Finanzkommunikation zur Sicherung der Unternehmensfinanzierung

Trotz der Finanzkrise kann man (noch) nicht von einer Kreditklemme sprechen, wohl aber von einer Kommunikationsklemme zwischen Unternehmen und ihren Kapitalgebern. Dies geht aus den Ergebnissen einer Studie zur Mittelstandsfinanzierung deutlich hervor.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen gehört die Sicherung der Unternehmensfinanzierung zu den größeren Herausforderungen. Das gilt schon unter normalen Bedingungen, aber viel mehr noch in einer Zeit, die geprägt ist von einer schweren Krise an den internationalen Finanzmärkten und einem erheblichen Umbruch auf dem Bankenmarkt. Zwar kennt derzeit noch niemand die Auswirkungen auf die Realwirtschaft genau, doch ohne gravierende Folgen wird diese dramatische Entwicklung nicht bleiben.

Dies betrifft nicht zuletzt auch die Unternehmensfinanzierung, denn Banken und Sparkassen werden als Hauptkapitalgeber des Mittelstands künftig ihre Risiken noch genauer betrachten als bisher. Die Folgen sind klar: Die Bedingungen für Kredite und damit für die gesamte Unternehmensfinanzierung werden deutlich schwieriger, die Kosten für die Refinanzierung steigen.

Sicherung der Unternehmensfinanzierung
In Zukunft wird es für mittelständische Unternehmen noch mehr als bisher darauf ankommen, die Kommunikation mit den Kapitalgebern optimal zu gestalten, um die Unternehmensfinanzierung langfristig zu sichern. Kleine und mittlere Unternehmen müssen mehr Zeit und Geld investieren, um ein vertrauensvolles gegenseitiges Verhältnis zu den Kreditgebern herzustellen.

Doch lohnt sich dieser Aufwand zur Sicherung der Unternehmensfinanzierung wirklich? Welche Vorteile hat ein kleiner oder mittlerer Betrieb, der umfangreiche Informationen herausgibt und den persönlichen Kontakt mit seiner Bank intensiv pflegt?

Fragen, mit denen sich eine repräsentative Studie für den Mittelstand in Deutschland, die als Gemeinschaftsprojekt u. a. durch die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, BDI und Commerzbank AG beauftragt wurde, beschäftigt. 

Studie zur Unternehmensfinanzierung
Die Ergebnisse dieser Erhebung sind eindeutig: Unternehmen, die ihre Kapitalgeber nicht nur mit Routineinformationen wie Bilanz und GuV-Rechnung versorgen, sondern sie zeitnah, umfassend und persönlich informieren, haben Vorteile bei der Unternehmensfinanzierung. Sie müssen in der Regel weniger Sicherheiten stellen, haben mehr Mittel zur Verfügung und können in Notfällen mit Hilfe rechnen. Kein Wunder also, dass sie häufig nicht nur hinsichtlich der Unternehmensfinanzierung sondern auch geschäftlich besser dastehen als die Skeptiker der Finanzkommunikation.

Die Studie "Finanzkommunikation jetzt krisenfest machen! Erfolgsrezepte für den Umgang mit Kapitalgebern – Repräsentative Studie für den Mittelstand" zeigt ferner, dass die Kapitalgeber ihre Kunden meist wesentlich kritischer sehen, als diese sich selbst. Sie beurteilen den Umfang, die Aktualität oder die Wirkung der übermittelten Informationen zur Unternehmensfinanzierung schlechter als die Unternehmen. Und umgekehrt haben die Unternehmer das Gefühl, dass ihre Kreditgeber bei weitem nicht alles für einen bedarfsgerechten Unternehmensfinanzierungs-Mix getan haben.

Somit zeichnet sich ab, dass man zwar (noch) nicht von einer Kreditklemme, wohl aber von einer Kommunikationsklemme zwischen den Unternehmen und ihren Kapitalgebern sprechen kann. Diese zur Sicherung der Unternehmensfinanzierung zu überwinden lohnt sich. Dies geht aus den Ergebnissen der Studie deutlich hervor. Allerdings ist hierfür ein Einstellungswandel auf beiden Seiten der Kommunikationsbeziehung erforderlich.

Hierzu wollen die Initiatoren mit dieser Studie beitragen – ebenso wie mit dem jährlich vergebenen Preis für die beste Finanzkommunikation.

Veröffentlicht am 2. Dezember 2008