Aufgepasst, wenn Versicherungsvertreter zu einer privaten Krankenversicherung raten

Bisher zahlen alle freiwillig gesetzlich Versicherten je nach Kasse einen unterschiedlich hohen Beitrag. Ab Januar kommt der allgemeine Beitragssatz. Es gelten dann gleiche Beiträge für gleiche Leistungen. Viele Versicherte müssen dadurch künftig mehr zahlen. Hier setzen die Versicherungsvertreter an. Zudem:

Kommt eine Krankenkasse mit dem überwiesenen Geld nicht aus, darf sie einen Zuschlag erheben. Bis zu 1 % des Bruttoeinkommens. Geschieht das, gilt allerdings ein Sonderkündigungsrecht. Das heißt: Versicherte können dann sofort die Kasse wechseln, da die 18-monatige Bindungsfrist entfällt.

Der Bund versicherter Unternehmer rät, sich den Wechsel in die Privatversicherung gut zu überlegen. Der Werbung mit geringen Beiträgen 2008 stehen ab 2009 höhere Tarife für Neuzugänge gegenüber. Diese würden um 10 bis 15 % teurer. Ein Grund: die teilweise übertragbaren Altersrückstellungen – die bei einem Versicherungswechsel in den neuen Vertrag mitgenommen werden können.

Weiterer Hinweis: Für Bestandskunden privater Krankenversicherungen gibt es 2009 lediglich ein kleines Wechselfenster. Sie können nur in den ersten sechs Monaten wechseln und dabei die Altersrückstellungen mitnehmen. Das gilt aber nur in Höhe des Basistarifs. Dieser Tarif wird von den Versicherern ab 2009 eingeführt. Er wird an Leistungen in etwa das bieten, was auch die Gesetzlichen offerieren. Nach einem Wechsel gilt: Kunden sind 18 Monate an den Basistarif gebunden. Erst dann greift, wenn überhaupt, ein günstigerer Tarif.

Veröffentlicht am 19. November 2008