Steuerschädlichkeit bei Lebensversicherungen

Vermeiden Sie die "Steuerschädlichkeit", wenn Sie über Lebensversicherungen finanzieren. Wer hier nicht aufpasst, läuft Gefahr, dass die Abzugsfähigkeit seiner laufenden Prämien gestrichen wird. Zudem riskieren Sie, die Kapitalerträge aus einer Versicherung obendrein noch versteuern zu müssen. Damit Ihnen das nicht passiert, hier auf einen Blick, was zur "Steuerschädlichkeit" führt.

Diese Falle kann sich öffnen, wenn Ansprüche aus der Versicherung zu Finanzierungen eingesetzt werden. Die Falle schnappt zu, wenn zu zahlende Zinsen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar sind. Der Fiskus will so verhindern, dass es hierbei zu unerwünschten doppelten Mitnahmeeffekten kommt. Unschädlich dagegen sind die Finanzierungskosten ausschließlich privat eingesetzter Darlehen.

Bei den Investitionsdarlehen ist der Einsatz von Versicherungsansprüchen ausnahmsweise möglich. Betrieblich und außerbetrieblich. Betrieblich muss es sich um Investitionen ins Anlagevermögen handeln. Im außerbetrieblichen Bereich um solche Anschaffungen, die zur längerfristigen Nutzung bestimmt sind. Beispiele: Der Kauf eines Objekts zwecks Vermietung oder eine langfristige Anlage in Aktien.

Die Versicherungsansprüche sind auf unmittelbare Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu begrenzen. Die Umsatzsteuer gehört nicht dazu. Finanzierungskosten sind nur bei einer Erstfinanzierung begünstigt. Weitere Aspekte, auf die Sie unbedingt achten sollten:

Zivilrechtliche Sicherungs- oder Tilgungsabreden müssen Sie betragsmäßig entsprechend begrenzen. Sie vermeiden Probleme, wenn der Versicherungsrückkaufwert geringer ist als die Anschaffungskosten. Wenn möglich, sollte das Darlehen unmittelbar von der Bank an den Verkäufer überwiesen werden. Auf dem eigenen Girokonto darf das Geld maximal 30 Tage geparkt werden.

Ausnahmsweise können Sie Lebensversicherungen auch betrieblich zu einer Überbrückung einsetzen. Aber nicht zur Tilgung, sondern lediglich zur Sicherung von betrieblich veranlassten Darlehen.
Wichtig: Halten Sie die Grenze von drei Jahren ein, werden Ihnen die Steuervorteile nur für diese Zeit aberkannt. Erst bei Überschreitung dieser Grenze gilt die Versicherung insgesamt als steuerschädlich eingesetzt.

Veröffentlicht am 27. August 2002
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Autor
experto.de