Arbeitsrecht

Verhaltensbedingte Kündigung – darauf sollten Sie achten

Lesezeit: 2 Minuten Verhaltensbedingte Kündigungen - also Kündigungen nach einem schuldhaften Fehlverhalten des Mitarbeiters - gehören zu der häufigsten Kündigungsart in der betrieblichen Praxis. Allerdings kann es gerade hier schnell zu Problemen für den Arbeitgeber kommen. Oft liegt es dann an kleinen Fehlern, die hätten vermeiden werden können. Wir haben deshalb die wichtigsten Punkte zusammengestellt, die Sie bei jeder verhaltensbedingten Kündigung beachten sollten.

Gelber Schein ab dem 1. Krankheitstag zulässig

Lesezeit: < 1 Minute Regelt ein Tarifvertrag, dass die Arbeitnehmer bereits am 1. Krankheitstag ein ärztliches Attest vorlegen müssen, hat diese Vorschrift Vorrang vor einer anderslautenden Betriebsvereinbarung. Das Bundesarbeitsgericht entschied jetzt, dass eine Frist von einem Tag ausreichend sei, um eine entsprechende ärztliche Bescheinigung einzuholen und beim Arbeitgeber vorzulegen.

Gehen Sie mit einfachen Mitteln gegen Blaumacher vor

Lesezeit: 2 Minuten Das Thema "Blaumachen" stellt Arbeitgeber immer wieder vor Probleme. Sie sind häufig machtlos, wenn sie annehmen, dass Mitarbeiter nicht wirklich erkrankt sind. Anzeichen für "Blaumacher" sind beispielsweise, wenn der Mitarbeiter oft nur für einen einzigen Tag krank ist, Montags und zum Wochenende hin fehlt, häufig seinen Arzt wechselt, nach Ablehnung eines Urlaubsantrags krank wird oder gar seine Erkrankung ankündigt.

Entlassungen beim Unternehmenskauf können gerechtfertigt sein

Lesezeit: 2 Minuten Übernimmt ein Arbeitgeber ein insolventes Unternehmen, muss er dessen Mitarbeiter nicht beschäftigen, wenn dies nicht in seine Pläne passt. Ein Arbeitnehmer des erworbenen Betriebes kann, wenn ihm zuvor vom Insolvenzverwalter die Kündigung ausgesprochen wurde, vom neuen Arbeitgeber nicht verlangen, weiter beschäftigt zu werden. Dies entschied nun das Bundesarbeitsgericht in Erfurt.

Kein Anspruch auf eine Auslandstätigkeit

Lesezeit: < 1 Minute Ein Arbeitnehmer war im Auftrag einer Bank über einen längeren Zeitraum hinweg als Repräsentant in Weißrussland tätig. Der Arbeitnehmer genoss während seines Auslandsaufenthalts zahlreiche Privilegien wie etwa mehrere Sekretärinnen, einen Chauffeur, etc., die ihm in Deutschland nicht zustanden. Als die Bank ihn in die Zentrale nach Frankfurt am Main zurückbeorderte, wollte er auf die Vorzüge der Auslandstätigkeit nicht mehr verzichten. Er ging deshalb vor Gericht, um zu erreichen, dass er ausschließlich im Ausland beschäftigt wird.

Arbeitgeber muss Dienstkleidung bezahlen

Arbeitgeber muss Dienstkleidung bezahlen

Lesezeit: < 1 Minute Verlangt der Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern das Tragen bestimmter Kleidung, die diese als Arbeitnehmer des Arbeitgebers kennzeichnet, handelt es sich dabei um Dienstkleidung. Gemäß § 67 BAT muss diese Dienstkleidung vom Arbeitgeber gestellt werden. Zu diesem Ergebnis kam das Bundesarbeitsgericht in Erfurt im Februar 2003.

Unterrichtung des Betriebsrats auch im Arbeitskampf

Lesezeit: < 1 Minute Der Betriebsrat muss auch während eines Arbeitskampfes über personelle Einzelmaßnahmen unterrichtet werden. Dazu zählen unter anderem Überstunden, Schichtverschiebungen, kurzfristige Versetzungen, Einstellungen und Beschäftigung von Mitarbeitern anderer Firmen. Diese Entscheidung traf kürzlich das Bundesarbeitsgericht in Erfurt.

Individuelle Vertragsbedingungen – eine Alternative zu Allgemeinen Geschäftsbedingungen

Lesezeit: < 1 Minute Wann immer Sie mit vorformulierten Vertragbedingungen arbeiten, die Sie in einer "Vielzahl" von Verträgen verwenden, handelt es sich um Allgemeine Geschäftsbedingungen, also AGB. Diese unterliegen den gesetzlichen Regelungen für AGB gemäß Paragraph 305ff. des BGB. Wollen Sie keine Rücksicht auf das AGB-Recht nehmen, dann müssen Sie die Vertragsbedingungen individuell aushandeln.

Bei Betriebsstilllegung keine Kündigung von Arbeitnehmern in Block-Altersteilzeit

Lesezeit: 2 Minuten Wenn der Arbeitgeber mit einem Mitarbeiter eine Vereinbarung über Block-Altersteilzeit getroffen hat, und der Arbeitnehmer sich bereits in der Freistellungsphase befindet, ist die Stilllegung des Betriebes kein dringendes betriebliches Erfordernis im Sinne des Paragraph 1 Absatz 2 Kündigungsschutzgesetz. Eine Kündigung des Arbeitnehmers ist daher unzulässig. Dieses Urteil fällte das Bundesarbeitsgericht am 5.12.2002.

Kein Vergütungsanspruch der Geliebten für Kinderbetreuung des Liebhabers

Lesezeit: 2 Minuten Private Trennungen sind oft schmerzvoll und nicht unbedingt selten. Vor einem Arbeitsgericht enden sie jedoch selten. Deswegen rieb sich ein Bonner Arzt die Augen, als er plötzlich Post vom zuständigen Arbeitsgericht bekam. Seine ehemalige Geliebte verklagte ihn zunächst vor dem Bonner Arbeitsgericht und schließlich vor dem Kölner Landesarbeitsgericht auf die Zahlung einer Vergütung für die vertragliche Betreuung seiner Kinder.

Auswirkungen der Schuldrechtsreform auf Arbeitsverträge

Lesezeit: 2 Minuten Am 1.1.2002 trat die Schuldrechtsreform in Kraft. Sie bewirkte unter anderem, dass die Vorschriften über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nun auch auf Ihre Arbeitsverträge anzuwenden sind, soweit diese vorformulierte Arbeitsbedingungen enthalten. Für Arbeitsverträge, die nach dem 31.12.2001 abgeschlossen wurden, gelten die Bestimmungen der Reform bereits seit dem 1.1.2002. Ab dem 1.1.2003 finden sie nun auch Anwendung auf die Arbeitsverhältnisse, die am 1.1.2002 bereits bestanden haben.

Betriebsbedingte Kündigung: So treffen Sie eine Sozialauswahl

Betriebsbedingte Kündigung: So treffen Sie eine Sozialauswahl

Lesezeit: 2 Minuten In wirtschaftlich schwierigen Zeiten steigt die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen. Kommen für eine solche Kündigung mehrere Mitarbeiter in Betracht, muss der Arbeitgeber vor demAusspruch einer solchen Kündigung nach Paragraph 1 Absatz 3 Kündigungsschutzgesetz eine Sozialauswahl vornehmen. Im folgenden Beitrag sagen wir Ihnen, worauf Sie dabei achten müssen.

Abfindung wegen Prestigeverlust gerechtfertigt

Lesezeit: < 1 Minute Droht einem Arbeitnehmer nach einer betrieblichen Umstrukturierung auf seiner neuen Stelle ein Prestigeverlust, muss er eine Weiterbeschäftigung nicht akzeptieren. Zu diesem Urteil kam nun das Arbeitsgericht Frankfurt/Main. Dem Arbeitnehmer steht in diesem Fall eine Abfindung nach dem Sozialplan zu.

Fehlerhafter Tätigkeitsnachweis rechtfertigt noch keine Kündigung

Lesezeit: < 1 Minute Eine Außendienstmitarbeiterin hatte auf ihrem Tätigkeitsnachweis einen Kunden eingetragen, den sie nicht besucht hatte. Auf den unrichtigen Eintrag hin angesprochen, entschuldigte sie den Fehler mit einer versehentlich falsch vorgenommenen Computereingabe. Zum fraglichen Zeitpunkt sei sie bei einem anderen Kunden gewesen. Sie habe sich keinesfalls eine unberechtigte Lohnzahlung erschleichen wollen.

Erstes Schreiben des Mitarbeiter-Anwalts muss noch keine Vollmacht enthalten

Lesezeit: < 1 Minute Fordert der Anwalt eines Mitarbeiters bei Ihnen als Arbeitgeber einen tariflichen Anspruch ein, sollten Sie das Schreiben nicht schon deswegen in den Papierkorb werfen, weil der Rechtsbeistand Ihres Mitarbeiters keine Vollmacht beigefügt hat. Die Forderung ist nämlich wirksam geltend gemacht, auch wenn der Anwalt die Vollmacht seines Mandanten erst nach dem Ablauf der tariflichen Ausschlussfrist einreicht.

Voraussetzungen für eine Änderungskündigung

Lesezeit: 2 Minuten Durch den Arbeitsvertrag sind viele Dinge eindeutig geregelt. Der Arbeitgeber kann diese Festlegungen nicht einfach durch Anweisungen ändern. Wollen Sie als Vorgesetzter oder Arbeitgeber Veränderungen vornehmen, muss Ihr Mitarbeiter vorher zustimmen. Für den Fall, dass er dazu nicht bereit ist, können Sie eine Änderungskündigung aussprechen.

Betriebsrat: Begrenzte Mitbestimmung bei Bildungsurlaub

Lesezeit: < 1 Minute Der Betriebsrat hat bei der Auswahl von Bildungsurlaubs-Veranstaltungen ebenso wenig ein Mitspracherecht wie bei der Auswahl der Mitarbeiter, die für eine solche Maßnahme freigestellt werden sollen. Und auch Bewilligung und Widerruf von Bildungsurlaub ist allein Sache des Arbeitgebers. Dies entschied in der vergangenen Woche das Bundesarbeitsgericht.

Lohnzahlung trotz Kündigung?

Lesezeit: < 1 Minute Ein Mitarbeiter hatte eigenmächtig seinen Urlaub verlängert. Er wurde daraufhin von seinem Arbeitgeber fristlos gekündigt. Unmittelbar nach der fristlosen Kündigung wurde ihm von einem anderen Unternehmen eine gleichwertige Tätigkeit angeboten. Dieses Angebot lehnte der Mitarbeiter ohne weitere Begründung ab. Stattdessen wehrte er sich gerichtlich gegen die Kündigung bei seinem alten Arbeitgeber.

Bestimmungen für Befristungen vor dem 01.01.2001

Lesezeit: < 1 Minute Bei Befristungen vor dem 01.01.2001 gelten noch die Bestimmungen des Beschäftigungsförderungsgesetzes, entschied das Landesarbeitsgericht Düsseldorf. Im konkreten Fall klagte eine Arbeitnehmerin auf Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses aufgrund des seit dem 01.01.2001 geltenden Teilzeit- und Befristungsgesetzes.

Kündigung wegen Strafanzeige gegen Arbeitgeber nicht gerechtfertigt

Lesezeit: < 1 Minute Ein Mitarbeiter hatte auf Rat seines Anwalts hin seinen Vorgesetzten angezeigt, weil dieser den Arbeitnehmer zur Manipulation von Arbeitszeitabrechnungen aufgefordert hatte. Das eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde jedoch von den Behörden mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Daraufhin kündigte der Arbeitgeber dem Mitarbeiter fristlos, hilfsweise fristgerecht, wogegen der Mitarbeiter Kündigungsschutzklage erhob.

Bereitschaftsdienst ist Arbeitszeit

Lesezeit: < 1 Minute Bereitschaftszeit ist, auch bei einer anders lautenden Betriebsvereinbarung, als Arbeitszeit zu bewerten. Dies stellte jetzt das Landesarbeitsgericht in Hamburg fest und gab damit der Klage eines Krankenhaus-Betriebsrats statt. Die werktägliche Arbeitszeit ist in Deutschland festgelegt und darf nur in Ausnahmefällen überschritten werden.

Ausländische Arbeitgeber müssen sich an deutsche Mindestlöhne halten

Lesezeit: 2 Minuten Die Zeiten der ausländischen Billigarbeiter auf deutschen Baustellen scheinen vorbei zu sein. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die deutschen Baubetriebe im Wettkampf mit ausländischen Konkurrenten gestärkt, indem er ausländische Bauunternehmen nun verpflichtet, ihren Arbeitnehmern künftig die deutschen Mindestlöhne zu zahlen. Stundenlöhne unterhalb von 10 Euro auf deutschen Baustellen gehören damit der Vergangenheit an. Allerdings gilt das Urteil der europäischen Richter nicht ausschließlich für die Baubranche.

Nach Ablauf der Befristung kein Recht auf Weiterbeschäftigung

Lesezeit: 2 Minuten Ein befristeter Arbeitsvertrag gibt keinen Anspruch auf ein weiteres, an diesen Arbeitsvertrag anschließendes befristetes Arbeitsverhältnis. Ein Arbeitnehmer kann damit keinen weiteren befristeten Vertrag fordern, auch wenn der sachliche Grund für eine Befristung auch nach dem Ablauf des ersten Arbeitsvertrages weiterhin besteht. Zu diesem Urteil gelangte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt.