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Studienkredit – Tipps & Tricks für Schüler und Studenten

Studienkredit - Tipps & Tricks für Schüler und Studenten
geschrieben von Burkhard Strack

Ein Studienkredit erleichtert die persönliche Organisation und schafft Freiraum für das notwendige – dem Lerneinsatz für Schule und Studium.

Ein Studienkredit wird von der Bundesregierung gemeinsam mit der KfW und dem Bundesverwaltungsamt allen Schülern und Studierenden in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen zur Finanzierung von außergewöhnlichem, nicht durch BAföG erfasstem, Aufwand angeboten.

Ein Studienkredit ist unabhängig von BAföG-Leistungen 
Ein Studienkredit kann auch neben BAföG-Leistungen in Anspruch genommen werden. Maßgebend für die Vergabe eines Studienkredites ist die Richtlinie für die Vergabe der finanziellen Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Vergabe des Studienkredites ohne Einkommensbeschränkung
Es besteht kein Rechtsanspruch auf einen Studienkredit. Dafür ist die Bewilligung beim Bildungskredit – im Gegensatz zu den BAföG-Leistungen – vom eigenen Einkommen, vom Einkommen der Eltern und der Ehegatten unabhängig.

Studienkredit: Wer ist bezugsberechtigt?
Einen Studienkredit können in der Regel alle deutschen Staatsbürger und Staatsbürgerinnen erhalten, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Einen Studienkredit erhalten volljährige Schüler und Schülerinnen in den beiden letzten Jahren ihrer Ausbildung, sofern sie bereits über einen berufsqualifizierenden Abschluss verfügen oder diesen mit dem erfolgreichen Abschluss ihrer gegenwärtigen Ausbildung erlangen werden.
  • Studenten, die die Zwischenprüfung bereits bestanden haben oder die eine Erklärung ihrer Ausbildungsstätte vorlegen, dass eine Zwischenprüfung nicht vorgesehen ist und die üblichen Leistungen erbracht wurden, können den Studienkredit ebenfalls beantragen.
  • Einen Antrag auf einen Studienkredit können ferner Studenten stellen, die den ersten Teil eines Konsekutiv-Studiengangs abgeschlossen haben, ein postgraduales Diplomstudium oder ein Master- bzw. Magisterstudium betreiben. Ferner Studierende eines Zusatz-, Ergänzungs- oder Aufbaustudiums und Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines in- oder ausländischen Praktikums, das im Zusammenhang mit dem Studium durchgeführt wird.

Studienkredite für ausländische Auszubildende 
Einen Studienkredit können auch ausländische Auszubildende beantragen, wenn sie die oben genannten Voraussetzungen erfüllen und sie ihren ständigen Wohnsitz im Inland haben und z. B. ein Elternteil oder Ehegatte Deutscher ist oder der Auszubildende Asylberechtigter, aufgenommener Flüchtling oder Heimatloser ist.

In der Regel ist es auch Auszubildenden aus EU-Mitgliedstaaten mit inländischem Wohnsitz möglich, einen Studienkredit zu bekommen. Anderen Ausländern wird der Bildungskredit im Allgemeinen dann gewährt, wenn sie oder zumindest ein Elternteil vor Beginn der Ausbildung fünf bzw. drei Jahre in Deutschland erwerbstätig gewesen sind.

Weitere Voraussetzungen für einen Studienkredit 
Ein Studienkredit fördert nur Ausbildungen an Ausbildungsstätten, die im Rahmen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes anerkannt sind. Sofern die Ausbildung im Ausland stattfindet, muss für die Bewilligung des Bildungskredites der Besuch der ausländischen Bildungsstätte dem Besuch einer anerkannten inländischen Ausbildungsstätte gleichwertig sein.

Eine Förderung durch einen Studienkredit ist nur möglich, solange der Auszubildende das 36. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Studierende können den Bildungskredit im Allgemeinen nur bis zum Ende des zwölften Studiensemesters erhalten.

Wie wird durch den Bildungskredit gefördert?
Ein Studienkredit wird in monatlichen Raten von 100 Euro, 200 Euro oder 300 Euro ausgezahlt. Beim Studienkredit können innerhalb eines Ausbildungsabschnittes bis zu 24 Monatsraten, d. h. maximal 7.200 Euro, bewilligt werden.

Für außerplanmäßige oder besonders kostenintensive Anschaffungen für Schule, Studium und Beruf kann der Studienkredit, parallel zur laufenden monatlichen Zahlung bis zu einer Höhe von 3.600 Euro als Abschlag im Voraus ausgezahlt werden. Dabei muss der Kreditnehmer jedoch darauf achten, dass die festgesetzte Grenze von 24 Monatsraten und 7.200 Euro nicht überschritten wird.

Höhe der Zinsen
Der Studienkredit ist vom Tag der Auszahlung an zu verzinsen. Der Zinssatz ist beim Bildungskredit variabel und orientiert sich am 6-Monats-EURIBOR (European Interbank Offered Rate) zuzüglich einem Verwaltungskostenaufschlag in Höhe von einem Prozent pro Jahr.

Ein Studienkredit wird halbjährlich jeweils zum 1. April und 1. Oktober an die aktuellen Konditionen angepasst. Bis zum Beginn der Rückzahlung werden die Zinsen ohne gesonderten Antrag gestundet.

Die Rückzahlung des Studienkredites
Ein Studienkredit ist zunächst für vier Jahre (ab der ersten Auszahlung) tilgungsfrei. Nach Ablauf der tilgungsfreien Zeit ist der Kredit in monatlichen Raten von 120 Euro zurückzuzahlen.

Er kann jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückgezahlt werden, ohne dass zusätzliche Kosten anfallen. Bei einem weiteren Studienkredit für einen weiteren Ausbildungsabschnitt werden die Rückzahlungsraten gestundet. Können die Raten des Bildungskredits bei Fälligkeit noch nicht geleistet werden, kann man eine Stundung des Darlehens bei der KfW beantragen.

Weitere Informationen über den Bildungskredit
Umfangreiche Informationen zum Bildungskredit finden Sie auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Auch die KfW informiert auf Ihrer eigenen Internetpräsenz über den Bildungskredit für volljährige Schüler, Studenten und Auszubildende.

Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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