Autoversicherung

Provozierte Autounfälle: So merken Sie, wenn etwas nicht stimmt

Die einen machen es, weil sie gerade knapp bei Kasse sind, die anderen betreiben das „Autobumser-Geschäft“ schon seit Jahren: provozierte Unfälle. Geld von der Versicherung gibt es meist reichlich – und die Dummen sind die unschuldigen Autofahrer. Lesen Sie hier, wie Sie dem Schwindel auf die Spur kommen.

Wenn sich nachts die Straßen leeren, wenn Zeugen nicht zu sehen sind, dann schlagen die sogenannten Autobumser besonders gerne zu. Eine typische Masche: Vor einer gelben Ampel bremsen sie unerwartet ab, anstatt weiterzufahren. Der Hintermann hat keine Chancen und knallt darauf.

Geht alles glatt, vergütet die Kfz-Versicherung des auffahrenden Autos den Blechschaden des angeblichen Opfers mit mehreren Tausend Euro. Repariert wird aber bestenfalls notdürftig in einer Hinterhof-Werkstatt – danach geht es schon zur nächsten Crash-Tour.

Dichtes Auffahren spielt Gaunern in die Hände

Das eigentliche Opfer ist der Autofahrer, der den Unfall nicht vermeiden konnte: Er zahlt höhere Versicherungsprämien und bleibt auf seinem eigenen Schaden sitzen, wenn er keinen Vollkasko-Schutz hatte. Unter Umständen kommen sogar noch ein Verwarn- oder Bußgeld sowie Punkte in Flensburg hinzu.

Eine andere typische Masche: Der Autobumser kommt aus einer vorfahrtsberechtigten Seitenstraße und deutet mit Gesten an, er würde auf die Vorfahrt verzichten. Geht sein Opfer darauf ein, gibt der Autobumser plötzlich Gas und fährt bewusst in die Seite des anderen Autos. Wiederum wirkt die Schuld klar, die Geschichte mit den Gesten wirkt wenig glaubwürdig.

Was können Sie tun, um solche Unfälle zu vermeiden?

Lässt es sich gar nicht verhindern, Opfer solcher Betrüger zu werden? Doch. Bei folgenden Indizien ist nach einem Crash größeres Misstrauen angebracht.

Altes Auto: Mit ein paar Unfallschäden am alten Auto lässt sich ein Mehrfaches des Marktwertes erzielen. Eine Vielzahl von Beulen oder notdürftigen Reparaturen könnte daher ein Indiz für einen Autobumser-Wagen sein.

Keine Zeugen: Autobumser versuchen, unabhängige Zeugen zu vermeiden. Deshalb sind sie gerne nachts oder in abgelegenen Gegenden unterwegs, ihre Opfer sind häufig allein im Auto.

Keine Polizei: Mitunter wird dem Opfer angeboten, man könnte auf die Polizei verzichten. Schließlich müsse der angeblich Schuldige noch mit einer Strafe etwa wegen zu dichten Auffahrens rechnen, heißt es einschüchternd. Die Polizei wird aber zunehmend zu provozierten Unfällen geschult und bekommt einen Blick dafür.

Ist ein merkwürdiger Unfall passiert, sollte schnell nach Zeugen Ausschau gehalten und deren Personalien notiert werden. Vielleicht hat der Gauner z. B. Spaziergänger oder Anwohner im Fenster übersehen. Von ungerufenen Zeugen, die plötzlich auftauchen, nicht bluffen lassen: Das könnten Komplizen sein.

Es ist ratsam, die eigene Haftpflichtversicherung über den Verdacht der Autobumserei zu unterrichten. Viele Versicherungen beauftragen dann besonders geschulte Gutachter oder sogar Detektive. Die nehmen den Unfall genauer unter die Lupe und erstatten notfalls auch Strafanzeige. Vor einem Rechtsstreit mit Autobumsern braucht man sich nicht zu fürchten: Das Risiko und die Kosten trägt allein die eigene Haftpflichtversicherung.

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Andreas Kunze