Private Krankenversicherung zahlt neue Behandlungsmethode

Wahrscheinlich hatte der Mann aus Rheinland-Pfalz ohnehin schon Angst vor dem Zahnarzt. Das Verhalten seiner privaten Krankenversicherung wird ihm jetzt sogar noch mehr Angst eingejagt haben. Und dabei war die Behandlung längst vorbei. Der Zahnarzt hatte bei seinem Patienten nämlich auf eine neuartige Behandlungsmethode gesetzt und diese natürlich auch entsprechend abgerechnet. Als der Privatpatient die Rechnung an seine Krankenversicherung weitergab, lehnte diese aber die Übernahme der Behandlungskosten ab.

Der Grund: Die zahnärztliche Leistung sei neu und erst nach Erlass der Gebührenordnung für Zahnärzte entwickelt worden. Und weil die Leistung nicht in der Gebührenordnung stehe, müsse sie die Kosten der Leistung auch nicht übernehmen, argumentierte die private Krankenversicherung.
 
Das klang logisch – nur nicht für die Richter am Koblenzer Landgericht. Die entschieden nun, dass die private Krankenversicherung sehr wohl die Kosten der Leistung zu übernehmen und ihrem Versicherten den Rechnungsbetrag zu erstatten habe. Das Gericht hatte eigens einen Sachverständigen bemüht, der zu dem Ergebnis kam, dass die Behandlungsmethode zwar neu sei, sich aber durchaus bereits als Erfolg versprechend erwiesen habe.
 
Nach Ansicht der Richter war die Behandlungsmethode deswegen eine nach den Regeln der ärztlichen Kunst medizinisch notwendige Versorgung und deswegen von der privaten Krankenversicherung auch zu bezahlen (Landgericht Koblenz, Az.: 14 S 388/03).
Veröffentlicht am 6. September 2006