Interkulturelle Kommunikation

So klappt die Kommunikation in asiatischen Ländern

So klappt die Kommunikation in asiatischen Ländern
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Kaum eine andere Kultur erscheint der europäischen fremder als die asiatische Kultur. Dabei ist es schwierig, von einer einheitlichen asiatischen Kultur zu sprechen. Asien bezeichnet den größten Kontinent und umfasst nahezu 50 Länder. Zu Ihnen zählen unter anderem Indien, China und Japan. Bei der Kommunikation müssen Sie daher einiges beachten.

Das Gesicht wahren als zentrales Anliegen

Die Kommunikation in Asien ist vor allem geprägt von dem Gedanken, dass jeder sein Gesicht wahren muss. Peinliche Situationen werden möglichst vermieden und es existiert eine weitaus größere Sensibilität für peinliche Situationen als in Deutschland. Dies bedeutet für die Kommunikation, dass Gründe für Fehlverhalten sehr schwierig zu ermitteln sind.

Wenn Sie Hintergründe für Versäumnisse oder Probleme Ihrer Mitarbeitenden herausfinden möchten, so sollten Sie bei den Mitarbeitenden sehr vorsichtig nachfragen, da Ihr gegenüber sonst sein Gesicht verliert.

Offene Kritik und Konflikte vermeiden

Kritik kann nicht offen
geäußert werden, da sonst der Kritisierte sein Gesicht verliert. Wenn
Sie dennoch Kritik äußern müssen, sollten Sie erst anerkennende und
lobende Worte finden. Erst wenn Sie das Positive möglichst deutlich
betont haben, sollten Sie auf die potentiellen Kritikpunkte eingehen.
Damit Sie die entsprechende Person nicht persönlich verletzen, sollten
Sie Kritik möglichst allgemein formulieren und nicht auf eine Person
beziehen. Allgemeine Vergleiche können in diesem Zusammenhang hilfreich
sein.

Schwierigkeiten bei Verhandlungen

In Verhandlungen mit asiatischen Verhandlungspartnern müssen Sie hinsichtlich potentieller Zusagen geduldig sein. Zusagen erfolgen sehr selten direkt und eindeutig – so wie Sie es vielleicht aus europäischen Kontexten gewohnt sind. Eine Zusage wird nur als solche angesehen, wenn sie in dem entscheidenden Gespräch mehrmals wiederholt wurde.

Lächeln nicht missdeuten

Wenn Ihr Gegenüber freundlich lächelt und mit dem Kopf nickt, sollten Sie dies nicht als Zustimmung erachten. Lächeln gehört in der asiatischen Kultur zur Höflichkeit und niemand würde Ihnen aus Höflichkeit direkt widersprechen oder eine Absage erteilen. Sie könnten ja sonst Ihrerseits Ihr Gesicht verlieren. Achten Sie deshalb weniger auf vermeintlich zustimmendes Lächeln. Wenn Ihr Gegenüber wirklich zustimmen möchte, wird er oder sie dies durch mehrmalige Wiederholung der Zustimmung deutlich machen.

Begrüßung eher distanziert

In asiatischen Ländern oder im Kontakt mit asiatischen Geschäftsleuten sollten Sie bei der Begrüßung mit Körperkontakt vorsichtig sein. Handreichung ist nicht immer und überall üblich. Meist wird eher auf Abstand begrüßt. Wenn Sie jedoch mit Ihren Geschäftspartnern bereits vertrauter sind, sollten Sie diese beobachten. Falls es bei der Begrüßung zu näherem Körperkontakt kommt, so küssen Männer meist nur Männer angedeutet auf die Wange und entsprechend Frauen nur Frauen.

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Dr. Britta Kanacher

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