Management

So erkennen Sie einen Burn-out

So erkennen Sie einen Burn-out
geschrieben von Ulrike Laubner

Die Abwesenheiten und Krankheitskosten aufgrund von Burn-out nehmen stetig zu. Die psychischen und physischen Belastungen scheinen viele Arbeitnehmer, private, junge und ältere Menschen immer mehr zu überfordern. Woran erkennen wir erste Anzeichen von Überlastung und wie können wir diese kommunizieren?

So könnte ein typischer Tag aussehen:

  • Aufstehen, mit der Familie oder dem Partner frühstücken, erste kritische Themen
  • Kind zur Schule oder zum Kindergarten bringen
  • Autofahrt, Zugfahrt mit Musik, SMS, Anrufen
  • Arbeitsbeginn: E-Mails checken, Post erledigen, 1. Anruf
  • Spontane Krisensitzung
  • To-dos aus Krisensitzung erledigen
  • Vorbereitung Markteinführung, To-do-Liste
  • Anruf: Qualitätsprobleme, Sitzung einberufen und organisieren
  • Mittagszeit: Sandwich einkaufen und am PC essen
  • E-Mails lesen und beantworten
  • Anrufe bei Externen, Projekt 1
  • Projekt 2: Statusinformationen zusammenstellen
  • Produktspezifikation für neuen Artikel zusammenstellen
  • Briefing für Agentur
  • Anruf: Fotoshooting-Termin verlegen, Prototypen sind nicht fertig
  • Mitarbeiter/Vorgesetzter bittet um Gespräch zur Unterstützung
  • E-Mail lesen
  • Feierabend
  • Autofahrt, Zugfahrt mit Musik, SMS, Anrufen
  • Private Zeit? Einkaufen, Freunde anrufen, Essen, Familiengespräche, Beziehungsprobleme, Hobbys…

Die ist nur ein Beispiel, wie ein Tag aussehen kann. Sind Sie nicht auch schon aus der Puste geraten? Was geschieht, wenn wir permanent unter Strom stehen, keine Zeit für uns zum Abschalten finden, die Sorgen, Nöte, Ängste nicht bekämpfen, das Blut in Wallung bringen?

Wie können wir Burn-out im Arbeitsalltag erkennen?

Ein engagierter und leistungsorientierter Mitarbeiter wird sich seine Schwächen kaum eingestehen, auch wenn er sie schon ahnt. Achten Sie auf Ihren Mitarbeiter oder Kollegen:

  • Sind in Mitarbeitergesprächen über längere Zeit Frust, Demotivation, Energielosigkeit, Angst oder Sorgen zu spüren? Wie sieht der Handlungsspielraum aus ?
  • Verhält er sich in den Meetings ungewohnt passiv oder aggressiv?
  • Ist der Mitarbeiter während der Ferien öfter krank?
  • Klagt der Mitarbeiter häufig über Verspannungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder ist er unkonzentriert?
  • Lässt die Qualität und Quantität der Arbeit nach?
  • Geht er seinen Hobbys regelmäßig nach oder macht Sport?
  • Kann Ihr Mitarbeiter/Kollege abschalten oder drehen sich seine Themen nur um Sorgen, Ängste, Job? Ist Lebensqualität noch erkennbar ?

Wie können wir Burn-out im Privaten erkennen ?

  • Vermehrter Konsum von Suchtmitteln
  • Appetitlosigkeit
  • Abkapselung von Freunden und Familie
  • Vermeidung von Gesprächen
  • Aggressivität
  • Schlafstörungen (beim Einschlafen oder Durchschlafen)
  • Innere Unruhe
  • Magen-Darm-Probleme
  • häufige Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen und Muskelverspannungen
  • Vermehrte Gesundheitsprobleme, obwohl keine Befunde gefunden werden
  • Hoch-tief-Stimmung, Depressionen
  • Negative Lebensstimmung und Äußerungen

Treffen mehrere Anzeichen zu, so zögern Sie nicht, dies auch im Arbeitsalltag anzusprechen. Sie kennen Ihre Mitarbeiter und möchten, dass diese ihr Leben wieder mit Feuer füllen. Es ist im Sinne des Unternehmens, dass Mitarbeiter dauerhaft arbeits- und leistungsfähig sind.

Wie können Sie ein so privates und heikles Thema vorbereiten?

  • Machen Sie sich Gedanken über die Persönlichkeit und was er oder Kollegen in der Vergangenheit erzählt haben.
  • Erfahren Sie, wie ihr Unternehmen bei Burn-out unterstützen kann.
  • Schaffen Sie eine vertrauensvolle Atmosphäre und sprechen Sie den Betroffenen sensibel an.
  • Zeigen Sie ihm Wertschätzung und wie wichtig das Engagement, aber auch die Gesundheit ist.
  • Erkennen Sie die Hintergründe (privat oder Job)
  • Suchen Sie gemeinsam nach einer Lösung zur Entlastung (temporäre Mitarbeiter, Delegation von Aufgaben, Reduktion der Arbeitsszeit, Überstunden beziehen) wenn die Gründe in der Arbeitssituation liegen.
  • Für private Sorgen fragen Sie, ob der Mitarbeiter Unterstützung benötigt und ob sie ihm helfen können.
  • Fragen Sie, ob Sie bei der Elimination der Stressoren unterstützen können.
  • Nennen Sie Varianten zum Umgang in Stresssituationen (Zeitmanagement, 80:20 Regel, Arbeitsorganisation, Etappenziele, Entspannungstechniken, Hobbys, Sport etc.), die der Persönlichkeit und Situation des Betroffenen entsprechen könnten.

Wichtig für den Mitarbeiter ist, dass er sich gut aufgehoben fühlt und keine negativen Konsequenzen zu erwarten hat. Wenn Sie sich unwohl fühlen, dieses Gespräch zu führen, so können Sie dies auf informellem Weg versuchen oder die Personalabteilung um Unterstützung bitten.

Wenn Sie Anzeichen im Freundeskreis sehen, so haben Sie hier bereits ein Vertrauensverhältnis. Seien Sie sich jedoch auch hier bewusst, dass das Thema sehr persönlich ist und eine Konfrontation viel Fingerspitzengefühl benötigt.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Zeichen der Zeit erkennen und das Feuer niemals ausgeht.

Bildnachweis: tech_studio / stock.adobe.com

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

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Ulrike Laubner