Krankenversicherung

Durch Niedrigzinsen werden Krankenkassenbeiträge steigen!

Seit Jahren schon steigen die Beiträge für privat Krankenversicherte, oft um mehr als 4 – 5 Prozent pro Jahr. Nur bei jungen und gesunden Versicherten sind die Krankenkassenbeiträge noch vergleichsweise niedrig. Doch das dürfte sich bald ändern.

Schuld sind nicht nur die allgemein steigenden Kosten im Gesundheitswesen, sondern vor allem die Tatsache, dass auch professionelle Anleger wie Versicherungen keine Zinsen mehr für Geld erhalten, das sie zurücklegen müssen. Denn Versicherte bezahlen mit den Prämien nicht nur ihre aktuelle Versicherung, sondern ein Teil des Geldes wird dazu verwendet, sogenannte Altersrückstellungen zu bilden. Diese dienen dazu, ein zu starkes Ansteigen der Beiträge aufgrund der Kosten im Gesundheitsbereich zu vermeiden. Die Altersrückstellungen werden von den Versicherern verzinst. Bisher kalkulierten die Versicherer mit Zinsen von etwa 2,75 – 3,5 Prozent.

Krankenkassenbeiträge steigen durch Niedrigzinsen

Doch diese Zeiten gehören wegen der Zinspolitik der EZB der Vergangenheit an. Und es steht zu befürchten, dass Versicherungen für Kapital, das sie für Rücklagen “parken” müssen, demnächst nicht mehr nur nichts bekommen, sondern auch Strafzinsen zahlen müssen. Mit erheblichen Folgen für die Versicherten: Die Krankenkassenbeiträge werden noch schneller und stärker steigen, als das in der Vergangenheit war.

Einen Vorgeschmack haben schon die Versicherten der DKV bekommen: Deren Beiträge sind schon um bis zu 130 Euro im Monat gestiegen; im Schnitt lag die Steigerungsrate bei knapp 8 Prozent. Dabei hat das Unternehmen schon einen Teil der Beitragssteigerungen aus eigenen Mitteln finanziert, sonst wären die Steigerungen noch höher ausgefallen.

Können die Versicherer nicht die kalkulierten 2,75 – 3,5 Prozent mit den Rücklagen verdienen, drohen Versicherten für jeden Prozentpunkt weniger Beitragserhöhungen von rund 10 Prozent, schätzen Experten. Und genau das ist das wahrscheinlichste Szenario für alle Privatversicherten. Denn es steht nicht zu erwarten, dass die EZB ihre Niedrigzinspolitik auf mittlere Sicht aufgibt.

Fazit:

Wer Mitglied in einer privaten Krankenversicherung ist, dem drohen in den nächsten Jahren saftige Beitragserhöhungen. Und zwar nicht nur aufgrund steigender Kosten im Gesundheitswesen, sondern vor allem wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Experten rechnen mit Beitragsanhebungen alleine aufgrund der Zinsen von mehr als 10 Prozent pro Jahr. Daher sollte man sich sehr genau überlegen, ob es sich noch lohnt, eine private Krankenversicherung abzuschließen. Und Versicherte, die bereits im System sind, sollten prüfen, ob eine Möglichkeit besteht, in die gesetzliche Versicherung zurückzukommen.

Diejenigen, bei denen das nicht mehr möglich ist, sollten sich hartnäckig darum bemühen, in einen günstigeren Tarif zu wechseln, um die Steigerungsraten zumindest begrenzen zu können. Sie sollten von den Versicherern aber nicht allzu viel freiwilliges Entgegenkommen erwarten, denn mit jedem Wechsel verdienen sie auch weniger.

Sind auch Sie privatversichert? Was sind Ihre Erfahrungen mit Krankenkassenbeiträgen? Sind Ihnen schon Erhöhungen aufgefallen? Oder sind Sie mit Ihrem derzeitigen Tarif vollauf zufrieden? Sagen Sie uns Ihre Meinung!

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Dieser Artikel wurde noch nicht bewertet!
Please wait...

Über Ihren Experten

Jörgen Erichsen