherungssumme)

Welche Zusatzoptionen sind sinnvoll?

Da sich die Lebensumstände im Laufe der Zeit ändern, bieten viele Versicherungen Zusatzoptionen an, mit denen sich der Versicherungsschutz zur Risikolebensversicherung anpassen lässt. Wenn zum Beispiel das Einkommen steigt oder sich verringert, ein Berufswechsel stattfindet, sich die Familie erweitert oder die Kinder alt genug sind, um auf eigenen Beinen zu stehen, kommt eine solche Anpassung infrage.

Eine Reduzierung der Versicherungssumme ist jederzeit problemlos möglich. Zur Erhöhung eignet sich beispielsweise eine dynamische Anpassung der Versicherungsbeiträge oder die Inanspruchnahme von Nachversicherungsoptionen. Ohne diese Optionen ist eine Erhöhung der Versicherungssumme jedoch von einer erneuten Gesundheitsprüfung abhängig.

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