Berufsunfähigkeitsversicherungen: Beachten Sie diese 7 Tipps beim Abschluss

eine der wichtigsten Versicherungen: die Berufsunfähigkeitsversicherung. Seien Sie für jede Eventualitäten gerüstet.

Nur selten sind sich Versicherungsbranche und Verbraucherschützer derart einig wie beim Thema Berufsunfähigkeitsversicherung: Die Absicherung der Arbeitskraft gehört zu den wichtigsten Policen überhaupt.

Denn vor Unfall oder schwerer Krankheit ist niemand gefeit und die Folgen durch das wegfallende Erwerbseinkommen können verheerend sein. Was Sie beim Abschluss der Versicherung beachten sollten.

1. Den Bedarf korrekt ermitteln

Ziel sollte es sein, mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung mindestens 80 Prozent des derzeitigen Nettoeinkommens abzusichern. Denken Sie allerdings daran, dass nicht selten bereits eine Basisabsicherung für den Fall der Fälle besteht.

Einerseits ist es möglich, dass Sie später Rentenleistungen Ihres Arbeitgebers erwarten dürfen. Zum anderen können Sie vielleicht auch mit einer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung rechnen. Ob dem so ist, können Sie bei Ihrem gesetzlichen Rentenversicherungsträger erfragen, ebenso wie die Höhe Ihrer Ansprüche. Nach Abzug dieser Rentenansprüche erkennen Sie die verbleibende Versorgungslücke, die es mittels Berufsunfähigkeitsversicherung abzusichern gilt.

2. Wahl der richtigen Versicherungsdauer

Die Laufzeit des Vertrages sollte Ihrer Lebenssituation angepasst werden. Pauschale Aussagen über das richtige Endalter sind nicht möglich. Wer etwa mit 60 bereits ausreichend abgesichert ist, kann die Versicherung bis zum 60. Lebensjahr abschließen. Für eine 40-jährige Person, die gerade Nachwuchs bekommen hat und eine Immobilie bis zum 65. Lebensjahr oder darüber hinaus finanzieren muss, ist mindestens das Endalter 65 empfehlenswert.

3. Richtigen Tarif auswählen

Die große Anzahl an Produkten macht die Suche nach einer geeigneten Berufsunfähigkeitsversicherung nicht gerade einfach. Damit gestaltet sich der Vergleich der einzelnen Angebote sehr schwierig. Abhilfe schafft an dieser Stelle ein Vergleichsrechner, mit dem sich Leistungen und Prämien kostenlos und unverbindlich gegenüberstellen lassen.

Unabhängig vom jeweiligen Versicherer werden Sie persönliche Merkmale angeben müssen, wie etwa Alter, Geschlecht, Beruf und Gesundheitszustand. Jobs werden hierbei in Gefahrengruppen qualifiziert, die gerade bei handwerklichen und risikoexponierten Berufen zu Risikozuschlägen führen können. Diese Angaben bestimmen die Prämienhöhe.

Halten Sie Ausschau nach speziellen Angeboten: Einige Versicherer sehen besonders preiswerte Tarife für Schüler, Studenten und Angestellte im öffentlichen Dienst vor.

4. Gesundheitsprüfung umfassend vorbereiten

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung steht und fällt mit der Beantwortung der Gesundheitsfragen im Antrag. In einigen Fällen wird der Versicherungsschutz nur gegen Zahlung eines Risikozuschlags angeboten. Wichtig ist, dass Sie alle Vorerkrankungen angeben, egal wie unerheblich oder unangenehm diese Ihnen vorkommen sollten. Die Rechtsprechung zeigt, dass unzureichende und unzutreffende Angaben regelmäßig dazu führen, dass Leistungen verwehrt werden. Rollen und dokumentieren Sie im Zweifelsfall Ihre Krankengeschichte mit den behandelnden Ärzten auf und fügen Sie die Ausführungen dem Antrag bei. Geben Sie nicht zu früh auf, sollte Ihr Antrag beim ersten Versuch abgelehnt werden. Es ist durchaus möglich, dass Sie bei einem anderen Versicherer angenommen werden. Schließlich kann der Ausmaß der Gesundheitsprüfung ganz unterschiedlich ausfallen.

5. Leistungsstarke Angebote erkennen

Es gibt einige Leistungen, die in keiner Berufsunfähigkeitsversicherung fehlen dürfen. Achten Sie in diesem Zusammenhang auf folgende Punkte:

  • Verzicht auf abstrakte Verweisung

    Die abstrakte Verweisung besagt, dass Sie im Falle einer Berufsunfähigkeit auf irgendeine Tätigkeit verwiesen werden können, die Ihnen körperlich und geistig noch möglich ist. Dabei kann Ihnen der Versicherer auch einen Beruf nennen, der nicht Ihrem Ausbildungsstand oder Ihrem aktuellen Einkommen entspricht. Es spielt auch keine Rolle, ob derzeit ein entsprechender Arbeitsplatz verfügbar ist.

    Besser ist die Anwendung der konkreten Verweisung. Hierbei kann der Versicherer nur einen konkreten Arbeitsplatz anbieten und Ihnen zumeist keine Tätigkeit abverlangen, die Sie nicht bereits aufgenommen haben.

  • Nachversicherungsgarantien

    Die Lebensumstände ändern sich und mit ihnen gegebenenfalls auch der Anspruch an die Höhe des Berufsunfähigkeitsschutzes. Eine gute Versicherung räumt Ihnen das Recht ein, die vertraglich vereinbarte Rente in ganz bestimmten Situationen zu erhöhen – ganz ohne erneute Überprüfung Ihres Gesundheitszustandes.

    Solche Situationen können etwa Eheschließung, Geburt eines Kindes, Finanzierung eines Eigenheims, Wegfall der Versicherungspflicht im Versorgungswerk, Erwerb eines akademischen Grades oder erhebliche Einkommenssteigerung sein.

  • Berufswechselklausel

    Geht es um die Beurteilung der Berufsunfähigkeit, sollte der Versicherer ausschließlich auf Ihren zuletzt ausgeübten Beruf abstellen. Leider räumen sich nicht wenige Versicherer das Recht ein, auch Tätigkeiten berücksichtigen zu dürfen, denen Sie zuletzt vor 12 oder 24 Monaten nachgegangen sind.

6. Dynamik vereinbaren

Wenn Sie sich eine ausreichende Berufsunfähigkeitsrente sichern möchten, sollten Sie darauf achten, dass die Beiträge regelmäßig steigen. Denn mit dem Beitrag steigen auch Ihre Rentenansprüche. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente nicht sukzessive von der Inflation entwertet wird. Die dynamische Absicherung wird von allen Versicherern angeboten.

7. Keine Kopplung mit Renten- oder Kapitallebensversicherungen

Gerne bieten Versicherungsgesellschaften die Berufsunfähigkeitsversicherung in Kombination mit einer Renten- oder Kapitallebensversicherung an. Hiervon raten Verbraucherzentralen jedoch ab, da solche Versicherungen nach Ansicht der Experten aufgrund der niedrigen Rendite, der versteckten Abschlusskosten und den hohen Abbruchkosten nicht als Altersvorsorge geeignet sind.

Weil zudem die Berufsunfähigkeitsversicherung das Schicksal der anderen Versicherung oft teilt, führt eine Kündigung der Lebens-/Rentenversicherung zum Verlust der Berufsunfähigkeitsabsicherung.

Fazit

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung greift Ihnen finanziell unter die Arme, sollten aufgrund einer Berufsunfähigkeit Einnahmen aus Lohn und Gehalt wegfallen und zusätzliche Ausgaben für medizinische Versorgung und Betreuung hinzukommen. Ziel sollte es jedenfalls sein, die drohende Versorgungslücke durch Vereinbarung einer ausreichend hohen Rente zu schließen.

Welche Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch hierbei abgeschlossen werden sollte, will angesichts unterschiedlicher Leistungen, Beitragszuschläge und Ausmaß der Gesundheitsprüfung gut überlegt sein.

Veröffentlicht am 4. November 2015