Private Rentenversicherung: Alternative zur Lebensversicherung?

Eine private Rentenversicherung bietet steuerliche Vorteile in der Auszahlungsphase

Eine private Rentenversicherung kann eine Alternative zu einer Lebensversicherung sein, da sie steuerliche Vorteile bei der Auszahlung mit sich bringt. Lesen Sie mehr zu diesem Thema in diesem Artikel!

Eine Lebensversicherung ist eine der klassischen Methoden, um neben der gesetzlichen Rente auch noch auf eigene Faust für den Ruhestand vorzusorgen. Eine Lebensversicherung bietet dabei die Besonderheit, dass im Todesfall der Person das Geld an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird, die auf diese Weise abgesichert werden können.

Bis vor einigen Jahren waren Lebensversicherungen gute Geldanlagen mit hohen Renditen, die deutlich über der Inflationsrate lagen und das selbst noch nach Abzug der hohen Kosten. Auch Kunden, die noch alte Lebensversicherungsverträge haben, können auch immer noch mit 4 % Zinsen rechnen. Wer allerdings heutzutage eine Lebensversicherung abschließt, wird dies wohl kaum erwirtschaften.

Sinkender Garantiezins auf Lebensversicherungen macht dieses Produkt unattraktiv

2015 sinkt der Garantiezins auf Lebensversicherungen von 1,75 % auf 1,25 % und es ist zu befürchten, dass sich die Rendite bald nur noch auf gleicher Höhe mit der Inflation befinden wird. Der Grund, warum es mit den Renditen für Lebensversicherungen so schlecht bestellt ist, ist die Investition der Versicherungsgesellschaften der Versicherungsgelder in festverzinsliche Wertpapiere.

Deutsche Staatsanleihen bieten allerdings kaum noch Renditen, aktuell liegen sie bei einer Laufzeit von 10 Jahren gerade einmal bei 1,2 %. Aufgrund der hohen Sicherheit, die aber mit ihnen verbunden ist, halten die Versicherungsgesellschaften daran fest. 

Eine private Rentenversicherung als Alternative zur Lebensversicherung

Alternativen zu einer Lebensversicherung gibt es einige. Eine Möglichkeit ist eine private Rentenversicherung, die neben einer Lebensversicherung das wohl am häufigsten abgeschlossene Produkt zur Altersvorsorge in Deutschland ist.

Eine private Rentenversicherung bietet zwar im Gegensatz zur Riester-Rente keine staatlichen Zulagen oder Steuererleichterungen während der Ansparphase. Auch sind die Renditen ähnlich unattraktiv wie bei Lebensversicherungen. In der Auszahlphase ist die private Rentenversicherung dennoch attraktiv. 

Steuerliche Vorteile in der Auszahlungsphase

So müssen nur 18 % der lebenslangen Rente mit dem persönlichen Grenzsteuersatz versteuert werden, wenn die Auszahlung mit dem 65. Lebensjahr begonnen wird. Wird der Bezugszeitpunkt nach hinten verschoben, sinkt der Ertragsanteil sogar.

Konkret bedeutet das: Von 1.000 Euro monatlicher Rente müssen nur 180 Euro versteuert werden. Liegt der persönliche Steuersatz bei 25 %, so sind dies 45 Euro. Die Steuerzahlung auf die Erträge aus der privaten Rentenversicherung liegt also faktisch nur bei 4,5 %. 

Der Unterschied zwischen der aufgeschobenen Rente und der Sofortrente

Bevor Verbraucher eine private Rentenversicherung abschließen, sollten sie sich ausführlich und unabhängig beraten lassen. Bei diesem komplexen Produkt gibt es verschiedene Varianten, sowohl in der Anspar- als auch in der Auszahlphase.

So gibt es die Möglichkeit der aufgeschobenen Rente, bei der der Kunde lange Zeit einen gleichbleibenden oder nur leicht ansteigenden Geldbetrag einzahlt und aus diesem Kapital seine lebenslange Rente bezieht. Andererseits gibt es ebenfalls die Möglichkeit eine Sofortrente abzuschließen, bei der der Kunde einen hohen Betrag auf einen Schlag bezahlt, aus dem er dann die monatliche Rente bezieht.

Die Rente, die bei beiden Varianten bezogen wird, setzt sich dabei aus einer garantierten Mindestrente und einem variablen Überschuss zusammen. Dieser variable Überschuss kann bei schlechten Bedingungen am Kapitalmarkt gekürzt werden. Es ist daher wichtig auf die garantierte Mindestrente zu achten – nur sie sagt wirklich und verbindlich aus, womit im Alter gerechnet werden kann.

Mehr zur privaten Rentenversicherung lesen Sie hier!

Veröffentlicht am 30. November 2014