Private Krankenversicherung: Müssen Kunden Angst haben?

Private Krankenversicherung: Müssen Kunden Angst haben?

Sowohl die Bertelsmannstiftung als auch zahlreiche Verbraucherverbände fordern eine Zusammenlegung der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung. Besonders Versicherte in der Privaten Krankenversicherung (PKV) sind besorgt hinsichtlich ihrer Tarife und Versicherungsansprüche. Dies ist jedoch unbegründet.

Sowohl die Bertelsmann-Stiftung als auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen haben sich für ein Ende des dualen Krankenversicherungssystems in Deutschland ausgesprochen. Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung, Aart De Geus, sagte, dass eine "Aufspaltung der Krankenversicherung ineffizient und problematisch sei."

Deutschland stelle weltweit einen Sonderfall dar, in dem es eine "derartige Trennung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung geben würde", so der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung. Die Stiftung spricht sich für eine Änderung des derzeit geltenden dualen Krankenversicherungssystems aus, mit dem Ziel eine Integration beider Versicherungssysteme durchzuführen. Sowohl der Bundesverband der Verbraucherzentralen als auch die Bertelsmann-Stiftung stellten hierzu einen 10-Punkte-Plan zur Reformierung der Krankenversicherung in Deutschland vor.

Neben einer Angleichung der ärztlichen Vergütung sieht der Plan zudem eine gesetzliche Versicherungspflicht für Beamte und Selbstständige vor. Nach dem Modell der beiden Organisationen soll die Krankenversicherung zukünftig von allen frei wählbar sein und sich an dem System der gesetzlichen Krankenversicherung orientieren. Der PKV-Verband wies das Ansinnen indes direkt zurück.

Der PKV-Verband sieht stattdessen in dem dualen System "eines der besten Gesundheitssysteme weltweit." PKV-Verbandsdirektor Volker Laienbach wies den aufgestellten 10-Punkte-Plan deshalb auch als nicht zielführend zurück. Besonders in der Kritik stehen die Beitragssteigerungen im Alter sowie die teilweise in der PKV geltenden schlechteren Versicherungsbedingungen als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Werden die Leistungen reduziert?

Die seit längerem anhaltende Diskussion um die Zukunft der privaten Krankenversicherung stellt insbesondere für Versicherte einen großen Unsicherheitsfaktor dar. Fragen wie: "Verliere ich meine bisher angesparten Altersrückstellungen?", "Was passiert mit meinen gewählten Tarifen?", "Werde ich auf das Versicherungsmaß der gesetzlichen Krankenversicherung reduziert?", sorgen für Unsicherheit bei dem Betroffenen.

Hierzu ist zu sagen, dass bei einer Zusammenführung beider Versicherungssysteme die private Krankenversicherung für zukünftige Versicherungsverhältnisse nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Bestehende Versicherungsverhältnisse und daraus resultierende angesparte Altersrückstellungen besitzen jedoch einen Bestandsschutz.

Insofern wird der Gesetzgeber eine Übergangsfrist für die Überführung bestehender Versicherungsverhältnisse einräumen. Im Klartext sieht dies so aus, dass entweder bestehende Versicherungsverhältnisse in der privaten Krankenversicherung (PKV) bis zum Ende weitergeführt werden oder aber, dass bisher angesparte Altersrückstellungen entsprechend ausbezahlt werden oder aber in das neue Versicherungsverhältnis mit entsprechenden Rechten überführt werden würden.

Insofern wird eine etwaige Zusammenführung beider Versicherungsverhältnisse bisherige Anwartschaften in der privaten Krankenversicherung unberührt lassen. Dies haben auch beide Organisationen in ihrem 10-Punkte-Plan berücksichtigt.

So sprechen sich beide für die Gründung einer Auffanggesellschaft aus, damit bislang privat Versicherte weiterhin Leistungen auch dann in Anspruch nehmen können, wenn Versicherungsgesellschaften in Folge finanzieller Probleme nicht mehr zu Zahlung fähig wären.

Veröffentlicht am 21. Mai 2013
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