Auf das Eintrittsalter bei Versicherungsverträgen achten und Geld sparen

Auf das Eintrittsalter bei Versicherungsverträgen achten und Geld sparen

Ihr Versicherer kalkuliert anhand Ihrer Lebens- und Gesundheitsdaten den Beitrag; daran sollten Sie bei Lebens-, Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherungen immer denken. Je nachdem, wie Ihr Versicherer Ihr Eintrittsalter berechnet, zahlen Sie auch bei einem vermeintlich günstigeren Angebot am Ende mehr.

Das Alter im Versicherungsvertrag

Das Eintrittsalter ist besonders bei Versicherungsverträgen von Bedeutung, bei denen das versicherte Risiko ein Mensch ist. Die Versicherer verwenden zur Kalkulation ihrer Beiträge eine sogenannte Sterblichkeitstabelle, aus der sie entnehmen, welcher Anteil einer Altersgruppe (eine Jahrgangs) in einem bestimmten Alter bereits gestorben sein wird. Je älter der Versicherte bei Vertragsabschluss ist, umso höher muss der Beitrag sein, um die gleiche Leistung im Todesfall oder zum Versicherungsablauf vereinbaren zu können.

Beim Abschluss einer Versicherung gibt es drei Varianten, nach denen Ihr
Eintrittsalter in den Versicherungsvertrag einfließen kann. Sie sollten
diese kennen, denn daraus ergeben sich im Endeffekt spürbare
Unterschiede in der Beitragshöhe:

  1. Es zählt Ihr tatsächliches Eintrittsalter: Sind Sie am 1. April 1977 geboren und schließen am 31. März 2012 eine Lebensversicherung ab, so sind Sie versicherungstechnisch zu diesem Zeitpunkt genauso alt, wie am 1. April 2011. Das neue Lebensjahr beginnt erst am 1. April 2012. Andersherum erreichen Sie die nächste Altersstufe und damit auch die Beitragserhöhung dann, wenn Sie tatsächlich ein Jahr älter werden.

  2. Ihr Eintrittsalter bemisst sich nach dem Kalenderjahr, in dem Sie das betreffende Alter erreichen. Ihr Alter errechnet sich dabei allein durch Ihr Geburtsjahr. Sind Sie beispielsweise im Jahr 1975 geboren und haben im Jahr 2000 eine Rentenversicherung abgeschlossen, so waren Sie auch dann schon 25, wenn Sie die Versicherung zum 01. Januar abgeschlossen haben, Sie aber tatsächlich erst im Dezember Ihren 25. Geburtstag feiern.

  3. Bei einem dritten Verfahren, dem sogenannten Karenzmodell, werden Versicherungsbeginn und Geburtsjahr miteinander verknüpft. Schließen Sie also am 1. April 2011 eine Versicherung ab, so werden Sie für die Versicherung nicht erst am ersten Januar oder tatsächlich an Ihrem Geburtstag ein Jahr älter, sondern bereits am 1. Oktober des Vorjahres. Diese Kalkulation des Eintrittsalters erweist sich insbesondere dann als günstig für Sie, wenn Sie in der zweiten Jahreshälfte Geburtstag haben.

Die Berechnungsweise des Eintrittsalters wirkt sich auf den Beitrag aus

Das Ausmaß der Unterschiede zwischen den einzelnen Kalkulationsmodellen hängt nur teilweise von Ihrem Geburtsdatum ab. Haben Sie beispielsweise im Dezember Geburtstag, so werden Sie versicherungstechnisch bereits zu Neujahr wieder ein Jahr älter und zahlen einen höheren Beitrag, weil der Versicherer mit dem Lebensalter kalkuliert, das Sie im Dezember erreichen werden. Die Nachteile der kalendarischen Kalkulation sind also umso größer, je später im Jahr Sie geboren sind.

Dagegen sind Vor- und Nachteile beim Karenzmodell und dem tatsächlichen Eintrittsalter vom Laufzeitbeginn abhängig. Für die Versicherung, die Ihr tatsächliches Lebensalter beim Beginn der Vertragslaufzeit zugrunde legt, werden Sie erst an Ihrem Geburtstag ein Jahr älter. Erst dann zahlen Sie einen Beitrag wegen eines höheren Risikos aufgrund Ihres Alters, auch während der sechs Monate vor Ihrem Geburtstag.

Diese zählen nach dem Karenzmodell bereits zum neuen Lebensjahr und bedeuten einen höheren Beitrag. Dies sollten Sie beachten und berücksichtigen, sonst kann sich eine günstig erscheinende Versicherung als sehr teuer herausstellen.

Fazit der experto.de-Redaktion: Fragen Sie Ihren Versicherungsvermittler immer danach, wie alt Sie bei Vertragsbeginn für die Versicherung sind. Erst danach können Sie wirklich vergleichen. Bedenken Sie, dass die erste Gegenleistung immer die Absicherung gegen eine drohende Gefahr ist. Je größer der Versicherer die Gefahr einschätzt – und das tut er, je höher Ihr Eintrittsalter ist –, desto höher ist auch der zu erwartende Beitrag.

Veröffentlicht am 13. April 2012