Achten Sie besonders auf diese Pflichtangaben bei Rechnungen – Das Rechnungs-Abc Teil 1

Achten Sie besonders auf diese Pflichtangaben bei Rechnungen – Das Rechnungs-Abc Teil 1

In den ersten beiden Teilen unserer Serie „Pflichtangaben auf Rechnungen“ haben Sie erfahren, auf welche Angaben Sie unter keinen Umständen verzichten sollten. Im dritten Teil erfahren Sie nun, auf welche Besonderheiten Sie bei Rechnungen, die Sie ausstellen oder erhalten, achten müssen.

Hier gelangen Sie zu Teil 1, Teil 2 und Teil 4.

Anzahlungen und Teilleistungen

Nicht immer muss der Rechnungsempfänger den Rechnungsbetrag auf einen Schlag bezahlen oder gar in Vorleistung gehen.

Viele Unternehmer bieten ihren Kunden sogar an, die Leistung zu teilen, sofern sie teilbar ist, und erst Stück für Stück bei Erbringung der einzelnen Teilleistungen zu bezahlen. Zu diesen Zeitpunkten entsteht dann auch die Umsatzsteuer.

In der Schlussrechnung müssen Sie als Rechnungsaussteller auf die vorherigen Rechnungen und Zahlungen hinweisen.

Hinweis: Sollte sich der Umsatzsteuersatz mal ändern, gilt bei einer Rechnung über Teilleistungen der Steuersatz, der bei Vollendung der Teilleistung gilt.

Bei einer Abschlagsrechnung dagegen ist der Steuersatz anzuwenden, der bei Vollendung der gesamten Leistung gilt. Ist die Leistung nicht teilbar und überweist der Leistungsempfänger eine Anzahlung, entsteht die Umsatzsteuer sofort, wenn die Anzahlung vereinnahmt wurde.

Differenzgeschäfte

Sind Sie ein gewerblicher Wiederverkäufer (z. B. Betreiber eines Second-Hand-Shops oder Autohändler) und veräußern Sie Gegenstände, für die Sie beim Einkauf keine Vorsteuer abziehen konnten, dürfen Sie das beim Verkauf nachholen.

Das funktioniert so, dass Sie die Umsatzsteuer aus der Differenz zwischen dem Einkaufs- und Verkaufspreis herausrechnen. Die errechnete Umsatzsteuer dürfen Sie dann aber nicht gesondert ausweisen. Als Kunde dürfen Sie aus so einem Differenzgeschäft keine Vorsteuer abziehen.

Wichtig: Bringen Sie auf der Rechnung einen Hinweis auf die Differenzbesteuerung an. Dabei muss unbedingt die Art des Differenzgeschäfts angegeben werden. Andernfalls wird der vereinnahmte Gesamtbetrag der Umsatzsteuer in Höhe von 19 % unterworfen.

Drittländer, Lieferungen

Liefern Sie Gegenstände in ein Nicht-EU-Land, also in ein sogenanntes Drittland, ist dieser Vorgang für Sie umsatzsteuerbefreit, sofern Sie die Lieferung der Ware durch einen entsprechenden Zollbeleg nachweisen können. Wichtig: In der Rechnung dürfen Sie keine Steuer ausweisen. Zudem müssen Sie einen Hinweis auf die Ausfuhr anbringen.

EU-Länder, Lieferungen

Ausfuhren in das EU-Ausland sind umsatzsteuerfrei, wenn Gegenstände an einen ausländischen Unternehmer und nicht an Privatpersonen geliefert werden. Um das nachzuweisen, teilen Sie als leistender Unternehmer dem Finanzamt die Umsatzsteuer- Identifikationsnummer des Empfängers Ihrer Lieferung mit.

Mein Praxis-Tipp für Sie: Sie können die Echtheit und Gültigkeit einer ausländischen Umsatzsteuer- Identifikationsnummer über das Bundeszentralamt für Steuern abfragen: http://evatr.bff-online.de/eVatR

Wichtig: Als Lieferant geben Sie über Ihre EU-Warenlieferungen je nach Höhe Ihres EU-Umsatzes monatlich oder vierteljährlich eine sogenannte Zusammenfassende Meldung elektronisch beim Bundeszentralamt für Steuern ab.

Dabei schlüsseln Sie alle EU-Lieferungen nach Staat, Leistungsempfänger, Entgelt und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Leistungsempfängers auf.

© Prasit Rodphan/123rf.com Lizenzfreie Bilder
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Fahrausweise als Rechnung

Fahrausweise, wie Zugtickets oder U-Bahn-Fahrscheine, gelten samt Zuschlags- und Platzkarten als Rechnung.

Mit einem solchen Ticket können Sie als Fahrgast nicht nur Ihren Beförderungsanspruch belegen, sondern es berechtigt Sie auch zum Abzug der darin enthaltenen deutschen Umsatzsteuer, wenn der Fahrausweis den Namen und die Anschrift des Beförderers, das Ausstellungsdatum, das Entgelt inklusive Steuern, den Steuersatz, wenn die Beförderungsleistung nicht dem ermäßigten Steuersatz unterliegt, und ggf. einen Hinweis auf eine grenzüberschreitende Beförderung beinhaltet.

Wichtig: Ein Online-Ticket berechtigt Sie nur zum Vorsteuerabzug, wenn Sie nachweisen können, dass der Fahrpreis Ihrem Konto belastet wurde.

Fehler beim Ausstellen der Rechnung

Fehler in Rechnungen, vor allem bei den Pflichtangaben, sind ärgerlich. Sie dürfen aber in den meisten Fällen korrigiert werden.

Voraussetzung ist, dass der Aussteller die Rechnung berichtigt, nicht der Rechnungsempfänger. Es ist daher erforderlich, dass sich beide Unternehmer absprechen, um einheitlich vorzugehen.

Andernfalls riskiert der Leistungsempfänger den Vorsteuerabzug und der leistende Unternehmer bleibt auf den Steuern sitzen.

Hier gelangen Sie zu Teil 4 unserer Serie „Pflichtangaben auf Rechnungen“: Das Rechnungs-Abc Teil 2

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Veröffentlicht am 30. Januar 2017
Autor
experto.de