Studienwahl

Duales Studium: praxisnaher Studiengang mit Perspektive

Duales Studium: praxisnaher Studiengang mit Perspektive
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Ein duales Studium vereinbart betriebliche Arbeitspraxis oder gar eine Ausbildung in einem Betrieb und theoretisch-wissenschaftliche Schulung an einer Hochschule beziehungsweise Fachhochschule. Mussten sich früher Schulabgänger mit Abitur entweder für eine Ausbildung oder ein Studium entscheiden, so können sie mit dem dualen Studium einen Mittelweg wählen.

Duales Studium vereinigt Ausbildung und Studium
Für die Schulabgänger mit Abitur existierten in vergangener Zeit ausschließlich zwei mögliche Wege ins Berufsleben: Entweder musste für viele Jahre auf ein eigenes Einkommen verzichtet werden und man studierte oder man wählte ein sofortiges Einkommen und begab sich dafür in einen Lehrberuf. Dabei versüßten die Aussichten auf eine vermeintlich "lockere" Studienzeit und ein später im Verhältnis zu Lehrberufen potentiell höheres Einkommen vielfach die Entscheidung zugunsten eines Studiums.

Doch diese Einschätzungen haben sich verändert:

  • Durch die Umstellung vieler Studiengänge auf Bachelor und Master wurde das Studium vielfach straff durchorganisiert. Von der vormals gegebenen Freiheit zur persönlichen Studieneinteilung ist hierdurch nicht mehr viel geblieben. Ein Bachelor-Studium erscheint heute vielfach härter als ein 40-Stunden-Job.
  • Die Studienabgänger der jüngeren Vergangenheit werden vielfach als "Generation Praktikum" bezeichnet. Dies führt vor Augen, dass durch ein Studium nicht mehr unbedingt ein höheres Gehalt gewährleistet ist.
  • Zusätzlich schrecken in manchen Bundesländern Studiengebühren von einem Studium ab.

Duales Studium: ausbildungsintegrierenden und den praxisintegrierenden Studiengänge
Aus den genannten Gründen erscheint ein duales Studium als gute Alternative: Innerhalb der dualen Studiengänge unterscheidet man zwischen den ausbildungsintegrierenden und den praxisintegrierenden Studiengängen.

Bei den ersteren wird während des Studiums eine Prüfung vor der IHK oder Handwerkskammer abgelegt – der Studierende erhält damit einen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf. In der Regel wird bei einem Unternehmen ein entsprechender Ausbildungsvertrag geschlossen und die Bezahlung erfolgt jährlich steigend, wie in einer Lehre.

Nach der Gesellenprüfung wird ein Arbeits- oder Praktikantenvertrag abgeschlossen und entsprechend honoriert. Durchschnittlich liegt die Bezahlung jedoch über dem, was "normale" Lehrlinge verdienen.

Bei einem praxisintegrierenden Studiengang ist der Zeitrahmen für praxisnahe Tätigkeit höher als in einem reinen Studium. Dabei ist jedoch kein spezifischer Berufs- bzw. Lehrabschluss vorgesehen. Die Anstellung erfolgt über einen Praktikanten- oder Volontariatsvertrag in einem Betrieb oder Unternehmen.

Fasst man zusammen, so erscheint ein duales Studium im Vergleich zu einem normalen Studium als gewinnbringende Möglichkeit erfolgreich ins Berufsleben zu starten:

  • Als Student in einem dualen Studium wird man bezahlt – die Höhe des Einkommens richtet sich teilweise an Lehr- oder Praktikantenverträgen und kann stark variieren. Hinzu kommt, dass die Betriebe oder Unternehmen auch ganz oder teilweise die Studiengebühren übernehmen.
  • Die Absolventen eines dualen Studienganges werden häufig von den Betrieben oder Unternehmen nach dem Studium übernommen. Diejenigen, die nicht in ihrem Betrieb bleiben können, haben häufig, vor allem auf Grund ihrer praktisch erworbenen Kompetenzen, einen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt.
  • Entscheidet man sich für ein duales Studium, so dauert das Studium aller Regel nicht annähernd so lange, als würde man erst eine Ausbildung machen und anschließend studieren. Allerdings setzt dies im Gegenzug die Bereitschaft voraus, während des Studiums intensiv, auch in der vorlesungsfreien Zeit (im Betrieb oder Unternehmen), tätig zu sein!

Die Dauer der jeweiligen Ausbildung kann ebenso variieren, wie die Bezahlung. Dies liegt vor allem an den Strukturen der unterschiedlichen Studiengänge, die sich je nach Bundesland unterscheiden können. Die Ausbildungszeit kann zwischen sechs und neun Semestern betragen und kann meist durch einen Masterstudiengang, der nochmals zwischen vier bis sechs Semester dauern kann, ergänzt werden.

Wer bereits während seiner Ausbildung Geld verdienen möchte und bereit ist, in dieser Zeit viel Energie in seine Ausbildung zu investieren, für den bietet ein duales Studium beste Chancen für einen guten Start in eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Dabei ist die Vielfalt möglicher dualer Studiengänge inzwischen sehr groß.

Hier finden Sie mehr Informationen zum dualen Studium.

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Dr. Britta Kanacher

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