Rente

Sinn und Unsinn von Sterbegeldversicherungen für die eigene Bestattung

Sinn und Unsinn von Sterbegeldversicherungen für die eigene Bestattung
geschrieben von Oliver Mest

Sterbegeldversicherungen oder Bestattungsvorsorgeverträge sollen Ihnen helfen, eine würdevolle Bestattung zu bekommen, ohne den Angehörigen finanziell zur Last zu fallen. Solche Verträge funktionieren wie Kapitallebensversicherungen – eine Todesfallversicherung wird mit einem Sparvertrag gekoppelt. Aber die Policen stehen in der Kritik, denn sie werfen nur eine geringe Rendite ab. Was also bringen die Verträge wirklich?

"Nur der Tod ist umsonst und der kostet noch das Leben." So sagt es ein Sprichwort – leider falsch. Denn umsonst ist der Tod schon lange nicht mehr. Würdevolle Beerdigungen kosten heute fast immer 5000 EUR und mehr und wenn das Vermögen des Verstorbenen nicht reicht, kommt oft nur eine einfache Bestattung auf Kosten der Familie oder des Sozialamts infrage – eine Vorstellung, vor der es vielen Menschen graut.

Sterbegeldversicherung: Lösungen für Besorgte
Das weiß natürlich auch die Versicherungsbranche und hat Lösungen für das Problem entwickelt: Sterbegeldversicherungen heißen die oder Bestattungsvorsorgeverträge. Beides sind Todesfallversicherungen, die mit einem Sparvertrag gekoppelt sind – ähnlich wie bei einer Kapitallebensversicherung. Bei einem Bestattungsvorsorgevertrag kommt eine Bindung an ein Bestattungsunternehmen dazu, das später dann die Beerdigung organisiert. Policen in der Kritik
Unumstritten sind die Policen jedoch nicht, Verbraucherschützer bemängeln zum einen die geringe Rendite der Policen. Viele Sparer, so der Einwand, würden besser fahren, wenn sie in jungen Jahren selbst Geld gut verzinst beiseite legen würden. Das stimmt, aber was ist, wenn das Geld in jungen Jahren nicht gereicht hat? Dann bleibt oft nicht mehr genug Zeit, um ein ausreichendes Finanzpolster zu schaffen und eine größere Summe kann nur noch über eine Sterbegeldversicherung angespart werden.

Andererseits heißt es bei der Sterbegeldversicherung: Gut rechnen! Denn wer mit dem Rentenbeginn im 65. Lebensjahr einen Vertrag abschließt und für eine Standard-Versicherungssumme von 10.000 EUR 90 EUR monatlich zahlt, hat die 10.000 EUR bereits nach 9 Jahren selbst eingezahlt – läuft der Vertrag noch ein paar Jahre weiter, bevor das Geld für die Beerdigung ausgezahlt wird, macht der Sparer ein extrem schlechtes Geschäft, auch wenn es zusätzlich zu den 10.000 EUR dann noch einen Bonus von der Versicherung geben dürfte.

Gute Idee bei schmalem Budget
Eine Sterbegeldversicherung ist also weniger eine sinnvolle Kapitalanlage, sondern vor allem die Möglichkeit, bei einem schmalen Vermögen eine würdevolle Beerdigung sicherzustellen. Wenn unter diese Prämisse eine solche Police gewünscht wird, sollte auf den Vertragsumfang geachtet werden. Die Bindung an einen bestimmten Bestatter ist nur dann nötig, wenn man selbst bereits vor dem Tod die eigene Beerdigung umfassend regeln möchte. Ganz wichtig ist dann jedoch, einem nahen Bekannten oder Freund auch mitzuteilen, dass ein solcher Vertrag abgeschlossen wurde.

Ansonsten drohen Abschläge, wenn von ahnungslosen Angehörigen ein anderer Bestatter gewählt wird. Wichtig ist auch zu wissen, dass man oft bestimmte Wartezeiten einhalten muss, bevor es den vollen Schutz gibt. Die liegen je nach Versicherer zwischen 12 und 36 Monaten – erst nach Ablauf dieser Kulanzfrist bekommen Versicherte bzw. deren Erben oder der Bestatter den vollen Betrag ausgezahlt, der in der Police festgeschrieben war. Sinnvoll ist es deshalb, einen Anbieter zu wählen, der möglichst kurze Wartezeiten im Vertrag vorschreibt.

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