Die Bachelor-Thesis für Bewerbungen nutzen

Abbildung 1: Der Abschluss - Seit jeher ein besonderer Moment. Danach geht es oft in das Arbeitsleben ©Conrad Poirer - commons.wikimedia.org (CC0 1.0)

Ist das Studium abgeschlossen, geht es mit einem Anschreiben, dem Lebenslauf, allen Arten von Zeugnissen und – nicht zu vergessen – der Abschlussarbeit, in die Bewerbungsphase. Während Nicht-Studierte hauptsächlich nach ihren Zeugnisnoten bewertet werden, zählt bei Fertigstudierten zusätzlich die Bachelor-Thesis als Referenz für die Beurteilung. Nicht umsonst: Denn aus dieser können Personaler wichtige Informationen über den Bewerber entnehmen.

Was Unternehmen aus der Abschlussarbeit herauslesen können

In allererster Linie zeigt sich, welche inhaltlichen Kenntnisse der Studierte vorweisen kann. Die Thematik der Arbeit und die Ausrichtung der Unterthemen, geben im Vergleich zum Abschlusszeugnis, deutlich mehr Aufschluss über einige Aspekte des Fachbereichs, in denen Erfahrungen vorliegen. Dabei ist auch erkennbar, wie tiefgehend das Wissen in diesen Bereichen ist, was eine erste Einschätzung gestattet, wo Stärken und thematische Vorlieben des Bewerbers liegen könnten.

Dies lässt sich natürlich instrumentalisieren, sofern zuvor schon konkretere Vorstellungen für die angestrebte Karriere und die entsprechenden Unternehmen bestehen.

Abbildung 2: Aus einer Bachelorarbeit lässt sich vieles ablesen ©pixabay.com – Public Domain (CC0 1.0)

Darüber hinaus ist es möglich, Rückschlüsse zu den Fähigkeiten zu ziehen, die für eine Bachelor-Thesis relevant sind. Hier eine Übersicht der ablesbaren Skills:

Wissenschaftliches Arbeiten: Je nach angestrebter Branche, kann wissenschaftliches Arbeiten ebenso essentiell wie für das Schreiben der Abschlussarbeit sein. Allein hierfür ist bereits eine Reihe von Fertigkeiten notwendig:

  • Methodisch-systematisches Vorgehen, bei dem die Ergebnisse für jeden Außenstehenden objektiv nachvollziehbar sind. Dies geschieht beispielsweise durch die Offenlegung der zugrunde gelegten Informationsquellen (Zitation) und das detaillierte Beschreiben der Experimente, sodass diese reproduzierbar sind.
  • Ausführliche Recherche, die sowohl zielführend, als auch auf Fundiertheit geprüft sein muss. Daraus ergibt sich auch das Ziehen von Schlüssen, einschließlich Erkennen von Unstimmigkeiten  und der Entwicklung einer eigenen Meinung.
  • Arbeiten mit Standardsoftware: Unerheblich, ob Microsoft Office oder eine der vielen, oft kostenlosen Alternativen, ist es wichtig, mit dem entsprechenden Texterstellungsprogramm und eventuell anderen benötigten Programmen, umgehen zu können. Unter Umständen legt der möglicherweise künftige Arbeitgeber Wert hierauf.
  • Ausdauer: Natürlich ist aus der Bachelor-Thesis nicht ersichtlich, wie viel Zeit für deren Verfassen benötigt wurde. Doch bei, von Anfang bis Ende gleichbleibend guter Qualität, kann zumindest der Rückschluss gezogen werden, dass der Kandidat vergleichsweise ausdauernd gearbeitet hat.
  • Artikulationsfähigkeit: Meist reicht schon das Lesen eines kurzen Ausschnitts oder der Zusammenfassung, um die verbalen Skills ein wenig einschätzen zu können. So ist dem Text beispielsweise zu entnehmen, ob tendenziell ein großer Wortschatz und komplexere Satzbauten Formulierungen vorliegen, während gleichzeitig Rechtschreibung und Grammatik kurz geprüft werden können.
  • Kreativität: Sowohl für das Füllen der Seiten, als auch das eventuelle Entwerfen eines Covers oder das Ergreifen anderer Freiheiten zur optischen Gestaltung, erfordern zwar Einfallsreichtum, können aber einen positiven, bleibenden Eindruck hinterlassen.
  • Strukturiertes und sorgfältiges Arbeiten: Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis und auf vereinzelte Seiten, können bereits genügen, um zu sehen, ob gängige Vorgaben (Zitation, Formatierungen, usw.) eingehalten wurden und das Werk einen sauberen Gesamteindruck macht. Dazu zählt auch, ob eine Bindung verwendet wurde. Es empfiehlt sich gerade bei der Absicht, sich mit der Abschlussarbeit bewerben zu wollen, seine Bachelorarbeit drucken zu lassen (z.B. bei diplomarbeitendruckerei.de), um sie als "Visitenkarte" verwenden zu können – Denn es ist klar, dass eine Ringbindung oder gar ein optisch ansprechendes Soft- oder Hardcover, vergleichsweise besser wirkt und eher positiv heraussticht, als ein Stapel loser Seiten.

Abbildung 3: Lose Blätter hinterlassen eher selten einen positiven Eindruck. ©Niklas Bildhauer – commons.wikipedia.org (CC BY-SA 2.0)

Vorteile bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen

Für die Praxiserfahrung ist eine Kooperation mit einer Firma vorteilhaft, da diese einen Wert für den Arbeitsmarkt mit sich bringt. Besonders für Studenten eher praktisch orientierter Fächer wie IT, Ingenieurswesen oder BWL, ist es sonst vergleichsweise schwierig, das volle Potential ihres Studienfachs auszuschöpfen. Hinzu kommt, dass Studenten anschließend häufig von den Unternehmen übernommen werden – Zumindest haben überzeugende Absolventen es bei einer späteren Bewerbung leichter, als bislang unbekannte Kandidaten.

Doch auch für den jeweiligen Betrieb gibt es einige praktische Aspekte. So kann eine herausragende Abschlussarbeit ein Aushängeschild für das Unternehmen sein und für diese eine geeignete Werbung darstellen. Außerdem erleichtert die Kooperation mit den Studenten das Finden passender Mitarbeiter für die Zukunft. Manche Großkonzerne schreiben sogar gezielt Themen für die Bachelor-Arbeit auf ihrer Webseite aus, um für sie relevante Themen bearbeiten zu lassen. Wird der Student beim Verfassen mit Rat und Tat unterstützt, kann dies also für beide Seiten Vorteile bieten.

Wer sich als Student für diese Option entscheidet, für den gilt es nun, eine passende Stelle zu finden. Dabei kann entweder nach offenen Ausschreibungen gesucht werden, die der geplanten Abschlussarbeit zumindest ähneln oder nach Unternehmen, die das vom Studenten vorgeschlagene Thema vermutlich interessieren wird. Bei der zweiten Option, sollte hierzu unbedingt telefonisch Rücksprache gehalten werden.

Ist eine geeignete Firma gefunden, wird es Zeit, sich zu bewerben. Dazu gehört neben dem Lebenslauf, auch das Exzerpt der Arbeit, die entsprechende Gliederung und – ganz wichtig – ein Motivationsschreiben, in dem erklärt wird, nach welchen Gesichtspunkten das Thema gewählt wurde.

Nicht fehlen sollte die Intention, im ausgewählten Unternehmen schreiben zu wollen. Nicht obligatorisch doch vorteilhaft, kann ein Empfehlungsschreiben der eigenen Dozenten oder des Betreuers sein. Zuletzt sollte geprüft werden, in welcher Form das Unternehmen Bewerbungen bevorzugt und ob diese ordentlich formuliert und formatiert ist.

Zum Schluss noch ein Tipp für Studenten, die ihre Abschlussarbeit noch vor sich haben: Auf der Seite der Technischen Universität Dresden gibt es eine passende Anleitung zum Thema.

Veröffentlicht am 6. September 2014
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