Interkulturelle Kommunikation

Kommunikation in Amerika: Achten Sie auch auf Distanz

Kommunikation in Amerika: Achten Sie auch auf Distanz
geschrieben von Dr. Britta Kanacher

Amerika gilt als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dennoch gilt es hinsichtlich der Kommunikation Grenzen zu wahren, damit Ihre geschäftlichen oder privaten Kontakte in Ihrem Sinne verlaufen. Erfahren Sie, was Sie beachten sollten.

Auch wenn bei der Anrede in Amerika der Vorname meist als selbstverständlich gilt, so sollten Sie damit nicht die persönliche Beziehung verbinden, die in Deutschland mit einem Du und der damit verbundenen Anrede mit Vornamen verbunden ist.

Die Begrüßung in Amerika ist meist distanziert

In Amerika kommt es durchaus vor, dass sich Männer und Frauen während eines Gespräches berühren. Dies ist jedoch nur dann zu beobachten, wenn sich die Gesprächspartner gut kennen. Prinzipiell gibt es bei der Begrüßung meist keinen engeren Kontakt. Amerikaner begrüßen Menschen, die ihnen eher unbekannt sind, entsprechend distanziert und bleiben dabei ohne Körperkontakt.

Kleiderordnung in den USA

Im Geschäftsleben ist die Kleiderordnung in Amerika sehr eingeschränkt. Dies bedeutet, dass Sie als Mann unbedingt in Anzug mit Krawatte erscheinen sollten. Als Frau wird von Ihnen erwartet, in Businesskleidung aufzutreten. Da Amerikaner eher prüde sind, sind tiefe Ausschnitte und kurze Röcke strikt zu meiden.

Was Sie bei Ihrem Kommunikationsverhalten in den USA berücksichtigen sollten

Auch wenn Sie mit Vornamen angesprochen werden, sollten Sie auf die zu Beginn eines Gespräches geäußerte Frage nach Ihrem Befinden, nicht näher eingehen. Eine detaillierte Antwort wird, trotz meist höflicher und manchmal gar eindringlich wirkender Frage nach Ihrem Befinden, nicht erwartet.

Beachten Sie das besondere Raumverhalten der Amerikaner

Wenn Deutsche und Amerikaner in multinationalen Konzernen zusammenarbeiten, dann führt das unterschiedliche Verhalten hinsichtlich der Bürotüren manchmal zu Konflikten.

Amerikanische Mitarbeitende lassen ihre Bürotüren gerne offen stehen, während deutsche Mitarbeitende ihre Bürotür meist geschlossen halten. Dies rührt daher, dass für einen Deutschen das eigene Büro als "Intimzone" bewertet wird. Amerikaner hingegen, erachten nur den eigenen Schreibtisch als ihre „Intimzone“.

Diese unterschiedliche Bewertung führt zu unterschiedlichem Verhalten, wenn zwischen den Mitarbeitenden Kontakt aufgenommen werden soll:

In Deutschland gilt bei geschlossener Tür: erst anklopfen – warten, bis der andere "Herein!" ruft – Tür dann erst öffnen und eintreten. Schon das Öffnen der Bürotür bedeutet für einen deutschen Mitarbeitenden das Betreten seiner Intimzone, weshalb dies nicht ohne seine Erlaubnis geschehen darf!

In Amerika oder bei offener Tür eines amerikanischen Mitarbeitenden: da die Tür sowieso offen steht, kann jede/r sehen ob der Gesprächspartner da ist und wie beschäftigt er ist,. Wenn Sie glauben, dass ein Gespräch möglich ist, so sollten Sie in den Türrahmen treten, wobei Sie eine Hand an den Türpfosten legen sollten. In dieser Haltung fragen Sie nach, ob ein Gespräch möglich ist. Solange der Besucher eine Hand am Türrahmen der offenen Tür hat, ist er nicht in die Intimzone des amerikanischen Managers eingedrungen!

Falls Sie sich näher mit den Kulturdimensionen und Kulturstandards Amerikas auseinander setzen möchten, so beachten Sie, dass Amerika zu den Ländern mit geringer Machtdistanz zählt und eine starke individuelle Orientierung aufweist.

Über Ihren Experten

Dr. Britta Kanacher

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