Immobilien & Steuern

Grunderwerbsteuer beim Wohnungskauf: Zählt die Instandhaltungsrücklage?

Grunderwerbsteuer beim Wohnungskauf: Zählt die Instandhaltungsrücklage?
geschrieben von Dr. Tobias Mahlstedt

Lange war gerichtlich nicht geklärt, ob die Grunderwerbsteuer beim Wohneigentum auf den gesamten Kaufpreis zu entrichten ist – und die Instandhaltungsrücklage nicht davon abgezogen werden darf. Diese Frage hat der Bundesgerichtshof rechtsgrundsätzlich mit „Ja“ entschieden (Urteil v. 02.03.2016, Az. II R 27/14).

Und zwar für einen Fall der Zwangsversteigerung. Hier ist nur klar: Die Grunderwerbsteuer bemisst sich nach Höchstgebot bei Zwangsversteigerung.

In dem Fall hatte ein Bieter im Zwangsversteigerungsverfahren eine Wohnung innerhalb einer Immobilie ersteigert, die einer Wohneigentümergemeinschaft (WEG) gehörte. Wie für WEGs vorgeschrieben (§ 21 Abs. 5 Nr. 4 Wohnungseigentumsgesetz), existierte eine Instandhaltungsrücklage, mit der vor allem künftige Reparaturen und Modernisierungen finanziert werden sollten.

Der Käufer war der Meinung, der Anteil dieser Rücklage, der auf seine Wohnung entfiel, mindere die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer. Das Finanzamt und das Finanzgericht Sachsen teilten diese Meinung naturgemäß nicht.

Weder Einspruch noch Klage noch Revision brachten dem Immobilienkäufer leider den gewünschten Erfolg. Der Bundesfinanzhof bestätigte, was die Vorinstanz auch schon befunden hatte: Die Grunderwerbsteuer bemisst sich nach dem vollen Kaufpreis – und damit dem Höchstgebot der Zwangsversteigerung. Eine Minderung um die vorhandene und noch nicht genutzte Instandhaltungsrücklage komme nicht infrage, so die Münchner Richter.

Bildnachweis: Fabio Balbi / stock.adobe.com

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Please wait...

Über Ihren Experten

Dr. Tobias Mahlstedt