Finanzierung

So bringen Sie schlechte Zahler mit Verzugszinsen auf Trab

Rechnungen möglichst spät zu bezahlen, das wird immer mehr zum Volkssport – und Freelancer sind besonders davon betroffen. Denn nicht wenige Auftraggeber spekulieren geradezu darauf, dass der Freie die schlechte Zahlunsmoral still erduldet – aus Angst, dass er keine weiteren Aufträge bekommt, wenn er sich wehrt. Wenn auch Sie die Nase voll davon haben, bringen Sie chronische Nichtzahler schnell mit der Berechnung von Verzugszinsen auf Trab.

Verzug tritt 30 Tage nach Zugang der Rechnung bei Ihrem Kunden ein – und zwar sogar automatisch, wenn Sie für Unternehmenskunden arbeiten.

Für Unternehmens- und Verbrauchskunden gilt: Ist auf der Rechnung ein Datum für die späteste Zahlung angegeben, tritt Verzug mit Überschreiten dieses Datums ein. Zahlt der Kunde bis dahin nicht, können Sie ab dem 30. Tag darauf Verzugszinsen berechnen. Und zwar Verzugszinsen in unterschiedlichen Sätzen für Privat- und Geschäftskunden:

– Privatkunden: 5 % über dem geltenden Basissatz der Europäischen Zentralbank (derzeit 1,13 %), macht also 6,13 % pro Jahr.
– Geschäftskunden: 8 % über Basiszinssatz, also 9,13 % pro Jahr.

Beispiel: Sie haben am 1.9.2004 eine Rechnung über 1.000 Euro an ein Unternehmen geschrieben. Verzug tritt ab dem 1.10. ein. Trotz Mahnung (die eigentlich nihct nötig ist) hat der Kunde am 1.12 immer noch nicht bezahlt. Dann berechnen Sie die Verzugszinsen für den 2-monatigen Verzug so: 9,13 % von 1.000 Euro = 91,30 Euro; 91,30:12 (Monate) x 2 = 15,27 Euro

Diesen Betrag schlagen Sie dann einfach auf den Rechnungsbetrag auf – natürlich ausgewiesen als Verzugszinsen (ohne Umsatzsteuer). Der Basiszinssatz wird halbjährlich am 1.1. und 1.7. neu festgelegt. In der Übersicht unten sehen Sie deshalb Sätze für Verzugszinsen für 2003 und 2004, damit Sie auch noch Uralt-Rechnungen, die ein chronischer Nichtzahler immer noch ignoriert mit den richtigen Verzugszinsen ansetzen können.

ZeitraumVerzugszinsen PrivatkundenVerzugszinsen Unternehmenskunden
1.1.2003 bis 30.6.20036,97 %9,97 %
1.7.2003 bis 31.12.20036,22 %9,22 %
1.1.2004 bis 30.6.20046,14 %9,14 %
1.7.2004 bis 31.12.20046,13 %9,13 %

 

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.