3 Dinge, die Sie über die Erhöhung des Krankenkassenbeitrags wissen sollten

77 Krankenkassen haben 2016 ihren Krankenkassenbeitrag erhöht

Die Mehrheit der gesetzlich Krankenversicherten zahlt 2016 mehr für ihren Krankenversicherungsschutz. Denn über 70 der 118 Krankenkassen haben zum Jahreswechsel ihre Beiträge nach oben angepasst. Da die höheren Kosten allein von den Versicherten zu zahlen sind, kann sich ein Wechsel der Kasse finanziell lohnen. Der Beitragsunterschied beträgt bis zu 1,7 Prozent.

Viele Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden wahrscheinlich erst mit ihrer Lohn- bzw. Gehaltsrechnung für Januar bemerkt haben, dass ihre Krankenkasse teurer geworden ist. Zwar haben die Kassen Informationsschreiben an ihre Kunden verschickt. Doch wie genau der Beitrag angepasst wurde, stand oftmals nicht eindeutig darin. Dabei haben mehr als 70 Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag für 2016 angepasst. Das Bundesgesundheitsministerium geht dabei von einer durchschnittlichen Steigerung von 0,2 Prozentpunkten aus, sodass der Zusatzbeitrag im Schnitt bei 1,1 Prozent liegt.

1. Jede fünfte Krankenkasse mit überdurchschnittlichem Beitragssatz

26 Krankenkassen liegen genau im Mittel und erheben einen Beitrag von 15,7 Prozent, darunter die AOK Bayern, Deutsche BKK und Barmer GEK. Weitere 25 Kassen sind allerdings teurer wie die AOK Rheinland/Hamburg, DAK-Gesundheit und IKK classic. Am meisten verlangt die Viactiv Krankenkasse. Ihr Beitragssatz beträgt 16,3 Prozent. Dies entspricht einem Zusatzbeitrag von 1,7 Prozent. Da dieser nur von Versicherten zu tragen ist, bedeutet dies bei einem Bruttoeinkommen von 2.500 Euro eine zusätzliche monatliche Belastung von mehr als 40 Euro.

Diese Summe können sich Kassenpatienten komplett einsparen, sofern sie in Baden-Württemberg leben. Denn die dort geöffnete Betriebskrankenkasse Metzinger BKK verzichtet wie schon im Vorjahr auf einen Zusatzbeitrag. Die günstigste bundesweit geöffnete Kasse ist wie 2015 die hkk (15,19 Prozent).

2. Gründe für die Beitragsanpassung

Viele Krankenkassen haben die Anpassungen zum Jahreswechsel mit steigenden Ausgaben begründet. Schuld sind unter anderem die unterschiedlichen neuen Gesetze aus dem Bundesgesundheitsministerium von Hermann Gröhe (CDU) wie das Krankenhausstrukturgesetz und das Gesetz zur Palliativ- und Hospizversorgung. Doch auch die Kosten für Arzneimittel und die Bezahlung der Ärzte steigen.

3. Krankenkassenbeitrag wird zum künftigen Wahlkampfthema

Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass die Beiträge in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, rechnet beispielsweise für 2017 mit einem um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte erhöhten durchschnittlichen Zusatzbeitrag, sagte sie der Tageszeitung "Die Welt".

Umso lauter werden daher die Rufe von Bündnis 90/Die Grünen, Die Linken und SPD nach einer Rückkehr zur paritätischen Finanzierung. Diese würde bedeuten, dass die zusätzlichen Kosten zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen werden. Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung werden demnach bei der kommenden Bundestagswahl im nächsten Jahr ein zentrales Wahlkampfthema darstellen.

Veröffentlicht am 2. März 2016