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Mein Erbe – mein Hund oder meine Katze

Mein Erbe - mein Hund oder meine Katze
geschrieben von Katti Mieth

Sich frühzeitig um das Testament Gedanken zu machen, gibt für die Zukunft beruhigende Gewissheit, auch wenn Sie sich bester Gesundheit erfreuen. Haben Sie oder wünschen Sie keinen Menschen, den Sie mit Ihrem Erbe bedenken wollen, kann auch Ihr Hund oder Ihre Katze Erbe sein. Vorsicht ist allerdings bei den Formulierungen geboten, denn einen tierischen Erben erkennt das Nachlassgericht nicht an.

Erinnern Sie sich noch an den Münchner Modezar Rudolf Mooshammer, der sein Hündchen "Daisy" als Erbin für einen Großteil seines Vermögens eingesetzt hat? Neben diesem prominenten Fall kann jeder jedes Wesen seiner Wahl – seinen Hund, sein Pferd oder seine Katze – als Erbe einsetzen.

Ein solches Testament muss jedoch juristisch korrekt verfasst sein, damit es greift. Im deutschen Recht gilt die familiäre Erbfolge. Da die Gerichte ein Haustier nicht zur Familie gehörend und damit nicht als erbberechtigt anerkennen, ist Vorsicht geboten. Obwohl der Paragraf "90a BGB" Tiere nun nicht mehr nur als Sachen sieht, reicht es dennoch nicht, Flocki, Mietzi oder Pony als Erben zu nennen. Deutsche Nachlassgerichte erkennen ein Tier nicht als rechtsfähig, ebenso auch nicht als erbfähig an.

Suchen Sie juristische Unterstützung, wenn Sie einem Tier Ihr Vermögen vermachen wollen, damit Katzi oder Flocki nicht einfach wie ein alter Schrank entsorgt werden kann.

Auf was Sie achten müssen

Immer wieder kommt es vor, dass Testamentsverfasser nur den Namen ihrer Katze, ihres Pferdes oder Hundes als Erbe oder Vermächtnisnehmer nennen. Eine solche Formulierung findet jedoch keine Anwendung und das geliebte Haustier fällt einfach in die gesamte Erbmasse, wie ein Möbelstück des Erblassers, sein Auto oder sein Rembrandt. Wenn Sie aber sicher gehen wollen, dass Flocki, Mitzi oder Pony nicht wie ein altes Möbelstück entsorgt werden kann, ist es wichtig, sich beim Aufsetzen Ihres Testamentes juristisch beraten zu lassen.

Das Gesetz sieht vor, dass jeder einen oder mehrere Erben haben muss, der nach dem Ableben zum Nachfolger bestimmt wird. Legen Sie niemanden testamentarisch fest, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft und jemand aus der Familie wird Sie beerben – Ihr Vater, Ihr Bruder, Ihr Sohn oder Ihr Onkel.

Als Erben oder Vermächtnisnehmer für Ihr Tier müssen Sie in einem persönlichen Testament eine Person oder eine Tierschutzorganisation einsetzen, die Ihr Vertrauen genießt. Neben dem Erben können Sie auch einen Vermächtnisnehmer bestimmen, dem Sie aus Ihrem Nachlass einen ganz konkreten Teil, hier Ihr Tier, vermachen, welches dieser dann von Ihrem Erben ausgehändigt bekommt.

Ein Jurist kann Sie bei der Entscheidung beraten, ob die Person, die sich um Ihr Tier kümmern soll, Erbe oder Vermächtnisnehmer sein soll. Sie besprechen mit dieser Person oder auch Tierschutzvereinigung, ob überhaupt die Bereitschaft und die Möglichkeit besteht, sich ausreichend um Ihr Tier zu kümmern. Ist dies gesichert, setzen Sie in Ihrem Testament diese bestimmte Person oder Organisation als Erben oder Vermächtnisnehmer ein. Diese Nennung müssen Sie mit der Auflage "§1940-2192 ff BGB" verknüpfen, die diese Person verpflichtet, Ihr Tier erst einmal zu versorgen.

Bei einem Vermächtnis sollten Sie einen bestimmten Geldbetrag einbeziehen, um Tierarzt- und Futterkosten zu decken. Das Testament sollte auch aussagen, wie der Verantwortliche Ihr Tier zu versorgen hat. Das bedeutet wie oft er mit Ihrem Flocki spazieren gehen oder was Mietzi zu fressen bekommen soll.

 

Kontrolle Ihres Nachlasses

Um Erbstreitigkeiten einzugrenzen setzen Sie einen Testamentsvollstrecker ein, denn wenn Sie irgendwann einmal nicht mehr selbst bestimmen können, ist es besonders wichtig, eine Kontrollinstanz festgelegt zu haben. Diese weitere Vertrauensperson ist der sogenannte Testamentsvollstrecker, der ein Freund, Ihr Tierarzt, Rechtsanwalt oder ein Tierschutzverein sein kann. Halten Erbe oder Vermächtnisnehmer sich nicht an die Abmachungen, Ihr Tier gut zu versorgen, kann der Testamentsvollstrecker den Hüter durch eine Klage anweisen, sich an die Vorgaben zu halten.

Um Ihr Tier zusätzlich zu beschützen können Sie Strafklauseln einfügen, wie zum Beispiel: wenn XYZ seine Aufgabe nicht erfüllt, muss er 20.000 Euro an Person XYZ zahlen. Im schlimmsten Fall verliert der Erbe dann das Vermögen an die Staatskasse.

Formulierungsvorschlag eines Testaments für Ihr Tier

Meinen Sohn, Peter Müller, bestimme ich zu meinem Alleinerben. Meine Katze Katzi, sowie 10.000 Euro vermache ich meiner Freundin Elizabeth Katzur, Am Berg, 22356 Bergen, Deutschland, verbunden mit der Auflage, Katzi in Pflege zu nehmen. Sie hat Katzi täglich mit hochwertiger Tiernahrung zu füttern und eine artgerechte Haltung zu gewährleisten. Zur Überwachung dieser Auflagen ordne ich eine Dauertestamentsvollstreckung bis zum natürlichen Tod meiner Katze Katzi an. Als Testamentsvollstrecker bestimme meinen Tierarzt, Dr. Katz. Operationen und andere medizinische Maßnahmen dürfen ohne Zustimmung von Dr. Katz nicht vorgenommen werden.

Das Testament muss ebenso in der Form korrekt sein: es muss eigenhändig handschriftlich von Ihnen geschrieben und unterzeichnet sein und ein Datum tragen. Sie können auch Änderungen vornehmen, oder ein neues Testament aufsetzen, das aber auch wieder handschriftlich gefertigt und unterschrieben sein muss und ein aktuelles Datum tragen muss.

Quelle: Dr. Evelyne Menges (Tierrettung München).

Eine gemeinnützige Tierschutzorganisation als Erbe oder eine Stiftung

Haben Sie eine Tierschutzorganisation kennengelernt, können Sie auch ihr Ihr Vermögen vermachen. Organisationen und Tierschutzvereine haben oft vorgefertigte Anträge und Juristen in Ihren Reihen, die Sie kostenfrei beraten. Haben Sie ein großes Vermögen aber keine Person vor Augen, die Sie beerben kann, können Sie noch zu Lebzeiten eine eigene Stiftung als künftigen Erben ernennen, die dann nach Ihrem Tod errichtet werden muss. Diese Stiftung wird ganz nach Ihrem vorgegebenen Stiftungszweck dauerhaft verpflichtet, sich um Ihr Tier und auch um andere Tiere zu kümmern.

Schon zu Lebzeiten sein Testament zu errichten, sich fachkundig im Sinne Ihres Familienmitglieds Katzi, Hundi oder Pony beraten zu lassen hat nichts anrüchiges an sich. Es ist im Gegenteil, in weiser Voraussicht, ein Ruhekissen für die Zukunft Ihres tierischen Freundes, der Sie ein Leben lang begleitet hat.

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Katti Mieth

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