Steuern

Steuerklasse wechseln? So geht‘s

Farina Fontaine
geschrieben von Farina Fontaine

Sie heiraten, lassen sich scheiden oder bekommen als Alleinerziehender ein Kind? Dann ändert sich Ihre Steuerklasse und Ihre Abgaben fallen womöglich geringer aus. Wenn Sie die Steuerklasse wechseln möchten, können Sie das in der Regel einmal im Jahr beim Finanzamt beantragen. Unter welchen Umständen das möglich ist, lesen Sie in diesem Artikel!

Die Steuerklasse, in die ein Steuerzahler eingruppiert wird, trägt entscheidend dazu bei, wie hoch die Abgaben an den Staat ausfallen. Als Einzelperson ist es nicht möglich, sich für eine der sechs Steuerklassen frei zu entscheiden. Nur für verheiratete Paare oder für Paare, die in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft leben, gibt es die Möglichkeit die Steuerklasse zu wechseln.

Welche Lohnsteuerklassen gibt es überhaupt?

Sechs verschiedene Lohnsteuerklassen gibt es in Deutschland, jede mit ihrer eigenen Bedeutung und einem eigenen Steuersatz. Zur Übersicht:

Lohnsteuerklasse 1: Diese Steuerklasse ist für unverheiratete, kinderlose Personen gedacht. Auch geschiedene oder getrennt lebende Personen können in diese Steuerklasse eingruppiert werden.

Lohnsteuerklasse 2: Diese Steuerklasse ist für alleinerziehende Mütter oder Väter gedacht, wenn mindestens für ein im Haushalt lebendes Kind Kindergeld bezogen wird.

Lohnsteuerklasse 3 und 5: Diese Lohnsteuerklassen sind für verheiratete Paare gedacht, bei denen einer entweder gar nicht oder weniger verdient als der andere. Wer mindestens 60 % des gemeinsamen Einkommens erwirtschaftet, sollte die Steuerklasse 3 wählen, der andere nimmt die Steuerklasse 5. Auf diese Weise wird das höhere Gehalt geringer besteuert und es bleibt mehr Netto übrig.

Lohnsteuerklasse 4: Die Steuerklasse 4 ist für Paare gedacht, bei denen beide ungefähr ähnlich verdienen.

Lohnsteuerklasse 6: Mit der Lohnsteuerklasse 6 wird ein Zweit- oder Drittjob besteuert, wenn der Hauptjob über eine andere Steuerklasse läuft. In der Steuerklasse 6 sind die Konditionen schlecht – ab dem ersten Euro wird voll besteuert.

Die Steuerklasse kann nur unter bestimmten Umständen gewechselt werden

Die Steuerklasse wechseln kann man nur, wenn sich die Lebensumstände verändern. Heiratet man, verlässt man also automatisch die Steuerklasse 1. Lässt man sich scheiden, geht man aus Steuerklasse 3, 4 oder 5 wieder zurück in Steuerklasse 1 (der Wechsel muss persönlich beim Finanzamt beantragt werden). Hat man ein Kind und ist alleinstehend, gehört man automatisch in die Steuerklasse 2.

Ist man verheiratet, hat man die Wahl zwischen zwei verschiedenen Möglichkeiten, die je nach Verdienst der beiden Partner gewählt werden sollten. Ändert sich die Jobsituation eines der beiden Partner oder beider, gibt es für Eheleute die Möglichkeit, ihre Steuerklasse einmal im Jahr zu wechseln.

Wo kann die Steuerklasse gewechselt werden?

Seine Steuerklasse wechseln kann man beim Finanzamt, das passende Vordrucke für diesen Fall bereithält. Im laufenden Jahr kann der Wechsel jederzeit bis zum 30. November vorgenommen werden und gilt dann rückwirkend für das gesamte Kalenderjahr.

Normalerweise werden Ehepaare nach einer Heirat automatisch in die Steuerklasse 4 eingeteilt. Hinsichtlich des Steuersatzes liegt die Steuerklasse 4 genauso wie die Steuerklasse 1. Bei unterschiedlich hohen Einkommen lohnt sich aber der bewusste Wechsel in Klasse 3 und 5.

Auch ein zweiter Wechsel ist unter Umständen möglich

Unter bestimmten Umständen ist auch mehr als ein Wechsel der Steuerklasse pro Jahr möglich. Wird etwa der Partner arbeitslos nachdem er die Steuerklasse bereits gewechselt hatte oder trennen sich Ehegatten im laufenden Jahr, kann eine erneute Änderung beim Finanzamt beantragt werden. Auch Paare, die Eltern werden, können außerhalb der einmaligen Änderung pro Jahr noch einmal zusätzlich wechseln.

Mehr zum Wechsel der Steuerklasse lesen Sie in diesem Artikel!

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