Krankenversicherung für im Ausland lebende Deutsche: So geht’s

Je nach Art des Auslandsaufenthalts benötigen Sie verschiedene Krankenversicherungen

Als im Ausland lebender Deutscher gibt es verschiedene Möglichkeiten der Krankenversicherung. Wie Sie sich versichern müssen hängt davon ab, aus welchen Gründen beziehungsweise zu welchem Zweck sie im Ausland sind. Lesen Sie in diesem Artikel alles zu diesem Thema!

Wer sich dazu entschließt im Ausland zu leben, muss sich neben dem Umzug und dem Start im neuen Land auch um seine Krankenversicherung kümmern. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten sich zu versichern, die davon abhängen, wie lange und aus welchen Gründen jemand ins Ausland geht.

Auswanderer, die aus beruflichen Gründen ins Ausland gehen, können dort zum Beispiel von ihrem Arbeitgeber hingeschickt worden sein. Diese Arbeiter im Ausland nennt man Expats. Sie sind dort nicht für immer, sondern nur für einen gewissen Zeitraum und ihr Arbeitgeber sitzt in der Heimat. Sie beziehen dann weiterhin ein deutsches Gehalt und versteuern dieses auch in Deutschland.

Wie sind Expats versichert?

Für die Krankenversicherung von Expats gilt, dass sie in der Regel weiterhin über die deutsche Krankenversicherung versichert sind, da an das deutsche Gehalt auch die deutschen Sozialleistungen geknüpft sind. Um im Ausland einen Rundum-Schutz zu haben, muss eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden.

Je nach Land greift nämlich nur der Schutz der Europäischen Krankenversicherung innerhalb der EU, die nur in Notfällen eintritt. Für Leistungen darüber hinaus ist eine zusätzliche Versicherung wichtig. In Ländern außerhalb der EU greift gar kein Schutz, wenn nicht zusätzlich einer abgeschlossen wird.

Mit Reiseversicherungen für Mitarbeiter im Ausland können Chefs ihre Angestellten optimal versichern, sodass sie weiterhin in Deutschland versichert sind, im Ausland aber alle nötigen medizinischen Leistungen bekommen, die sie brauchen. 

Krankenversicherung nach Territorialitätsprinzip

Wer nicht über seine Firma ins Ausland geht, sondern dort einen neuen Job anfängt, muss sich im Rahmen des Territorialitätsprinzips auch in dem Land versichern, in dem er arbeitet. Das Territorialitätsprinzip bedeutet, dass Personen dem Recht unterworfen sind, das in dem Staat gilt, in dem sie sich gerade aufhalten.

Für Expats gilt hinsichtlich der Krankenversicherung eine Ausnahme. Arbeitet jemand allerdings vor Ort im Ausland, bezieht sein Gehalt von der ausländischen Firma und zahlt dort auch Steuern, muss er auch seine Krankenversicherung nach dem vor Ort herrschenden Recht abschließen. In der Regel bedeutet dies eine Versicherung im Land.

Über genaue Bestimmungen gut informieren

Jedes Land hat unterschiedliche Regelungen hinsichtlich der Krankenversicherung. In manchen Ländern gibt es gesetzliche Systeme wie auch in Deutschland, in den USA zum Beispiel ist keine gesetzliche Krankenversicherung vorgesehen.

Wer zum Arbeiten ins Ausland geht, sollte sich im Vorfeld über die genauen Bestimmungen und Möglichkeiten zur Krankenversicherung informieren, um nicht vor Ort ohne Versicherungsschutz dazustehen.

Auf Reisen reicht eine Auslandskrankenversicherung

Wer nur für eine Reise ins Ausland fliegt und dort auch kein Gehalt bezieht, muss auch keine Versicherung im Reiseland abschließen. Eine Reisekrankenversicherung, die in Deutschland abgeschlossen wird, reicht in diesem Fall aus. Leistungen müssen dann im Ausland bezahlt werden und können dann von der deutschen Versicherungsgesellschaft zurückgefordert werden.

Lesen Sie mehr zum Thema Krankenversicherung im Ausland in diesem Artikel!

Veröffentlicht am 24. März 2015