Krankenversicherung

Private Krankenversicherung: Welche Tarife lohnen sich für Angestellte?

Private Krankenversicherung: Welche Tarife lohnen sich für Angestellte?
geschrieben von Stephan Frey

Die private Krankenversicherung (PKV) bietet für Angestellte dann eine gute Alternative, wenn die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten wird und gleichzeitig der Arbeitgeber seinen gesetzlichen verpflichtenden Beitrag zur PKV im Sinne der Gesetzgebung leistet. Welche der zahlreichen Anbieter sollten Angestellte wählen?

Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung – Beitrag reduzieren

Arbeitnehmer, die die Beitragsbemessungsgrenze im Jahr 2013 in Höhe von 5.800 EUR für die alten Bundesländer und 4.100 EUR für die neuen Bundesländer erreichen, können in die private Krankenversicherung wechseln. Angestellte, die über diese Summe verdienen, erhalten nach den Regelungen des Sozialgesetzbuches V einen staatlich garantierten Arbeitgeberzuschuss.

Der Arbeitgeberzuschuss berechnet sich für die private Krankenversicherung analog zu den Regelungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Klartext bedeutet dies, dass 7,3% von der Berechnungsgröße der Arbeitgeber trägt, während 8,2% der Arbeitnehmer bezahlt. Die Anteile zur Pflegeversicherung werden jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer getragen.

Der maximale Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung beträgt für das Jahr 2013 so beispielsweise 20.780,44 EUR monatlich. Der Arbeitnehmeranteil würde angelehnt an die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 310.730,50 EUR bei 320,88 EUR monatlich liegen. Hierdurch reduziert sich der vom Arbeitnehmer zu tragende Teil für die private Krankenversicherung deutlich.

Da die private Krankenversicherung eine individuelle Absicherung verspricht, die anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung keinem festen Leistungskatalog zuzuordnen ist, kann sich der Wechsel die private Krankenversicherung für Arbeitnehmer lohnen.

Testzeitschriften als Bewertungshilfe

Angesichts der zahlreichen Angebote stellt sich jedoch immer wieder die Frage, welche Anbieter empfehlenswert sind und welche nicht. Wer sich über die private Krankenversicherung informieren möchte, der sollte neben Ratingagenturen auch Testportale im Internet oder Finanzzeitschriften wie FOCUS MONEY oder "Finanztest" der Stiftung Warentest bemühen.

Insbesondere die Tests der Stiftung Warentest gelten als besonders verlässlich hinsichtlich der Unabhängigkeit ihrer Aussage. Es gilt zu beachten, dass bei einer privaten Krankenversicherung immer ein individuelles Leistungspaket zusammengeschnürt wird. Insofern sollte die zu versichernde Person sich darüber im Klaren sein, welche Leistungen ihr besonders wichtig erscheinen.

In keinem Fall sollte lediglich nach dem Preis kalkuliert werden. Beitragskontinuität gilt es daher ebenso zu beachten. Angesichts zunehmender Beitragssteigungen in der privaten Krankenversicherung gilt es hier besonders darauf zu achten, dass Tarife von Versicherern ausgewählt werden, die eine langfristige Beitragsstabilität gewährleisten.

Testergebnisse Stiftung Warentest

Beim letzten großen Test der privaten Krankenversicherung für weibliche Angestellte hat die Stiftung Warentest die Alte Oldenburger mit der Tarifkombination A 80, K2, Z 100/80, KTV6 zum Testsieger gewählt. Mit den gleichen Noten nämlich (1,8) wurde die HUK-Coburg mit der Tarifkombination A3 100, SE, Z 100, KT 6 bewertet.

Ebenfalls zu den ersten fünf besten PKV-Versicherern zählte die LKH mit der Tarifkombination 110 +192,200, TO 6. Die LKH wurde mit der Note 2,4 bewertet. In diesem Zusammenhang gilt es zu beachten, dass ab dem 21. Dezember 2012 eine Bewertung hinsichtlich des Geschlechts entfallen wird, da zu diesem Zeitpunkt die sogenannten Unisex-Tarife auf den Markt gelangen.

Hierbei sind die Beiträge für Männer und Frauen gleich hoch. Die Betrachtung der Stiftung Warentest hat sich noch an den alten Tarifen orientiert. Für den Bereich der Männer wurde die HUK-Coburg mit der Tarifkombination A3 100, E, Z 100, KT 6 zum Testsieger gekürt (Note 1,4). Auf den weiteren Plätzen folgte die Barmenia, die Alte Oldenburger, die LVM und die Concordia. Weitere Testergebnisse der Stiftung Warentest lassen sich hier finden.

Über Ihren Experten

Stephan Frey

Leave a Comment