Warum eine Auslandskrankenversicherung mit ins Reisegepäck gehört

Warum eine Auslandskrankenversicherung mit ins Reisegepäck gehört

Die Europäische Versichertenkarte Ihrer Krankenversicherung bietet Ihnen bei Krankheit oder Unfall in Ländern der EU zwar umfassenden Schutz, im restlichen Ausland müssen Sie für die Behandlungskosten jedoch selbst aufkommen. Und das kann, je nach Land, sehr teuer werden. Lesen Sie hier, warum eine Auslandskrankenversicherung unbedingt ins Reisegepäck gehört.

"Im Urlaub werde ich schon nicht krank" sagen Sie und steigen ohne Auslandskrankenversicherung ins Flugzeug nach Amerika. Wenn Sie sich dort aber das Bein brechen, den Knöchel verstauchen oder sich einer Blinddarmoperation unterziehen müssen, kann das in die Tausenden gehen. Die Kosten müssen Sie vor Ort bezahlen – Ihre deutsche Krankenversicherung kommt dafür nicht auf. Die europäische Versichertenkarte gilt nur für Länder innerhalb der EU.

Wenn Sie in Länder außerhalb der EU reisen, ist eine Auslandskrankenversicherung deshalb ein absolutes Muss, die mit in den Koffer gehört. Die Versicherung gibt es als Einzel- und Familienpolice und für Vielreisende als ganzjährige Versicherung, die mehrmals jährlich und je nach Anbieter sechs Wochen bis drei Monate am Stück Versicherungsschutz bietet.

Einen Vergleich der verschiedenen Anbieter und Leistungen einer Auslandskrankenversicherung finden Sie bei Stiftung Warentest sowie bei diversen unabhängigen Online-Portalen, wie beispielsweise auslandskrankenversicherung.eu.

Die Leistungen der Europäischen Krankenversicherungskarte

Die Europäische Krankenversicherungskarte befindet sich auf der Rückseite Ihrer gesetzlichen Versichertenkarte – Sie müssen sie also nicht extra beantragen. Die Karte bietet Ihnen in allen Ländern der EU sowie einigen Nicht-EU-Ländern (Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Island) Krankenschutz. Allerdings nur für Behandlungen im öffentlichen System – Privatbehandlungen müssen, wie in Deutschland auch, privat bezahlt werden.

Die Kosten für die Behandlung durch den Arzt oder das Krankenhaus werden von diesen direkt mit Ihrer Krankenkasse in Deutschland abgerechnet. Beachten Sie jedoch, dass die Europäische Krankenversicherung die Behandlungskosten nur dann übernimmt, wenn es sich um einen Notfall (z. B. Bruch, Virusinfektion, Blinddarmentzündung etc.) handelt. Leider hat sich die Europäische Krankenversicherungskarte noch nicht überall durchgesetzt und oft werden Reisende nur gegen Vorkasse behandelt.

In Deutschland werden diese Kosten zwar von der Krankenkasse zurückerstattet, jedoch nur in Höhe der hier geltenden Regelsätze. Die Differenz zahlt der Versicherte. 

Welchen Schutz bietet eine private Auslandskrankenversicherung?

Wenn Sie in Ländern außerhalb der EU (z. B. Amerika, Afrika, Australien, Asien) Urlaub machen und dort erkranken oder einen Unfall haben, müssen Sie ohne Auslandskrankenversicherung für die gesamte Behandlung selbst aufkommen. Insbesondere in den USA, wo ein Tag im Krankenhaus durchschnittlich 5.000 Dollar kostet, kann das sehr teuer werden.

Ist eine Blinddarmoperation erforderlich, sind Sie schnell 40.000 Dollar los. Ein komplizierter Beinbruch kostet um die 100.000 Dollar. Können Sie das so ohne Weiteres aus der Urlaubskasse finanzieren? Mit einer Auslandskrankenversicherung sind Sie gegen solchen Eventualitäten abgesichert. Im Notfall können Sie sich 24 Stunden am Tag an die Notrufzentrale Ihrer Versicherung wenden.

Viele Versicherer haben Ansprechpartner, die zum Teil mehrere Sprachen sprechen, direkt vor Ort. Die Auslandskrankenversicherung kommt auch für einen Krankenrücktransport nach Deutschland auf, der von den gesetzlichen Krankenversicherungen grundsätzlich nicht bezahlt wird. Übrigens, innerhalb der EU wird auch die Differenz zwischen den Regelsätzen zurückerstattet.

Lesen Sie dazu auch meine beiden Artikel Auslandskrankenversicherung für Singles und Familien und Welche Reiseversicherung ist wirklich sinnvoll?

Veröffentlicht am 1. Februar 2012
Autor
Cornelia Lohs