Konflikte im Büro – wie damit umgehen?

Konflikte im Büro – wie damit umgehen?

Konflikte sind für die meisten Menschen unangenehme Situationen, denen man am liebsten aus dem Weg geht. Damit wird der Konflikt aber nicht gelöst, sondern nur vertagt – bis er irgendwann mit größerem „Wutpotenzial“ wieder auftaucht. Wie Sie Konflikte im Büro lösen, erfahren Sie hier.

Nun gibt es Menschen, die aufgrund ihrer Erziehung, Ausbildung oder Herkunft prinzipiell der Meinung sind, im Recht zu sein, echte Rechthabertypen. Wenn man solchen Personen widerspricht, zum Beispiel mit einem Satz wie "Da haben Sie nicht recht", dann ist der Kampfgeist geweckt. In ihrem Kopf formen sich Gedanken wie "Das werden wir noch sehen, wer von uns beiden recht hat." Der Turnierkampf ist eröffnet.

Genauer betrachtet hat doch jeder Mensch irgendwie recht – von seinem subjektiven Standpunkt aus gesehen. Warum sollte man ihn dann nicht in seinen Gefühlen bestärken? "Frau Schulze, an Ihrer Stelle würde ich das genauso sehen!" Das nimmt erst einmal den Druck aus dem Gespräch, Frau Schulzes Recht wurde bestätigt.

Einen gemeinsamen Standpunkt entwickeln

Und nun wird versucht, einen gemeinsamen Standpunkt zu entwickeln. Ein Punkt, von dem beide Seiten dieselben Fakten aus demselben Blickwinkel sehen. "Frau Schulze, schauen wir doch mal für einen Moment das Thema von einem anderen Blickwinkel aus an." Nun ist Frau Schulze gezwungen, einen Perspektivenwechsel durchzuführen. Dadurch ist die Basis für eine breitere Diskussion geschaffen, es können neue Aspekte eingebracht werden.

Wichtig ist hierbei, nicht oberlehrerhaft aufzutreten. Wer lässt sich schon gerne belehren, vor allem dann, wenn einem der eigene Standpunkt selbst als nicht "erdbebensicher" erscheint.

Unterschiedliche Kulturen – unterschiedliche Ansprache

Wenn Sie es mit Kollegen aus dem norddeutschen oder nordeuropäischen Raum zu tun haben, dann ist Ihnen bestimmt aufgefallen, dass die emotionale Hemmschwelle für "Ausraster" dort höher liegt als bei einem Menschen, der in osteuropäischen oder nahöstlichen Gefilden sozialisiert wurde. Dort wächst man auch mit etwas anderen Ehrbegriffen auf als in der Mitte Europas. Dann ist mit der richtigen Wortwahl besonders darauf zu achten, dass keine vermeintlichen "Ehrgefühle" verletzt werden.

Es passiert nun häufig, dass beide Seiten glauben, im Recht zu sein – vom subjektiven Standpunkt und Lebenshintergrund aus gesehen eigentlich eine normale Situation, in der nun ein gemeinsamer Standpunkt, ein gemeinsamer Blickwinkel erarbeitet werden muss: "Frau Meier, ich an Ihrer Stelle würde es genauso sehen. Nun lassen Sie uns aber mal die Geschichte aus einer anderen Perspektive betrachten – aus der unserer Kunden."

Tipp: Solange kein Konsens, keine Übereinstimmung gefunden ist, solange existiert die Basis für weitere Konflikte. Auch wenn die Suche nach einem gemeinsamen Blickwinkel Zeit erfordert – so viel Zeit muss sein. Und sollte sich tatsächlich keine Übereinstimmung ergeben, was immer die Gründe dafür sein mögen, akzeptieren Sie einfach die Meinung der anderen Seite – und dann vergessen Sie das Thema, sonst wird Sie der Konflikt noch längere Zeit beschäftigen.

Lesen Sie auch die anderen Teile der Serie "Konflikte im Büro":

Veröffentlicht am 17. September 2012