Haftpflichtversicherung: 3 Tipps, die Sie vor Abschluss beachten sollten

Haftpflichtversicherung: 3 Tipps, die Sie vor Abschluss beachten sollten

Sie ist eine der wichtigsten Versicherungen, die man nur haben kann – die Haftpflichtversicherung. Egal, ob versehentlich ein Getränk auf den teuren Teppich eines Freundes umgekippt oder beim Radfahren der Seitenspiegel eines fremden Autos gestreift wurde, die Haftpflicht kommt für den Schaden auf.

Ein Schaden kann je nach Härtefall ohne Versicherung im schlimmsten Fall sogar zum finanziellen Ruin führen. Umso wichtiger ist es, eine Haftpflichtversicherung zu finden, die der persönlichen Lebenssituation und den eigenen Bedürfnissen entspricht.

1. Vergleichen Sie verschiedene Versicherungsanbieter

Wer keine private Haftpflichtversicherung – kurz PHV – hat, lebt gefährlich. Denn nur diese Police versichert Personen-, Sach- oder Vermögensschäden und kann den Versicherten im Zweifelsfall vor dem finanziellen Aus bewahren. Eine Haftpflichtversicherung zu finden, die perfekt zu einem passt, kann allerdings eine richtige Herausforderung sein. Auf dem Markt findet man eine unüberschaubare Anzahl verschiedener Angebote, was einem die Entscheidung nicht gerade leichter macht.

Wie eine aktuelle Untersuchung von Öko-Test gezeigt hat, unterscheiden sich die einzelnen Policen sehr stark hinsichtlich Preis und Leistungsumfang. Das macht eine ausgiebige Recherche fast schon zum wichtigsten Teil der Suche nach einer passenden Versicherung. Bevor man verschiedene Angebote miteinander vergleicht, sollten im Vorfeld allerdings einige wichtige Fragen bezüglich der eigenen Lebenssituation geklärt werden.

2. Wählen Sie die Haftpflichtversicherung Ihrer Lebenslage entsprechend aus

Unterschiedliche Lebenssituationen erfordern unterschiedliche Absicherungen. Wer beispielsweise verheiratet ist und Kinder hat, braucht eine PHV, die die gesamte Familie absichert. Alleinstehenden dagegen reicht eine Police für Singles völlig aus. Große Versicherer wie beispielsweise CosmosDirekt bieten aber auch einen zuverlässigen Schutz speziell für Paare an.

Ist man glücklicher Besitzer einer Immobilie und erzielt Mieteinnahmen, wird eine Haus- und Grundbesitzhaftpflichtversicherung notwendig. Hundebesitzer dagegen benötigen eine separate Hundehalter-Haftpflichtversicherung, die in der Regel auch das gelegentliche Hüten eines Hundes von Freunden oder Bekannten mitabsichert. Auch bestimmte Hobbys wie beispielsweise Extremsport sollten bei der Wahl der PHV berücksichtigt werden.

3. Achten Sie bei Ihrer Haftpflichtversicherung auf die Schadenshöhe

Zusätzlich sollte man sich immer die Frage nach der Schadenshöhe stellen, die man durch ein Missgeschick möglicherweise verursachen könnte. Einige Versicherer decken Schäden in Höhe von bis zu mehreren Millionen Euro ab. In der Regel haben Versicherte auch die Möglichkeit, eine Deckungserweiterung in Anspruch zu nehmen. Sehr sinnvoll kann beispielsweise die Forderungsausfalldeckung sein. Erleidet man selbst einen Schaden, welchen der Verursacher aber nicht bezahlen kann, springt auch hier die PHV ein und übernimmt die Kosten.

2 Fälle, in denen der Versicherer nicht zahlt

Eine PHV ist ohne Zweifel eine sinnvolle und absolut notwendige Versicherung. Wer jetzt aber denkt, dass er damit vor allen Eventualitäten des Lebens abgesichert ist, täuscht sich leider. Denn selbst, wenn man den Schaden nicht absichtlich verursacht hat und sich einer Absicherung völlig sicher ist, werden die Kosten nicht immer vom Versicherer übernommen.

In diesen 2 Schadensfällen zahlt die Haftpflichtversicherung nicht immer:

1. Allmählichkeitsschäden

Viele gehen fälschlicherweise davon aus, dass eine PHV jeden Sachschaden übernehmen muss, selbst wenn er durch äußere Umstände, wie beispielsweise Regen, verursacht worden ist. Da bei solchen "Allmählichkeitsschäden" der Schuldige häufig schwer festzustellen ist, weigern sich viele Versicherer die Kosten für derartige Schäden zu tragen.

2. Gefälligkeitsschäden

Eine Haftpflichtversicherung deckt doch aber auf jeden Fall Schäden ab, die vom fleißigen Umzugshelfer verursachten wurden, richtig? Auch das ist leider nicht der Fall. Hat ein Freund beim Umzug eine teure Vase zerbrochen, muss man selbst für den Schaden aufkommen – selbst dann, wenn der Freund versichert ist. Entstehen Schäden aus Gefälligkeiten, besteht laut Gesetz keine Ersatzpflicht. Für solche Fälle sollte man bei Abschluss eines Haftpflichtvertrages die Klausel "Gefälligkeitsschäden" einschließen.

Bildrechte: Flickr broken glas Martin Abegglen CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Veröffentlicht am 11. März 2016
Diesen Artikel teilen
Autor
Moritz Richartz