Bei Änderungen von Rürup-Renten aufpassen

Viele Kunden von Rürup-Verträgen bekommen derzeit Post von der Versicherungsgesellschaft. Denn nicht alle Policen erfüllen die Voraussetzungen, um weiterhin die staatliche Förderung zu bekommen. Deshalb werden die Bedingungen angepasst. Zwar sollten Sie die Änderungen unterschreiben, damit Ihnen der Steuervorteil erhalten bleibt. Prüfen Sie aber vorher genau, ob sich dadurch Nachteile für Sie ergeben.

Seit 2010 müssen Rürup-Renten zertifiziert werden, damit die Beiträge im Rahmen der Einkommenssteuer als Sonderausgaben abgezogen werden können. Da nicht alle Versicherungsbedingungen die gesetzlichen Vorgaben erfüllen, schicken die Anbieter ihren Kunden Korrekturen zu. Diese sollen unterschrieben zurückgesandt werden. Wer sich mit den Anpassungen nicht einverstanden erklärt, verliert seine Steuervorteile.

Steuervorteil der Rürup-Renten in Gefahr
Veränderungen werden meist notwendig, wenn der Rürup-Renten-Vertrag mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kombiniert ist. Da sich die Leistungen dieser Zusatzversicherung an der gesetzlichen Rentenversicherung orientieren sollen, müssen darüberhinausgehende Zahlungen gestrichen werden. Das gilt beispielsweise für die "Soforthilfe": War bisher ein Kapitalbetrag vereinbart, der sofort bei Eintritt der Berufsunfähigkeit fällig wird, entfällt dieser jetzt.

Solche Kürzungen des Leistungsumfanges bei der Rürup-Rente sind zwar notwendig, um die Steuervorteile weiterhin zu bekommen. Die Versicherer halten es aber nicht für erforderlich, auch die Beiträge zu reduzieren. Der Bund der Versicherten beabsichtigt, gegen diese Benachteiligung vorzugehen.

Änderungen der Rürup-Rente kennzeichnen lassen
Außerdem wichtig: Rürup-Sparer sollten kontrollieren, ob die Anbieter ihnen weitere Änderungen der Rürup-Rente, die nicht zertifizierungsrelevant und nachteilig für sie sind, unterjubeln. Falls die Versicherer solche Modifizierungen nicht eindeutig gekennzeichnet haben, sollten die Kunden von den Gesellschaften eine schriftliche Erklärung über die nicht zwingend erforderlichen Änderungen verlangen.

Veröffentlicht am 23. Juni 2011
Autor
Thorsten Rudnik