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Wenn es brennt – diese verschiedenen Feuerwehren gibt es

Wenn es brennt – diese verschiedenen Feuerwehren gibt es
geschrieben von Burkhard Strack

Wenn es brennt, erfolgt der Griff zum Telefon und nur kurze Zeit später kommt die Feuerwehr. Allerdings gibt es nicht DIE Feuerwehr! In Deutschland gibt es drei verschiedene Arten, die sich grundlegend unterscheiden.

Berufsfeuerwehr oder freiwillige Feuerwehr

Ist das Martinshorn zu hören, denken viele Menschen, dass die Feuerwehrmänner hauptberuflich Feuer löschen und Leben retten. Allerdings ist dies in Deutschland relativ selten der Fall. Die Berufsfeuerwehr gibt es nur in wenigen Städten – insgesamt kann Deutschland aktuell auf ungefähr 100 solcher Feuerwehren zurückgreifen. Dem gegenüber stehen 23.000 freiwillige Feuerwehren.

Kostenfaktor bei den Feuerwehren

Die 100 Berufsfeuerwehren sind im Allgemeinen in Großstädten angesiedelt, in denen die Brandwahrscheinlichkeit größer ist als in dünnbesiedelten Gegenden. Denn bei aller Leidenschaft, mit der die Feuerwehrmänner ihren Beruf ausüben, spielt die Kostenfrage eine wichtige Rolle. Um eine Berufsfeuerwehr zu betreiben, ist es notwendig, auf mindestens einen Löschzug mit 16 Leuten zurückgreifen zu können, der rund um die Uhr in Bereitschaft steht. Die meisten Städte und Kommunen können sich diesen Luxus schlichtweg nicht leisten.

Bei ihnen kommt die freiwillige Feuerwehr zum Einsatz. Die meisten der Feuerwehrleute dort sind ausschließlich freiwillig im Amt. Da sich eine freiwillige Feuerwehr aber oft nicht nur durch Ehrenamtliche leiten lässt, gibt es hauptberufliche Kräfte, die den Betrieb unterstützen.

Sowohl freiwillige Feuerwehr als auch Berufsfeuerwehr haben weitere Ausgaben, die für Außenstehende oft nicht sofort ersichtlich sind: Wartung und Kauf von Feuerwehrfahrzeugen, Aus- und Weiterbildung, Ausrüstung und weitere Punkte belasten das Budget.

Zusammenarbeit von verschiedenen Instanzen

In einigen Städten gibt es sowohl eine Berufsfeuerwehr als auch eine freiwillige Feuerwehr, die sich gegenseitig ergänzen und unterstützen. Die freiwillige Feuerwehr konzentriert sich hier vor allem auf die Randbereiche der Stadt. Da sie in einer hohen Dichte innerhalb Deutschlands vorhanden ist, schaffen die freiwilligen Mitarbeiter es im Allgemeinen, nach zehn bis 15 Minuten am Brandort einzutreffen. Die Berufsfeuerwehr hingegen braucht wesentlich länger, da ihr Sitz sich in der zentralen Innenstadt befindet.

Die Pflicht, eine Berufsfeuerwehr bereitzustellen, liegt nur für Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern oder kreisfreie Städte vor. Außerdem gibt es Städte und Bundesländer, in denen besondere Regeln gelten. Das ist der Fall, wenn die Feuerwehr Aufgaben übernimmt, die andernorts durch weitere Organisationen ausgeführt werden. So übernimmt die Feuerwehr in Hamburg sowohl Fahrten zu Bränden als auch die Aufgaben des Rettungsdienstes. In anderen Städten agieren Feuerwehr und DRK oder ähnliche Organisationen voneinander getrennt.

Sonderfälle: Pflichtfeuerwehr und Werkfeuerwehr

Neben der freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr gibt es außerdem die Pflichtfeuerwehr. 2005 hat List auf Sylt eine solche Pflichtfeuerwehr eingerichtet, als es nicht mehr ausreichend ehrenamtliche Mitarbeiter gab, um die freiwillige Feuerwehr damit zu besetzen. Um dennoch im Falle des Falles schnell agieren zu können, sind Städte befugt, die fehlenden Mitarbeiter zu verpflichten. Erst 2016 kam es zur Einrichtung einer Pflichtfeuerwehr in Friedrichstadt.

Neben den öffentlichen Feuerwehren gibt es zusätzlich die Betriebs- beziehungsweise Werkfeuerwehren. Eine Werkfeuerwehr kann wie die Berufsfeuerwehr organisiert sein und kommt in großen Industrieunternehmen zum Einsatz. Sie ist speziell auf die Löschung von Bränden in ihrem Unternehmen spezialisiert und staatlich anerkannt. Bekannte Unternehmen mit einer Werkfeuerwehr sind beispielsweise Opel, Audi oder VW.

Keine staatliche Anerkennung als Feuerwehr hat hingegen die Betriebsfeuerwehr. Sie wird von Betrieben aufgestellt, bei denen keine erhöhte Brandgefahr besteht, die aber trotzdem vorsorgen wollen. Die Betriebsfeuerwehr ist für den Ersteinsatz zuständig, braucht aber im Allgemeinen zum Löschen von großen Bränden Unterstützung.

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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