Rente 2010: Nullrunde beschlossene Sache

Etwa 20 Millionen Rentner müssen sich in diesem Jahr mit einer Nullrunde abfinden. Ohne die bereits beschlossene Rentengarantie hätten die Renten sogar gekürzt werden müssen.

Rente: Nullrunde 2010
Unsere Rentner müssen sich im Jahr 2010 auf eine Nullrunde einstellen. Ohne die in 2009 beschlossene Rentengarantie hätten die Renten sogar um 1 Prozent gekürzt werden müssen, da die für die Rentenanpassung maßgeblichen Löhne 2009 in den alten Ländern um 0,96 Prozent gesunken sind.

Rentengarantie "sichert" Nullrunde
Nach der alten Rentenformel hätten die im Jahr 2009 gesunkenen Löhne zu einer Rentenkürzung in gleicher Höhe geführt. Zum Glück für die Rentner hatte die Große Koalition aber bereits im vorigen Jahr jede Rentenkürzung per Gesetz ausgeschlossen. Daher bleibt es im Jahr 2010 bei der zum 1. Juli anstehenden jährlichen Anpassung bei unveränderten Rentenwerten.

Nullrunde auch im Osten Deutschlands
Union und SPD hatten mit der Rentengarantie den Schutz vor Rentenkürzungen 2009 auf die Lohnentwicklung ausgedehnt.

Für andere Faktoren der Rentenformel galt ohnehin schon, dass sie nicht zu nominalen Kürzungen führen dürfen. Andere Faktoren der Rentenformel berücksichtigen unter anderem die demografische Entwicklung und Aufwendungen von Arbeitnehmern für die private Altersvorsorge. Weil diese Faktoren im Jahr 2010 greifen, führt der leichte Lohnzuwachs im Osten nicht zu einer Erhöhung der Renten. Auch hier bleibt es bei der Nullrunde.

Wie lange reicht die Rente noch zum Leben?
Das Jahr 2010 wird kein gutes Jahr für Rentner. Die Nullrunde ist beschlossene Sache. Doch bereits heute kommen viele Rentner kaum noch über die Runden. Noch härter wird es in einigen Jahren, denn nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird die gesetzliche Rente in ein bis zwei Jahrzehnten kaum noch zum Leben reichen – vor allem für Menschen in Ostdeutschland. Dass diese voraussichtliche Entwicklung durch mögliche weitere Nullrunden noch beschleunigt wird, ist einleuchtend.

Veröffentlicht am 23. März 2010