Krankenversicherung

Das persönliche Budget für Menschen mit Behinderung – pro und kontra

Das persönliche Budget für Menschen mit Behinderung – pro und kontra
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geschrieben von experto.de

Seit 2008 ermöglicht das persönliche Budget Menschen mit Behinderung, ihre Pflegekräfte selbst zu bezahlen. Doch macht es auch wirklich aus Hilfsbedürftigen Arbeitgeber? experto.de klärt die Sachlage.

Die Grundidee hinter dem persönlichen Budget ist simpel. Menschen mit Behinderung sollten sich nicht wie hilfsbedürftige Pflegefälle fühlen, sondern in der Position eines Arbeitgebers sein, der für erbrachte Pflegeleistungen zahlt. Doch dies ist komplexer, als es sich anhört.

Über das persönliche Budget muss Buch geführt werden
Das persönliche Budget kann freiwillig beantragt werden und der Betrag richtet sich je nach Härtegrad der Behinderung. So kann ein minder schwerer Fall 200 Euro persönliches Budget erhalten, während Menschen, die rund um die Uhr Pflege brauchen, über 12.000 Euro erhalten können. Dieses Geld dient dazu, Pflegekräfte oder Assistenten anzustellen und zu bezahlen. Doch hier ergibt sich das erste Problem – über alle Ausgaben muss rigoros Buch geführt werden und jede Ausgabe muss belegt werden.

Der Pflegebedürftige sollte seine eigenen Fähigkeiten einschätzen können
Aus dem Angestelltenverhältnis entstehen weitere Probleme – so müsste,
wenn z. B. eine Assistentin schwanger wird, der Pflegebedürftige den
Mutterschutz komplett bezahlen. Daher muss unbedingt bei Beantragung
des persönlichen Budgets mit dem Kostenträger festgelegt werden, welche
Verpflichtungen auf den Budgetnehmer zukommen, und ob diese zumutbar
sind. Hierbei muss der Pflegebedürftige auch seine eigenen Fähigkeiten
bedenken – kann er sich überhaupt zumuten, einen derartigen
organisatorischen Aufwand zu betreiben?

Menschen mit geistiger
Behinderung oder mangelnden Fähigkeiten könnten sich im Prinzip an einen
Hilfsdienst wenden, der diese Organisation übernimmt. Doch dies würde
das ganze Konzept des persönlichen Budgets ad Absurdum führen.

Persönliches Budget pro und kontra
Da das persönliche Budget freiwillig ist, sollte man sich also im Klaren sein, dass es Möglichkeiten bietet, aber auch fordert. Wenn man nicht vor Organisation und Buchführung zurückschreckt, erlaubt es einem Menschen mit Behinderung ein ungekanntes Maß an Unabhängigkeit. Menschen, die sich den Anforderungen nicht gewachsen sehen, bleiben besser bei gewohnten Hilfeleistungen.

Der Antrag für das persönliche Budget kann bei jedem Reha – Träger gestellt werden.

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