Pflegeimmobilien als Zusatzrente? Wie funktioniert das?

Pflegeimmobilien als Zusatzrente?

Formen, um für später vorzusorgen, gibt es viele. Eine Lebens- und Rentenversicherung haben die meisten, dazu eine kleine Betriebsrente. Wer mehr will, denkt häufig über Immobilien als Kapitalanlage nach. Viele aber scheuen sich vor der Arbeit oder wollen das Risiko der Vermietung und Renovierung nicht tragen. Hier ist die Pflegeimmobilie möglicherweise der richtige Weg.

Wie bei jeder Eigentumswohnung (ETW) kaufen Sie ein Apartment klassisch aufgeteilt nach dem Wohneigentumsgesetz. Sie stehen als Eigentümer im Grundbuch, die Bank finanziert Ihnen dies bis zum Kaufpreis und Sie können auf Wunsch jederzeit wieder verkaufen.

Im Gegensatz zur herkömmlichen ETW erhalten Sie einen Generalmietvertrag über 20 Jahre. Der Mieter (die Caritas oder andere meist bundesweit tätige Heimbetreiber) mieten fest über den gesamten Zeitraum das gesamte Objekt und betreiben dies. Für Sie ist es dabei völlig egal, ob Ihr eigenes Apartment gerade belegt ist oder nicht – die Miete kommt trotzdem. Ebenso ist der Mieter für alle Reparaturen innerhalb des Apartments zuständig. Wenn also nach Jahren ein neues Bad eingebaut werden muss, macht das ebenfalls der Mieter.

Somit sind die Risiken für eine Immobilieninvestition entsprechend gering. Sie kaufen quasi nur die äußere Hülle. Da es sich bei den heute angebotenen Objekten jedoch allesamt um Neubauten handelt, darf man davon ausgehen, dass eben die hier entstehenden Kostenträger wie Dach, Fenster, Mauerwerk über die nächsten 20 – 30 Jahre ohne Reparaturen halten.

Insgesamt ist eine Investition in eine Pflegeimmobilie nicht nur ein interessantes Investment, sondern auch politisch, ethisch und sozial gewollt. Die Menschen werden immer älter und der Bedarf an guten und moderne Pflegeheimen ist ungebrochen groß.

Die Träger können nicht alle Heime selber bauen und betreiben, benötigen daher andere Kapitalquellen. Seit einiger Zeit ist dies nun für Privatpersonen möglich. Wer gute Betreiber hat und einen hoch qualifizierten Standard an die Objekte legt, tätigt eine echte Zukunftsinvestition. 

Dabei sollte man noch wissen, dass nur noch dort Heime gebaut werden dürfen, deren Bedarf von der Pflegeversicherung geprüft ist. Das führt auch dazu, dass wenn "ihr" Heim erst einmal steht, kein anderer in den nächsten Jahren ein anderes daneben bauen darf.

Wie funktioniert das genau?

Das Prinzip ist sehr einfach. Die Objekte kosten ca. 100.000 – 120.000 €. Die Nebenkosten von rund 6.000 € müssen Sie aus Eigenmitteln aufbringen. Bei den heutigen Zinsen zahlen Sie im Jahr 3.850 € und tilgen 2.200 €. Dafür bekommen Sie eine sichere Miete von 6.050 €. Die Kosten tragen sich also von alleine. Zusätzlich können Sie einen kleinen Teil an Abschreibungen geltend machen.

Künftig steigt die Miete alle 4-5 Jahre nach dem Preisindex. Je höher die Inflation, desto höher die Mieteinnahme. Somit ist das Apartment in 20-22 Jahren bezahlt. Die dann fällige Miete streichen Sie als eigene Zusatzrente ein.

Zu schön um wahr zu sein? Nein. Es ist ein sehr einfaches Prinzip. Die Mieten sind sicher, der Betreiber ist ebenfalls sicher, denn er erhält sein Geld durch die Zuweisung der Pflegeplätze im Zweifel vom Sozialamt und der Pflegekasse direkt.

Dagegen spricht höchstens, dass Sie keine Spekulationsgewinne machen werden. Billig kaufen und teuer wieder verkaufen, das geht hier nicht. Vielleicht ist es dem einen daher "zu langweilig", auf der anderen Seite ist  dies deutlich sicherer, als ein normaler Immobilienkauf.

Für diejenigen, die heute 40-50 Jahre alt sind, ist eine Pflegeimmobilie eine sehr interessante Alternative. Echte Substanzwerte, Inflationsausgleich durch indexierte Mietverträge, hohe Bonität der Partner und eine moralisch, ethisch und soziale wertvolle Geldanlage.

Veröffentlicht am 6. August 2012
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