Steuererklärung

Fehler bei der Lohnabrechnung: Steuerberater haftet länger als 3 Jahre

Lassen Sie Ihre Lohnabrechnungen bei einem Steuerberater erledigen, haftet dieser für eventuelle Fehler. Seine Haftung verjährt allerdings nach 3 Jahren. Gerade Fehler bei der Berechnung von Sozialabgaben werden jedoch häufig erst später entdeckt. Aber auch dann muss der Steuerberater Ihnen den Schaden ersetzen. Denn: Die Verjährungsfrist beginnt erst zu laufen, wenn der Schaden tatsächlich eingetreten ist – wenn also die zuständige Behörde selbst den Fehler entdeckt und Sie darüber informiert hat (Bundesgerichtshof, 23.09.2004, Aktenzeichen: IX ZR 148/03).

Steuererklärung: Nachträglich Kosten geltend machen

Das kann passieren: Sie vergessen in Ihrer Steuererklärung, Kosten anzugeben. Und ist der Bescheid erst einmal bestandskräftig (in der Regel 1 Monat nach Erhalt), können Sie keine zusätzlichen Kosten mehr nachschieben - vergessenes wird einfach nicht mehr berücksichtigt. Was aber, wenn Sie Ihren "Kosten-Posten" gar nicht im amtlichen Formular gefunden haben und deshalb gar nicht auf die Idee kommen, die Kosten in der Steuererklärung anzugeben.

Finanzamt: Reagieren Sie sofort, wenn der Steuerbescheid falsch ist

Ende September ist die verlängerte Frist für die Abgabe der Steuererklärung abgelaufen. Für die meisten Selbstständigen bedeutet dies, dass sie jetzt im Oktober und November die Steuerbescheide erhalten. Aber Achtung: Nach Schätzungen des Bundes der Steuerzahler ist jeder dritte Steuerbescheid fehlerhaft. Prüfen Sie deshalb Ihre Steuerbescheide sofort und genau. Denn Sie haben nur einen Monat Zeit für Beanstandungen und müssen fristgerecht reagieren.

Steuern sparen: Kosten für Steuerberater absetzen

Die neue Regierung hat sich darauf verständigt, die steuerliche Absetzbarkeit von Steuerberaterkosten ab dem kommenden Jahr deutlich einzuschränken. Zugleich ist schon jetzt klar: Die Steuererklärung wird ab 2006 deutlich komplizierter. Dennoch sollen nach den Plänen der Schwarz-Roten Regierungskoalition künftig Steuerberatungskosten nicht mehr als Sonderausgaben geltend gemacht werden können, sondern nur noch als Werbungskosten.

Fristverlängerung bei der Abgabe der Steuererklärung

Lassen Sie Ihre Steuererklärung 2005 von einem Steuerberater erledigen, verlängert sich die Abgabefrist automatisch. Statt bis zum 31.05. muss sie erst bis zum 31.12.2006 beim Finanzamt sein. Der Steuerberater kann den Abgabetermin sogar noch weiter hinauszögern und eine Abgabe bis zum 28.02.2007 beantragen. Die Finanzämter sind aber nicht verpflichtet, diesem Antrag nachzukommen, hat aktuell der Bundesfinanzhof klargestellt. Die Finanzämter dürfen darüber nach eigenem Ermessen entscheiden (Bundesfinanzhof, 21.02.2006, Aktenzeichen: IX R 78/99).

Finanzamtsbescheide: Rechtsbehelfsfristen müssen Sie selbst berechnen

Wenn Sie einen Bescheid vom Finanzamt bekommen, können Sie dagegen innerhalb einer Frist von einem Monat vorgehen. Die Frist beginnt am dritten Tag, nachdem das Finanzamt den Brief verschickt hat. Darauf weist das Finanzamt im Brief mit einer so genannten Rechtsbehelfsbelehrung hin. In der Belehrung steht allerdings nicht, dass sich der Fristbeginn auf den folgenden Werktag verschiebt, wenn der Finanzamtsbescheid an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag bekannt gegeben wird.

Steuererklärung: Wechselkursverluste, können geltend gemacht werden

Angenommen, Sie haben 2.000 Euro in eine exotische Währung eingetauscht, davon aber nur wenig verbraucht. Beim Rücktausch des verbliebenen Geldes in Euro entsteht Ihnen ein Verlust von einigen Hundert Euro. Da die einjährige Spekulationsfrist nicht überschritten ist, können Sie das als Spekulationsverlust ansetzen. Das heißt: Mit realisierten Gewinnen durch Verlustvor- oder -rücktrag verrechnen.

BFH: Nicht verbrauchter Werbeetat ist zu passivieren

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat sich im Urteil vom 22. August 2007 (Az. X R 59/04, veröffentlicht am 23. Januar 2008) mit der Problematik eines nicht verbrauchten Werbeetats eines Franchisegebers in der Systemgastronomie auseinandergesetzt. Im Urteilsfall waren die Franchisenehmer verpflichtet, für Werbung im überregionalen Bereich, monatlich 1 % der Umsatzerlöse an den Franchisegeber zu zahlen. Dieser übernahm dann mit dem gemeinsamen Werbeetat die überregionale Werbung. Allerdings hatte er nicht den gesamten Werbeetat verbrauchen können.

Eine Steuernachforderung ist nur bei vorheriger Warnung zulässig

Eine Steuernachforderung kann auf Sie zukommen, wenn Sie gegen eine Steuererklärung Einspruch erheben und diese zu Ihren Ungunsten geändert wird. Kommt es zu einer Steuernachforderung, spricht man intern von einer "Verböserung". Eine Verböserung darf das Finanzamt allerdings nicht einfach so festsetzen. Es muss Ihnen zuvor mitteilen, wenn ein geänderter Bescheid zu einer Steuernachforderung oder zu einer geringeren Steuererstattung führt.

Infos für Angehörige: Pflegekosten sind von der Steuer absetzbar

Die wenigsten Angehörigen von Pflegebedürftigen wissen, dass sie – und nicht nur die gepflegte Person selbst – einige ihrer Pflegekosten, also Aufwendungen für Pflege und Betreuung der Verwandten, in ihrer Einkommenssteuererklärung absetzen können. Angehörige, die die Betreuungs- und Pflegekosten für den Pflegebedürftigen übernehmen, können 20 % ihrer Aufwendungen direkt von der Steuer absetzen. Allerdings müssen die Erstattungen der Pflegeversicherung vorher von den Pflegekosten abgezogen werden.

Umsatzsteuer: Keine Zahlung für noch nicht erbrachte Leistungen

In der Praxis kommt es immer wieder vor, dass Vereinbarungen nicht wie vorgesehen eingehalten werden. Gerade in der Baubranche werden Bauverträge oft gekündigt. Daher ist es für Sie als Steuerverantwortlichen in der Baubranche extrem wichtig, wie Sie die von Ihrem Kunden zu zahlende "Ausfall-Vergütung" umsatzsteuerlich zu behandeln haben (Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 22.11.2007, Az. VII ZR 83/05). Sind keine Leistungen erbracht worden, ist auch keine Umsatzsteuer fällig.

So füllen Sie die Anlage EÜR 2007 richtig aus

Nur noch 2 Wochen, dann ist der (reguläre) Abgabetermin für Ihre Einnahmen-Überschuss-Rechnung 2007 gekommen. Genau gesagt, am 02.06., denn der 31.05. fällt auf einen Samstag. Wie Sie ja sicher bereits wissen, gibt es seit einigen Jahren ein extra Formular für jeden, der mehr als 17.500 Euro Umsatz macht. Dieses Formular heißt Anlage EÜR und fasst alles zusammen, was dem Finanzamt zuvor als formloses (Excel-) Blatt genügt hatte. Wie kriegen Sie nun Ihre Buchungen von den Konten des SKR 03 oder SKR 04 in das Formular?

Lohnsteuerjahresausgleich nachholen: Sie haben als Selbstständiger 4 Jahre Zeit

Eine gute Nachricht für alle, die sich gerade erst selbstständig gemacht haben und eventuell noch einen Lohnsteuerjahresausgleich aus vorangegangener Festanstellung machen können: Der Lohnsteuerjahresausgleich, der jetzt „freiwillige Steuererklärung“ heißt, kann jetzt 4 Jahre nach dem Steuerjahr eingereicht werden. Bisher war dies nur innerhalb von 2 Jahren möglich.

Rentenbesteuerung: Jetzt alle Steuerbescheide vorläufig

Zurzeit sind 3 Verfahren vor den Finanzgerichten anhängig, in denen zu prüfen ist, ob die neue hohe Rentenbesteuerung zu einer Doppelbesteuerung führt und verfassungsmäßig ist (FG Münster, 14 K 2406/06 E; FG Baden-Württemberg, 2 K 266/06; FG München, 15 K 4529/06). Um nicht in der Flut von Einsprüchen zu "ertrinken", hat das Bundesministerium die Finanzämter angewiesen, in alle Steuerbescheide, in denen Renten mit dem Besteuerungsanteil versteuert werden, einen Vorläufigkeitsvermerk nach § 165 AO aufzunehmen.

Steuerbescheid: Auch eine schlichte Änderung ist nur innerhalb von einem Monat möglich

Bei einem fehlerhaften Steuerbescheid, können Sie eine Änderung beantragen. Entweder Sie legen Einspruch gegen den Bescheid ein, oder Sie beantragen eine so genannte „schlichte Änderung“. Dies ist möglich, wenn es sich um offensichtliche Fehler, wie Zahlendreher (§ 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 a Abgabenordnung) handelt. Wichtig: Die Änderung ist nur innerhalb von einem Monat nach Erhalt des Bescheids möglich. Danach ist der Bescheid bestandskräftig (Bundesfinanzhof, 28.02.2007, Aktenzeichen: II B 33/06).

Steuerbescheid: Bei Fehlern einen kühlen Kopf bewahren

Viele Steuerzahler sind verständlicherweise stinksauer, wenn Ihnen ein Fehler im Steuerbescheid auffällt und legen sofort offiziell Einspruch gegen den Steuerbescheid ein. Das Risiko bei dieser Reaktion: Wenn Sie Einspruch einlegen, dann wird der gesamte Vorgang noch einmal überprüft. Und im schlimmsten Fall nimmt sich das Finanzamt die gesamte Akte noch einmal viel genauer vor und findet möglicherweise Unstimmigkeiten, die vorher nicht beanstandet wurden.