Vorerkrankungen: Formular kontrollieren

Vorerkrankungen dürfen beim Abschließen einer Versicherung nicht verschwiegen werden – auch nicht vom Versicherungsvertreter. Was er in das Formular einträgt, muss der Kunde kontrollieren, so ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Nürnberg.

Vorerkrankungen dürfen nicht verschwiegen werden
Vorerkrankungen und Vorbehandlungen beim Abschluss einer Versicherung zu verschweigen gefährdet den Versicherungsschutz. Ein Problem gibt es dann, wenn der Kunde die Vorerkrankungen zwar nennt, der Versicherungsvertreter die Angaben aber nicht auf das Antragsformular übernimmt, weil er befürchtet, dass der Versicherungsvertrag nicht zustande kommt – und er auf seine Provision verzichten muss!

Übertragung der Vorerkrankungen in das Formular ist Sache des Kunden
Mit solch einem Fall hatte sich das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg zu befassen. Die Richter entschieden, dass sich die Versicherung das arglistige Verhalten des Versicherungsvertreters nicht zurechnen lassen muss (OLG Nürnberg, Az. 8 U 109/09).

Das heißt für den Kunden: Sie müssen selbst dafür sorgen, dass die Angaben zu Vorerkrankungen in den Versicherungsvertrag übernommen werden. Nennen Sie also im Gespräch mit dem Versicherungsvertreter Vorbehandlungen und Vorerkrankungen und kontrollieren Sie das Formular darauf, ob Ihre Angaben auch vollständig übernommen wurden!

Veröffentlicht am 4. Januar 2010